hund frisst steine
Jesse Reimann

Jesse Reimann

Hund frisst Steine? 7 Ursachen & Was Du Tun kannst! (Tipps)

In diesem Beitrag erfährst du die häufigsten Ursachen, warum dein Hund Steine frisst und was du dagegen tun kannst.

Dein Hund setzt sich nicht zu unterschätzenden Gefahren aus, wenn er Steine frisst bzw. verschluckt. Diese Gefahren möchtest du natürlich vermeiden.

Wie du das Problem angehen kannst, erfährst du jetzt.

Kurz & Knapp: Warum fressen Hunde Steine?

Wenn dein Hund regelmäßig Steine frisst oder auf ihnen herumkaut, kann das neben weiteren möglichen Ursachen ein Stimmungsproblem, aber auch ein Magen-Darm-Problem sein.

Das Fressen von Steinen ist meistens eine Folgeerscheinung einer Reihe von möglichen Ursachen. Diese liegen dabei oft in deiner Hand. 

Dabei spielen die Ernährung, die Erziehung und die Auslastung oder Beschäftigung deines Hundes eine große Rolle. Natürlich spielt dabei auch das Alter deines Hundes eine Rolle. 

Ein Welpe frisst Steine meist aus anderen Beweggründen wie ein erwachsener Hund.

Zunächst solltest du die Ursachen für das Steine fressen herausfinden, um deinem Hund das Steine fressen abgewöhnen zu können.

Du weißt nicht, ob du deinen Hund ausgewogen fütterst oder vermutest eine psychische Störung bei deinem Hund? Eine optimale Beratung von einem Tierarzt in einer Videosprechstunde erhältst du bei Dr. Sam, dem Online-Tierarzt.

Inhaltsverzeichnis

7 Ursachen, warum dein Hund steine frisst

Die Gründe, warum dein Hund auf Steinen herum kaut und sie vielleicht sogar verschluckt lassen sich auf viele Ursachen zurückführen. Die häufigsten findest du im folgenden Absatz.

1. Neugier

Diese Ursache findet sich gerade bei Welpen. Sie nehmen ihre Umwelt anders wahr als erwachsene Hunde und nehmen alles in den Mund, was ihnen in den Weg kommt. Das ist ein Weg, um Erfahrungen zu sammeln. Passiert dabei etwas Schlimmes oder Unangenehmes, wird der Welpe es nicht mehr wiederholen.

Wenn dein Welpe also Steine ins Maul nimmt, ist das eigentlich normal und Teil der Entwicklung. Hier liegt aber deine Chance, ihm das Steine fressen gleich abzugewöhnen.

Lenke seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes und belohne ihn, wenn er den Stein loslässt.

2. Magen-Darm-Probleme

Man sagt, wenn Hunde Gras fressen, tun sie das, um sich zu erbrechen und den Darm zu reinigen. Gleiches gilt Vermutungen von Experten zufolge auch bei Steinen. Dein Hund könnte versuchen, seine Magenbeschwerden auf diese Art und Weise zu lindern.

Wird das Steine fressen deines Hundes noch mit anderen Symptomen wie Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen begleitet, solltest du einen Tierarzt aufsuchen.

3. Positive Bestärkung

Wenn dein Hund immer und immer wieder Steine frisst, könntest du das unbewusst selbst gefördert haben. 

Alles, was dein Hund möchte, ist deine Aufmerksamkeit. Als du ihn mit dem ersten Stein erwischt hast, hast du deinen Hund wahrscheinlich aufgefordert, ihn auszulassen und womöglich noch selbst versucht, den Stein aus seinem Maul zu entfernen.

Dein Hund hatte in diesem Moment deine volle Aufmerksamkeit, mehr noch, er hat es sogar vielleicht als Spiel angesehen. Jeder weitere Stein, bei dem sich die Szene erneut abgespielt hat, hat sein Verhalten konditioniert. Die Situation wird sich also weiter wiederholen.

Statt ihm den Stein aus dem Maul zu holen, lenke ihn auf ein anderes Spielzeug ab und belohne ihn dann mit einem Leckerli, wenn er den Stein loslässt.

4. Pica-Syndrom

Das Pica-Syndrom tritt sowohl bei Hunden, als auch beim Menschen auf. Es handelt sich hierbei um eine Erkrankung bzw. ein Syndrom, das den Betroffenen zwingt, alle möglichen Gegenstände in den Mund zu nehmen und auch herunterzuschlucken.

Frisst dein Hund also nicht nur Steine, sondern alles Mögliche in seiner Umgebung, kann das ein Anzeichen für eine psychische Störung sein. Diese sollte professionell diagnostiziert und behandelt werden.

5. Zahnwachstum

Im Alter von 6 Monaten erfolgt bei Hunden der Zahnwechsel zum Erwachsenengebiss. Welpen neigen in diesem Stadium dazu, in fast alles hineinzubeißen. So sollen die Kiefer trainiert und Zahnschmerzen gelindert werden.

Kaut dein Welpe auf einem Stein herum, tausche ihn gegen ein geeignetes Beißspielzeug aus.

6. Einsamkeit und mangelnde Zuwendung

Erhält dein Hund zu wenig Zuwendung, versucht er deine Aufmerksamkeit zu erregen. Das kann sich auch in negativen Verhalten äußern. 

Der banale Grund, warum dein Hund Steine frisst, kann Langeweile sein, oder dass er ganz einfach möchte, dass du dich mehr um ihn kümmerst.

Versuche nicht, den Stein aus seinem Maul zu entfernen. Dein Hund könnte es als Spiel oder einen Kampf verstehen. 

Besser ist es, deinem Hund mündliche Kommandos zum Auslassen beizubringen.Er darf jedoch anhand deiner Stimme nicht das Gefühl bekommen, dass du wütend oder ungeduldig bist.

Tipp:

Hat dein Hund den Stein losgelassen, lobe und belohne ihn dafür. Das Loslassen von Steinen soll für ihn eine positive Erfahrung sein.

7. Mineralstoffmangel

Eine Mangelerscheinung an Mineralstoffen könnte ein weiterer Grund dafür sein, dass dein Hund Steine frisst. Dieses Verhalten wird auch bei vielen anderen Tierarten, einschließlich des Menschen, beobachtet. In der Fachsprache wird dieses als Geophagie bezeichnet.

Die Ernährung deines Hundes muss in diesem Fall umgestellt oder angepasst werden. Hierbei ist es hilfreich, einen Tierarzt oder Tier-Ernährungsberater zurate zu ziehen.

Ist es gefährlich, wenn mein Hund Steine frisst?

  • Nimmt dein Hund kleine Kieselsteine auf, das kann schnell passieren, beispielsweise bei der Aufnahme eines Leckerlies, ist das in der Regel unbedenklich. Die kleinen Steinchen werden auf dem natürlichen Weg ausgeschieden. Dennoch solltest du deinen Hund beobachten.
  • Problematischer wird es bei Steinen ab Murmelgröße. Verschluckte Steine können zu einem teilweisen oder vollständigen Darmverschluss führen. Dieser äußert sich unter anderem in Form von Durchfall, Bauchschmerzen, Dehydration bis hin zur Lethargie.
  • Oft haben Steine scharfe Kanten. Dein Hund könnte durch das verschlucken innere Verletzungen, beispielsweise eine Magenperforation erleiden. Die Symptome sind dem Darmverschluss ähnlich.
  • Selbst wenn der Stein nur gekaut wird, kann es gefährlich werden. Durch das Kauen von Steinen nutzen sich die Zähne übermäßig ab. Schlimmstenfalls kann ein Zahn abbrechen. 
  • Abgebrochene Zähne stören deinen Hund nicht nur bei seinem Beiß- und Ernährungsverhalten, sie begünstigen auch bakterielle Infektionen, die den allgemeinen Gesundheitszustand deines Hundes stark beeinträchtigen können.

Wann sollte ich einen Tierarzt kontaktieren?

Du solltest unbedingt zum Tierarzt, wenn:

  • Dein Hund deutliche Gebissschäden oder einen abgebrochenen Zahn hat
  • Du vermutest, dass ein Darmverschluss vorliegt
  • Wenn du eine Verhaltensstörung wie das Pica-Syndrom vermutest
  • Du Mangelerscheinungen feststellst und Hilfe bei der Ernährungsumstellung benötigst
  • Dein Hund länger lethargisch und ungesund wirkt

Der Online Tierarzt Dr. Sam ist bei allen Fragen zu diesem Thema jeden Tag 16 Stunden für dich erreichbar und verbindet dich ohne Wartezeit und Stress direkt mit einem Tierarzt.

Was kann ich gegen Steine fressen tun?

Eine ausgewogene, auf deinen Hund abgestimmte Ernährung macht schon viel aus. Die Hundepsyche darf natürlich ebenfalls nicht zu kurz kommen.

Sorge dafür, dass du genügend Zeit mit deinem Hund verbringst und ihn ausreichend beschäftigst und forderst. 

Wie kann das Steine fressen verhindert werden?

Die Erziehung deines Hundes ist sehr wichtig. Achte darauf, dass diese nicht kontraproduktiv ist. Dein Hund will Aufmerksamkeit. Arbeite mit mündlichen Befehlen, Leckerlis und Ablenkungen.

Lasse dich nicht darauf ein, deinem Hund den Stein aus dem Maul nehmen zu wollen, sodass es ein Spiel oder gar ein Ritual wird.

Erklär-Video

Fazit

Wenn Hunde Steine fressen, liegt es manchmal an der Ernährung, manchmal an der Stimmung deines Hundes und oft an deiner Beziehung zu deinem Hund.

Um dem künftig vorzubeugen, kannst du vieles selbst in die Hand nehmen, oft ist jedoch ein Dritter, sei es ein Ernährungsberater für Hunde, ein Hundetrainer oder ein Tierarzt sehr hilfreich.

Dr. Sam mit seinem Team hat immer ein offenes Ohr und steht dir bei allen Fragen 365 Tage im Jahr per Videocall zur Seite.

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