“Weil sie laut bellten” Polizei in Bayern stürmt Wohnung und beschlagnahmt 36 Hunde
Lilly Reimann

Lilly Reimann

“Weil sie laut bellten”: Polizei in Bayern stürmt Wohnung und beschlagnahmt 36 Hunde

Es scheint unglaublich – Szenen, wie aus einem Film, spielen sich in der Privatwohnung einer Züchterin im bayerischen Aichach ab.

Mit einem Rammbock verschaffte die Polizei den Behörden Zutritt und nahm alle Tiere mit sich.


Ein morgendlicher Schock

Foto: pixabay.com/ManfredRichter (Symbolfoto)
Foto: pixabay.com/ManfredRichter (Symbolfoto)

Am frühen Morgen, um 5:30 Uhr, klingelte die Polizei an der Tür von Frau Jansen und ihrem Lebensgefährten. Dieser öffnete arglos die Haustür.

Umgehend wurde er von den Polizeibeamten überrumpelt und in Handschellen abgeführt. Michaela Jansen verriegelte in Panik die Tür von innen.

Doch ihr Widerstand war nur von kurzer Dauer. Mit einem Rammbock schlug die Polizei die Tür ein.

Nun betrat die Polizei, der Tierschutzverein, das Ordnungsamt und die Hundestaffel die Wohnung.

Kaltschnäuzig legten die Beamten der Frau einen amtlichen Durchsuchungsbeschluss vor. Hiermit hatten die Behörden das Recht, alle Hunde der Züchterin zu beschlagnahmen und mit sich zu nehmen.


Was war passiert?

Foto: pixabay.com/Seaq68 (Symbolfoto)
Foto: pixabay.com/Seaq68 (Symbolfoto)

Frau Jansen züchtet hauptberuflich Pyrenäenberghunde. Dabei handelt es sich um eine sehr große Hunderasse.

Doch sie züchtet die Hunde nicht nur, sondern bildet sie auch zu professionellen Herdenschutzhunden aus. Inzwischen hat sie 36 Hunde auf ihrem Hof.

Das macht sie bereits mehrere Jahre, da der Bedarf bei den Nutztierhaltern, durch die Zuwanderung des Wolfes, stark gestiegen ist.

Besonders wichtig bei der Ausbildung der Hütehunde ist, dass sie besonders gelassen sein müssen und sie sozusagen nicht wissen dürfen, dass sie beißen könnten.

Doch offenbar war einigen Nachbarn ihre Zucht ein Dorn im Auge. Ob aus Angst vor den Tieren, aus Neid oder sonstigen Gründen kann nur vermutet werden.

Jedenfalls wurden die Tiere von Michaela Jansen immer wieder wegen angeblich zu lauten Gebells und wegen Gefährlichkeit angezeigt.

Im April des Jahres erhielt sie eine Anordnung vom Amt, dass sie ihre geliebten Hunde abzuschaffen habe. Empört reichte sie damals Widerspruch ein.

Bis zu der Stürmung der Polizei hatte sie keine weiteren Nachrichten vom Amt erhalten. Für Michaela ist es schlimm, was unhaltbare Verleumdungen für Folgen haben.


Beschlagnahmung mit Existenzgefährdung

Selbstverständlich gibt sich Michaela Jansen nicht so leicht geschlagen und kämpft dafür alle ihre sanften Riesen zurückzubekommen.

Angeblich habe sogar der Tierheimleiter die Gefährlichkeit der Hunde bestätigt. Denn dort sind alle Hunde gelandet – im Tierheim.

Doch damit nicht genug. Die Kosten für die Tierheimunterbringung werden Michaela zu Lasten gelegt. 

Das bedeutet für die Züchterin, dass sie für jeden Hund 50 € täglich zu entrichten hat. Bei 36 Hunden sind das monatlich 50.000 €.

Bei dieser Summe ist nicht nur die Existenz der Züchterin hinfällig, sondern es scheint auch schier unmöglich diese anfallenden Summen je zahlen zu können.

Um sie zu unterstützen, wurde eine Petition ins Leben gerufen. Inzwischen ist die Petition jedoch wegen der “Nichtbeachtung der Nutzungsbedingungen” gesperrt worden.

Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Michaela Jansen hat gemeinsam mit einem Anwalt Einspruch eingelegt und hofft beweisen zu können, dass die Beschlagnahmung ihrer Hunde unverhältnismäßig und unrecht war.

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3 Kommentare zu „“Weil sie laut bellten”: Polizei in Bayern stürmt Wohnung und beschlagnahmt 36 Hunde“

  1. Avatar

    Es ist nicht zu fassen. Die Züchterin lebt auf dem Land. Ich selbst wohnte Nähe Aichach. Jetzt wo Wölfe auf dem Vormarsch sind… sie gehören in unsere Natur … brauchen Tierhalter von Schafen und anderen Nutztieren diese ausgebildeten Herdenschutzhunde. Diese Hunde haben einen eigenen Kopf und lernen, selbst bei Gefahr zu entscheiden. Sie sind unverzichtbar um Herden im Freien zu schützen. Nicht nur vir Wölfen und Raubtieren, sondern auch vor Tierquälern, die nachts auf den Weiden Tiere schwer verletzen. Der Herdenschutzhund ist unverzichtbar !! Einer seriösen Züchterin die Hunde wegzunehmen und ins Tierheim zu stecken, ist einfach grausam, für die Frau und vor allem für die großen sanften Riesen, die nicht verstehen was passiert ist !!

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    Das darf echt nicht wahr sein!
    Die Behörden sollten sich lieber um die Tiere kümmern, denen es wirklich schlecht geht.
    Einfach nur traurig!:(
    Ich wünsche der Dame alles Gute und dass doch noch alles gut ausgeht, denn das ist reine Willkür.
    Und die armen Hunde sind im Tierheim gelandet und wissen nicht, wie ihnen geschieht.:(

  3. Avatar

    Unfassbar!!!-Für mich ist das ein Verbrechen!!!-Da die Herdis gut gehalten wurden ist es unfassbar,der Dame die Hunde abzunehmen!-Ausserdem, -was heisst gefährlich?-Das sind Herdenschutzhunde, sie ticken etwas anders,aber sind deshalb nicht gefährlicher als andere Hunde, -ja,sie brauchen erfahrene Halter und ja,sie sind keine Stadt und Wohnungshunde,-aber sie als gefährlich abzustempeln von Leuten die keine Ahnung von solchen Hunden haben(haben die überhaupt Ahnung von Hunden?)und dann noch dieselbe Aussage von Tierheim die Ahnung haben müssten ist ein Armutszeugnis!-Ich hatte schon insgesamt 13 Herdis bzw.Mixe davon,-sind keine Hunde für jedermann aber sehr feinfühlige sensible Tiere!!!

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