Hund bellt plötzlich ohne Grund
Uwe

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Hund bellt plötzlich ohne Grund: 5 Ursachen & 7 Profi-Tipps

Bellen ist ein natürlicher Teil der Kommunikation bei Hunden. Plötzliches, übermäßiges und unkontrolliertes Bellen kann jedoch schnell zur Belastungsprobe für Mensch und Tier werden.

Welche Ursachen scheinbar grundloses Bellen haben kann und worauf du achten musst, um deinem Vierbeiner das Bellen wieder abzugewöhnen, erfährst du in diesem Beitrag. 

Inhaltsverzeichnis

Hund bellt plötzlich ohne Grund: mögliche Ursachen

Zunächst sollten wir unterscheiden, wie sich ein grundloses, plötzliches Bellen äußert. 

Bellt dein Hund immer schon plötzlich und ohne ersichtlichen Grund oder war er bisher eher ein ruhiger Zeitgenosse, der sich das Bellen neuerdings angewöhnt hat?

Bei Hunden, die immer schon plötzlich ohne ersichtlichen Grund bellen, liegt die Ursache meist in einer fehlenden oder falschen Erziehung oder Sozialisierung.

Gerade Anfänger lassen ihren Welpen vieles durchgehen, eben auch das süße Gebell. Umso mühsamer ist es, dem Hund das mittlerweile lästige Bellen wieder abzugewöhnen.

Gut zu wissen:

Auch zum falschen Zeitpunkt gegebene Belohnungen können das Bellen zusätzlich fördern. So ist es beispielsweise falsch, seinem Hund ein Leckerli zu geben, damit er mit dem Bellen aufhört.

Er lernt dabei, er muss sich nur laut genug bemerkbar machen, um eine Belohnung zu bekommen.

Ist dein Hund eher ruhig und bellt plötzlich und ohne Grund, solltest du auf die Umgebung und die Situation achten, um die Ursachen für das Bellen zu erkennen.

In vielen Fällen kannst du die Ursache für das Bellen am Klang erkennen. Die Klangformen geben dabei sogar die aktuelle Gemütslage deines Vierbeiners wieder:

  • Freude: Klingendes oder tonales Bellen
  • Unmut oder Bedrohung: geräuschhaftes und atonales Bellen; Oftmals knurrt und bellt der Hund hierbei gleichzeitig.
  • Überforderung: monotones Dauerbellen

1. Unsicherheit und Angst

Gerade Hunde, die als Welpe nur ungenügend sozialisiert wurden, reagieren aus Unsicherheit und Angst, indem sie andere Hunde oder Menschen anbellen.

Er bellt dann oft auch ständig bei Geräuschen wie dem Rasenmäher, Staubsauger oder vorbeifahrenden Rettungswagen.

Nachts bellt er häufig, wenn er ängstlich ist oder im Dunkeln unbekannte Geräusche hört.

2. Langeweile

Übermäßiges Bellen kann auch ein Anzeichen dafür sein, dass er körperlich und geistig nicht genügend Auslastung findet oder ihn die Umgebung nicht anregt.

3. Der Senior

Wenn ein alter Hund plötzlich und unkontrolliert zu bellen beginnt, kann das an Hörproblemen oder einer sich anbahnenden Demenz zu tun haben.

4. Erregung

Ist ein Hund aufgeregt oder überdreht, ist Bellen ein Ausdruck ihrer Erregung. Das kann auch Freude sein.

Einige Hunderassen, wie beispielsweise der Terrier, neigen dazu, sehr schnell zu “überdrehen”, was sich in lautstarkem Gebell äußert.

5. Der Mitläufer

Selbst der ruhigste Hund kann zum Dauerbeller werden, wenn ein zweiter, umso bellfreudigerer Hund neu in die Wohnung einzieht.

Dieser Effekt wird oft in Tierheimen beobachtet. Fängt ein Hund an zu bellen, ziehen die meisten nach und stimmen in den Hundechor ein.

Hat mein eigenes Verhalten Einfluss auf das Bellen?

hund bellt neben frauchen

Hunde sind sehr lernfähig und erkennen schnell, dass sie nur lange genug bellen müssen, um ihr Ziel zu erreichen. Irgendwann gibt der Halter auf und gibt ihnen was sie wollen.

Konsequenz im eigenen Verhalten ist daher sehr wichtig, um den Vierbeiner nicht in seinem Bellen zu bestärken.

Auch beim Thema Angst und Unsicherheit ist die Sozialisierung des Hundes nicht alles. Gerade unterwegs ist ein sicheres und konsequentes Auftreten seines Menschen wichtig, um dem Hund ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit zu geben.

Einen sicheren und souveränen Hundeführer muss er auch nicht mit seinem Gebell beschützen.

Wie kann ich meinem Hund das Bellen abgewöhnen?

Um es vorweg zu nehmen: Auch wenn plötzliches oder ständiges Bellen für dich grundlos erscheint, hat dein Hund einen Grund dafür.

Deshalb ist es wichtig, diese Gründe zu erkennen, um ihm gezielt das Bellen abgewöhnen zu können.

Zunächst solltest du dein eigenes Verhalten und Auftreten sowie die Umgebung überprüfen. Alles, was den Hund nervös, ängstlich oder dominant macht, kann ihn zum Bellen veranlassen.

Im nächsten Schritt geht es darum, versäumte Lektionen in der Erziehung und Sozialisierung nachzuholen. Hierbei ist es wichtig, auf kleine Erfolge zu setzen und den Hund nicht unter Druck zu setzen.

Deinem Hund das Bellen an einem Tag abzugewöhnen wird nicht funktionieren. Von Erfolg gekrönt ist deine Erziehung später auch nur dann, wenn diese stetig und konsequent weitergeführt wird.

Bellen abgewöhnen mit diesen 7 Tipps

1. Ruhig bleiben: Fängt dein Hund ohne ersichtlichen Grund plötzlich an zu bellen, bewahre Ruhe und fange nicht an, ihn auszuschimpfen. Das führt schlimmstenfalls dazu, dass er sich von dir bestärkt fühlt.

2. Positives Verhalten belohnen: Dein Hund, sowie jeder andere, lernt gerne! Vor allem, wenn du positive Verstärkung und Belohnungen bei richtigem Verhalten anwendest, merkt er sich dieses und wiederholt es.

Bringe ihm das Kommando „Leise“ oder „Schau mich an“ bei. Wenn er dich aufmerksam anschaut, belohnst du ihn!

3. Ablenken: Klappt’s auch mit den Kommandos nicht? Versuche, ihn mit seinem Lieblingsspielzeug von der Situation abzulenken, indem du es fallen lässt.

4. Hund beschäftigen & auslasten: Ist dein Hund vielleicht ein wahres Energiebündel und bellt einfach aus Langeweile? Dann sorge für genügend Bewegung und mentale Auslastung für deine Fellnase.

Hier können Spielzeuge zum Einsatz kommen, die deinen Hund geistig herausfordern, wie zum Beispiel ein Kong oder ein Schnüffelteppich.

5. Für Ruhe und Schutz sorgen: Möglicherweise ist bei dir zu Hause viel Trubel und dein Hund wird bei jeder Kleinigkeit nervös und unruhig. Sorge dafür, dass dein Hund einen Rückzugsort hat, an dem ihn niemand stören darf und wo sich die Geräuschkulisse in Grenzen hält.

6. Den richtigen Moment erwischen: In der Hundeerziehung ist es wichtig, schnell zu sein und den richtigen Moment abzupassen, um richtiges Verhalten zu belohnen und falsches zu unterbinden. Das ist manchmal gar nicht so einfach! Hier kann zum Beispiel ein Clicker zum Einsatz kommen.

7. Hilfe in Anspruch nehmen: Bekommst du das Gebelle deines Hundes einfach nicht unter Kontrolle, ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu suchen.

In unserem Großen Hundeerziehungsbuch haben wir dem Thema „Bellen abgewöhnen“ ein eigenes Kapitel gewidmet. Du kannst das eBook risikofrei 60 Tage lang testen. Hier geht es zum eBook.

Macht eine Hundeschule oder ein Trainer Sinn?

Damit die Erziehung nicht zu einem ungewollten Machtkampf zwischen Hund und Halter ausartet oder weitere Fehler in der Erziehung passieren, macht eine Hundeschule oder ein Hundetrainer durchaus Sinn.

Ein weiterer Vorteil ist hierbei, dass dein Hund hier unter fachmännischer Aufsicht Artgenossen ausgesetzt wird, was der Sozialisierung zugutekommt.

Wichtig hierbei ist ebenfalls eine konsequente Umsetzung des Erlernten zu Hause und unterwegs.

Unser E-Book “Das Große Hundeerziehungsbuch” ersetzt zwar keine Hundeschule, hilft dir aber sicher, um zu Hause alles Wichtige umzusetzen und ein wenig Geld für Trainingsstunden zu sparen.

Fazit

Auch wenn plötzliches Bellen für uns grundlos erscheint, gibt es für deinen Hund einen Grund. Oft ist der Halter selbst für unkontrolliertes Bellen verantwortlich.

Dem Hund das Bellen abzugewöhnen, gelingt nur, wenn man den Ursachen auf den Grund geht und diesen gezielt durch Veränderung oder Erziehung konsequent entgegenwirkt.

Vielleicht kannst auch du zu diesem Thema etwas beitragen? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

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2 Kommentare zu „Hund bellt plötzlich ohne Grund: 5 Ursachen & 7 Profi-Tipps“

  1. Avatar

    Mein Hund Felix ist 3 Jahre alt, er ist mit 5 Monaten von ein größeren Hund gejagt worden und seit dem bellt er jeden Hund an der in seine Nähe kommt. Ich weiß einfach nicht weiter wir haben schon alles probiert.

  2. Avatar
    Fischer heidemarie

    Mein Hund ist 10 Monate alt und bellt immer wenn wir aus der Wohnung gehen und ihn manchmal paar Minuten alleine lassen er will immer spielen auch mit unseren Katzen die sind schon älter und wollen dass nicht auch im freien wenn er Menschen oder Tiere sieht muss er erst mal bellen

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