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Jesse Reimann

Jesse Reimann

Hund verweigert Futter frisst aber Leckerlis: 5 Ursachen

Appetitlosigkeit beim Hund ist eher ungewöhnlich. Trotzdem kann es sehr harmlose Gründe dafür geben, wenn der Vierbeiner seinen Napf nur noch teilweise leer frisst oder sogar links liegen lässt.

Wie du der Futtermuffeligkeit deines Hundes auf den Grund gehst und mit welchen Tricks du deinen Hund wieder an ein normales Fressverhalten heranführst, erklärt dir dieser Artikel über Fressgewohnheiten.

Kurz & knapp: Wenn der Hund sein Futter verweigert – aber Leckerlis frisst

Wenn ein Hund sein Futter nicht mehr fressen will, sind die Gründe meist harmlos. Besonders, wenn er immer noch ohne zu zögern Leckerlis annimmt, ist meistens falsches Training das Problem. Das solltest du unbedingt korrigieren.

Darüber hinaus können aber auch Stress, Überfütterung oder Zahnschmerzen dazu führen, dass dein Hund das Futter verweigert.

Wie du deinen Hund von Anfang an richtig erziehst und was du tun kannst, wenn sich trotzdem Trainingsfehler einschleichen, lernst du mit einem Blick in die Hundeerziehungsbibel

Inhaltsverzeichnis

Deswegen verweigert dein Hund sein Futter

Hund Frisst Alles Vom Boden

Die meisten Hundehalter klagen eher über die Gefräßigkeit ihres Hundes als über das Gegenteil. Aber Appetitlosigkeit hat immer eine Ursache, die in Fehlern eures Trainings oder auch in seiner Gesundheit liegen kann.

Gut zu wissen:

Keine Sorge: Ein gesunder Hund kann auch ohne Probleme mehrere Tage ohne Futter auskommen. Wenn du also gegen einen ausgesprochenen Sturkopf antrainierst, wird er davon keinen Schaden nehmen.

1. Antrainiertes Verhalten

Wie so oft liegt das Problem eher am zwei- als am vierbeinigen Ende der Leine. 

Seien wir ehrlich: Wir Menschen essen auch lieber Süßigkeiten als Kartoffelsuppe. Wieso sollte es deinem Hund da anders gehen?

Auch unter Hunden gibt es „Lustesser“, die sich mit schnödem Durchschnittsfutter nicht zufriedengeben und sich am liebsten nur von Hasenohren, Pferdenierenwürfeln oder Hundekeksen ernähren würden. 

Sie sprechen einerseits im Training sehr gut auf Futterbelohnungen an, können mit genug Selbstbewusstsein aber auch anfangen fordernd zu werden. Sie sehen dann das Futter im Futternapf eher als Vorrat, den sie ohnehin sicher haben und den sie in schlechten Zeiten essen.

Gefördert wird dieses Verhalten dadurch, dass du aufgrund des Erfolges mit den Trainingshappen auch reichlich belohnst. Zusätzlich sättigt es den Hund, sodass auch weniger findige Hunde schon mal nach größeren Trainingseinheiten schlicht keinen Hunger mehr haben.

Leckerlis gehen dann aber immer noch: Auch wir Menschen kriegen schließlich meist noch ein Dessert im Magen untergebracht.

Ähnlich entsteht auch das Problem, wenn ein Hund nach einer Phase der Appetitlosigkeit wieder anfängt zu fressen. Merkt er, dass Herrchen und Frauchen darauf aus Erleichterung enthusiastisch reagieren, verlängert er das schlechte Fressen unter Umständen, um die Aufmerksamkeit weiter zu erhalten.

2. Unsicherheit

Nicht jeder Hund ist ein Anführer, aber manche sehen sich so weit unten auf der Hackordnung, dass sie sich erst dann trauen zu fressen, wenn sie sicher sind, dass alle anderen fertig sind.

Das Phänomen „Ich kann nicht, wenn du guckst“ führt bei ihnen daher nicht nur zu Futterproblemen, sondern verursacht zusätzlich viel Stress. 

3. Falsches Futter oder falsche Futtermenge

Überfütterung kann auch entstehen, wenn die falsche Futtermenge verfüttert wird. Wenn Hunde älter werden, wollen und brauchen sie nicht mehr so viel Futter wie zu Junghundzeiten. Auch faule Sofasitzer benötigen nicht die Futtermenge eines Agility-Champions und ein Chihuaha kann sich von der Portion für einen Schäferhund mehrere Tage ernähren.

Auch mögen nicht alle Hund alle Geschmacksrichtungen. Auch wenn sie mit Freude Kaninchenköttel, angeschimmelte Rattenreste oder undefinierbare Dinge aus dem Gebüsch futtern, können sie Karotten, Niere oder bestimmtes Getreide ungenießbar finden.

Manchmal ist es auch nur die Konsistenz, die sie abschreckt. Das ist oft bei Futterumstellungen der Fall, ganz besonders bei der Umstellung von Trocken- auf Nassfutter oder andersherum. Manche Hunde mögen lieber Gelee, manche Soße – und bei manchen ist staubtrocken gerade knusprig genug. 

4. Gesundheitsprobleme

Wenn die Zähne schmerzen, Zähne locker sind oder das Zahnfleisch entzündet sind, tut auch das Kauen weh. 

Auch wenn der Magen, die Speiseröhre oder andere Körperteile Schmerzen verursachen, weiß der Hund sich manchmal nicht anders zu helfen, als die Schmerzen durch Futterverweigerung zu vermeiden oder dem Halter anzuzeigen.

Nach Operationen mit Narkose brauchen manche Hunde länger, um wieder auf die Beine zu kommen und Appetit zu entwickeln. Hier ist besonders wichtig, dass auf die Fütterungsvorgaben des Tierarztes geachtet wird, um keine Komplikationen zu verursachen.

Bei einem Darmverschluss wird ebenfalls das Futter verweigert, allerdings wird hier der Hund auch die Leckerlis nicht fressen. 

5. Sonstiges

Bei Hitze wollen gerade große Hunde häufig nichts fressen, sondern nur trinken. Das ist normal und kein Grund zur Beunruhigung. 

Auch läufige oder scheinschwangere Hündinnen sind gerade bei der ersten Läufigkeit hormonell so überfordert, dass es den Hunger überlagert. 

Wie dein Hund wieder normal frisst

hund verweigert essen und frisst nur leckerlis

Manchmal legt sich der Hungerstreik deines Hundes von selbst. Gerade Appetitlosigkeit, die durch das Wetter, Hormone oder eine Narkose verursacht wurde, verschwindet in der Regel spurlos.

Auch bei Futterumstellungen kannst du erstmal abwarten, ob ein paar Tage Gewöhnung an den Geruch, Geschmack und Konsistenz den Hunger deines Hundes wieder normalisieren.

Tipp 1: Richtige Menge füttern

Auf der Packung deines Hundefutters findest du Angaben des Herstellers, wie viel Gramm für deinen Hund empfohlen werden. Oft ist das in Intervallen, wie z.B. Hunde von 12 bis 18 kg erhalten 400 g täglich.

Dabei gilt: Ist dein Hund eher 12-13 kg, erhält er auch etwas weniger als 400 g, ist er eher bei 18 kg, erhält er mehr. Ist dein Hund bereits übergewichtig, gilt nicht das tatsächliche, sondern das Idealgewicht.

Du kannst dich auch an folgende Faustformel halten: Gewicht des Hundes x 2,5 % = Empfohlene Futtermenge in Gramm.

Dazu gilt natürlich noch, dass sehr aktive Hunde, trächtige Hündinnen und unterernährte Hunde mehr Futter brauchen als Sofaprinzen oder alte Hunde. 

Vergiss außerdem nicht, auch die Menge an Hundekeksen an die Größe und das Alter deines Hundes anzupassen. Achte darauf, dass du nicht jeden Tag übermäßig viele Leckerlis fütterst. Lege Leckerli-Pausen an den Tagen ein, an denen ihr nicht oder nur wenig trainiert, und ersetze einen Teil der Belohnungen mit seinem eigentlichen Futter.

Wichtig:

Bei jungen Hunden und Hunden mit höherem Futterbedarf solltest du möglichst in mehreren, kleinen Portionen füttern. Das verringert die Gefahr einer Magenverdrehung.

Tipp 2: Richtiges Futter füttern

Wenn dein Hund sein Futter verschmäht, sprich mit einem Tierarzt über die Abklärung von Unverträglichkeiten. Möglicherweise verträgt dein Vierbeiner bestimmte Inhaltsstoffe einfach nicht und vermeidet durch Futterverweigerung dieses Unwohlsein.

Versuche deinen Hund mit neuem Futter wieder zum Fressen zu animieren. Achte aber darauf, nicht jeden Tag eine neue Sorte anzubieten, da dies auch zu Magen- und Verdauungsproblemen führen kann. Auch wird sich nicht unbedingt direkt beim ersten Versuch eine Besserung einstellen.  

Lass ihn sich daran gewöhnen und übe dich in Geduld.

Tipp 3: Richtiges Training

Mäkeligkeit darf sich nicht lohnen. Das gilt besonders für das erneute Heranführen an das Fressen von „richtigem“ Futter.

Einem Hund, der offenkundig nur scharf auf die Leckerlis ist und deswegen sein Futter verschmäht, kannst du ruhig das eigentliche Futter etwas schmackhafter machen. Mit etwas Hühnerbrühe, ein paar Würfeln Fetakäse oder ein paar Löffeln Joghurt mit Honig wird der Futternapf so viel verlockender.

Du darfst den leckeren Zusatz aber nicht nachträglich hinzufügen, wenn der Hund das Futter schon ignoriert und dich erwartungsfroh ansieht.  So lernt er nur, dass er lange genug warten muss.

Verfeinere das Futter also von Anfang an – und schleiche die Extras auch langsam wieder raus.

Als weitere Umgewöhnung solltest du eine Weile statt mit Leckerlis mit seinem Trockenfutter trainieren. So lohnt es sich für den Hund nicht mehr, mit Hunger auf das Training zu warten.

Das Wichtigste ist, dass du konsequent bleibst, auch wenn dein Hund noch so sturköpfig ist. Er kann auch schlimmstenfalls mehrere Tage ohne Futter auskommen. 

Tipp:

Hundefutter kann durchaus auch einige Stunden stehen bleiben und dem Hund so vor Augen führen, was er haben könnte. Gerade Nassfutter sollte aber nach einem halben Tag weggeworfen werden, da es nicht nur trocken wird, sondern auch schimmeln kann.

Tipp 4: Check-up beim Tierarzt

Lass auf jeden Fall den Zahnstatus deines Hundes kontrollieren und sprich mit deiner tierärztlichen Praxis über die Möglichkeit von Erkrankungen oder Unverträglichkeiten.

Wenn dein Hund nicht nur sein Futter nicht mehr will, sondern auch auf Leckerlis nicht mehr reagiert, könnten auch schwerere gesundheitliche Probleme vorliegen. 

Tipp 5: Stress erkennen und vermeiden

Stressempfindliche Hunde brauchen mehr als einen Napf, um fressen zu können. Verlege den Futterplatz an einen ruhigen Ort, an dem er ungestört von Mensch und anderen Tieren fressen kann. 

Beobachte deinen Hund, um die Quelle seines Stresses zu bestimmen. Denn jeder Hund ist anders. Manche wollen in Stille fressen und manche nur nicht neben einem ranghöheren Tier. 

Andere Stressfaktoren sind oft schwieriger zu vermeiden. Wenn dein Hund unter seelischem Stress nach einer Trennung, einem Umzug oder dem Tod eines Kumpels leidet, hilft oft nur die Zeit.

Erklär-Video

Fazit

Dass ein Hund mal nicht frisst, ist erstmal kein Grund zur Panik. Insbesondere, wenn er dennoch Leckerlis weiter annimmt. Dann hat sich vermutlich nur ein Fehler im Training eingeschlichen, den du leicht korrigieren kannst, oder du solltest die Futtermenge oder -sorte verändern.

Futterverweigerung kann aber auch auf Zahnschmerzen oder Stress hindeuten und muss dann tierärztlich behandelt werden.

Wenn du geduldig mit ihm das Problem angehst und löst, wird euch das beiden weiterhelfen und euer Band stärken. Wie du das machen kannst und welche anderen Trainingsfehler du vermeiden solltest, verrät dir die Hundeerziehungsbibel. So bleiben dein Hund und du ein unschlagbares Team!

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