Geräusch-Desensibilisierung beim Hund: So klappt es!

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Ein plötzliches Geräusch, und dein Hund zuckt zusammen, versucht, sich zu verstecken, und zittert unkontrolliert? Für einen Hundehalter ist das kein schönes Gefühl.

Vielleicht wurde dir für deinen schreckhaften und geräuschempfindlichen Hund schon mal eine Geräusch-Desensibilisierung vorgeschlagen. 

Ob eine Geräusch-Desensibilisierung für deinen Hund in Frage kommt und wie sie funktioniert, erfährst du bei uns. 


Was ist Geräusch-Desensibilisierung beim Hund, und wann ist sie sinnvoll?

Was ist Geräusch-Desensibilisierung beim Hund, und wann ist sie sinnvoll?

Die Geräusch-Desensibilisierung ist eine Methode der Verhaltenstherapie. Damit soll die Angstreaktion eines Hundes auf bestimmte Geräusche verringert oder ganz beseitigt werden.

Hilfreich kann diese Methode sein, wenn du deinem Hund Angst oder Stress bei bestimmten Geräuschen nehmen willst, wie:

  • Feuerwerksknallen
  • Gewitter
  • lautem Verkehrslärm
  • lauten Haushaltsgeräuschen
  • Musik

Warum ist Desensibilisierung sinnvoll?

Eine Desensibilisierung sollte immer mit Geduld und ohne Druck erfolgen, um sicherzustellen, dass dein Hund die Erfahrung als positiv empfindet.

Daher solltest du die Unterstützung durch einen professionellen Hundetrainer oder Verhaltenstherapeuten suchen.

Was kann eine Desensibilisierung erreichen? 

Langfristig kann die Desensibilisierung die Lebensqualität deines ängstlichen Hundes erheblich verbessern. 

  • Er kann den Alltag gelassener erleben.
  • Durch die Reduzierung der Angst können Probleme wie das Zerstören von Möbeln oder Kleidung, Unsauberkeit oder Aggression vermieden werden.
  • Ein ängstlicher Hund kann in Panik fliehen und sich selbst in Gefahr bringen. Indem du seine Angst vor Geräuschen verringerst, kannst du dieses Risiko minimieren.
  • Ein entspannter Hund, der weniger Stress erlebt, baut eine bessere Bindung zu seinem Besitzer auf.

Welche Übungen eignen sich zur Geräusch-Desensibilisierung beim Hund?

Welche Übungen eignen sich zur Geräusch-Desensibilisierung beim Hund?

Um mit deinem Hund an seiner starken Geräuschempfindlichkeit zu arbeiten, musst du zunächst herausfinden, worauf er reagiert.

Daraufhin können weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Kontrollierte Geräusche

Dein Hund wird den Geräuschen in einer kontrollierten Umgebung ausgesetzt – beginnend mit einem sehr niedrigen Lautstärkepegel, der kaum wahrnehmbar ist.

Schrittweise Erhöhung

Wenn dein Hund bei einem niedrigen Lautstärkepegel entspannt bleibt, wird die Lautstärke schrittweise erhöht.

Dies sollte sehr langsam über Tage oder Wochen geschehen.

Positive Verstärkung

Während der Geräusche wird positives Verhalten (Ruhe und Entspannung) mit Leckerlis, Spiel- oder Streicheleinheiten belohnt.

So bestärkst du sein ruhiges Verhalten, und er verknüpft es mit Lob. 

Wiederholung und Konsistenz

Die Sitzungen werden regelmäßig wiederholt, um die Toleranz deines Hundes für die Geräusche schrittweise zu steigern.

Es ist wichtig, dass du das Training nicht einfach beendest, wenn du denkst, dass dein Hund schon entspannter ist. Sonst kann es zu Rückfällen kommen. 

Gut zu wissen

Wenn dein Hund viel Stress empfindet, ist es wichtig, dass du selbst Ruhe ausstrahlst. Lass dich vom Verhalten deines Hundes nicht anstecken. Das könnte ihn nur zusätzlich verunsichern und in seiner Angst vor bestimmten Geräuschen bestärken. 


Welche Geräusche eignen sich besonders gut zur Desensibilisierung beim Hund?

Welche Geräusche eignen sich besonders gut zur Desensibilisierung beim Hund?

Die Auswahl der Geräusche zur Desensibilisierung deines Hundes sollte sich nach seinen spezifischen Ängsten richten.

Geräusche, die häufig für Desensibilisierungstraining verwendet werden, sind:  

  • Feuerwerk
  • Gewitter
  • Straßenverkehr
  • Haushalt
  • Kinderlärm

Diese Geräusche kommen im Alltag eines Hundes häufig vor. Das Gute daran ist, dass sie somit auch regelmäßig trainiert werden können.

Wie setzt man die Geräusche am besten ein?

Starte das Training mit einer niedrigen Lautstärke. Die Geräusche sollten kaum hörbar sein. Du kannst sie während des Spielens oder der Fütterungszeit abspielen.

Integriere die Geräusche auch in verschiedene Alltagssituationen.

Sie sollten zunächst in kurzen Intervallen und dann in zunehmend längeren Abständen eingesetzt werden.

Belohne deinen Hund, wenn er ruhig und gelassen bleibt.

Erhöhe die Lautstärke nur sehr langsam. Am besten behältst du eine Lautstärke für mehrere Tage oder Wochen bei.

So kannst du eine Überforderung und Rückschritte im Training vermeiden.

Beobachte die Reaktion deines Hundes genau. Zeichen von Stress sind ein Hinweis darauf, die Lautstärke wieder zu verringern.

Halte die Trainingseinheiten kurz. Bereits wenige Minuten pro Training sind ausreichend.


Wann verliert ein Hund seine Angst vor Geräuschen?

Die Dauer der Geräusch-Desensibilisierung bei Hunden kann stark variieren. Einige Hunde können innerhalb einiger Wochen Fortschritte machen.

Andere Hunde brauchen hingegen Monate oder sogar Jahre, um ihre Angst vollständig zu überwinden.

Die Dauer hängt auch von folgenden Faktoren ab:

  • Intensität der Angst
  • Ursache der Angst
  • Persönlichkeit des Hundes
  • Häufigkeit des Trainings
  • Trainingsmethoden
  • Qualität des Trainings
  • Frühere Trainingserfahrungen

Eine Überwindung der Angst ist nicht immer möglich. In manchen Fällen kann die Angst zwar gemindert, aber nicht vollständig beseitigt werden.

Es ist auch möglich, dass einige Hunde auf bestimmte Geräusche immer eine gewisse Reaktion zeigen. 

Aber durch das Training sollte diese Reaktion handhabbarer und weniger stressig für den Hund werden.


Wie kann man einem Hund die Angst vor Geräuschen sonst noch nehmen?

Wenn das Training keinen Erfolg bringt oder du eine schnelle Lösung für deinen geräuschempfindlichen Hund suchst, können Maßnahmen wie Medikamente, Ablenkung und Routinen helfen.

Medikamente 

In schweren Fällen oder dann, wenn eine kurzfristige Lösung gesucht wird, kann der Tierarzt Medikamente empfehlen, die bei Angst helfen können.

In Frage kommen zum Beispiel:

  • Bachblüten
  • Rescue-Tropfen
  • CBD-Öl

Dies sollte jedoch immer die letzte Option sein und unter tierärztlicher Aufsicht erfolgen.

Ablenkung

Zudem kannst du versuchen, deinen Hund abzulenken, wenn er sensibel auf laute Geräusche reagiert. 

Das kann mit Hilfe von Spielzeug oder Leckerlis geschehen. 

Rückzugsmöglichkeit 

An Silvester bietet es sich an, deinem Hund einen ruhigen Ort zu bieten, an den er sich zurückziehen kann. 

Wie reagiert dein Hund auf laute Geräusche? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

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