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Jesse Reimann

Jesse Reimann

Mein Hund knurrt mich an? Ein Hunde-Profi Klärt Auf! (2022)

Dein Hund knurrt dich neuerdings einfach an? Wenn dein Hund dich anknurrt, ist dies natürlich NIE ein gutes Zeichen.

Nach dem ersten Schock deinerseits kommt dir nun die Frage auf, weshalb knurrt mich mein Hund an?

Knurren bedeutet immer: halt, bis hierher und nicht weiter! Wird diese Grenze nicht wahrgenommen, kann es unschön enden!

Anknurren ist ein heikles Thema. Genau aus DIESEM Grunde haben wir diesen Ratgeber geschrieben. 

Hier erfährst du alle unterschiedlichen Ursachen, weshalb dein Hund dich anknurrt und wir geben dir einfach umsetzbare Lösungsansätze mit auf deinen Weg, damit dich dein Hund in Zukunft nicht mehr anknurren wird.

Kurz & knapp: dein Hund knurrt dich an

Hunde kommunizieren unter anderem auch mit knurren. Damit wollen sie ihren Artgenossen oder auch dir begrifflich machen: geh weg, komm mir ja nicht zu nah, denn ich fühle mich in der aktuellen Situation unwohl oder habe Angst.

Wenn dein Hund dich anknurrt, wurden die vorherigen Körpersignale entweder falsch gedeutet oder nicht beachtet. 

Knurrt dich dein Hund an, ist es Zeit, zu handeln

Nach der Ursachenforschung lässt sich dies jedoch relativ einfach in den Griff bekommen.

Wenn du nun bei der Ursachenforschung bist, und dir gleich noch ein anderes Problem auffällt welches aufgearbeitet werden muss, dann empfehle ich dir unsere Hundebibel. 

Hier findest du die gängigsten Probleme und bekommst einfach umsetzbare Lösungsvorschläge.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen – Warum knurrt mein Hund mich an?

Du denkst jetzt: Mein Hund knurrt mich an, wen ihm etwas nicht passt? 

Wie bereits erwähnt, ist Knurren Kommunikation. Du konntest die vorgängigen Signale deines Hundes nicht lesen. 

Er fühlt sich nun von dir bedroht oder hat Angst und will dies dir so mitteilen, dass du es nun auch endlich verstehst. Deshalb knurrt dein Hund dich an!

Natürlich ist es verstörend und erschreckend, wenn dich dein eigener Hund anknurrt. 

Und genau JETZT ist der Zeitpunkt gekommen, wo du DEIN eigenes Verhalten hinterfragen musst.

Ursachen, weshalb dein Hund dich anknurrt, sind: 

Ressourcenverteidigung

Als Ressource wird etwas beschrieben, was der Hund in diesem Augenblick besitzt. Dies kann Futter sein, ein Schlafplatz, sein Spielzeug oder auch die Nähe zu dir sein. 

Dein Hund ist der Meinung “was mir gehört, das gehört mir”.  Hat er jedoch das Gefühl, dass du ihm seine Ressource wegnehmen willst und nie Impulskontrolle gelernt, wird er dich in diesem Moment anknurren.

Stress

Dein Hund knurrt dich an, weil er unter starkes Stress leidet. Hunde werden in der heutigen Zeit beinahe täglich von verschiedenen Eindrücken nahezu bombardiert. 

Bist du nicht in der Lage, die Körpersignale und die Beschwichtigungssignale deines Hundes richtig zu deuten, bedeutet dies einen immensen Stress für deinen Hund. Du verstehst ihn und seine Bedürfnisse nicht und ihm bleibt nichts anderes üblich, als dir dies mit knurren zu vermitteln. 

Schmerzen

Du denkst dir aber, mein Hund knurrt mich an und schnappt nach mir?

 Hunde sind wahre Meister im Verbergen von Schmerzen. 

Knurrt dich dein Hund an und versucht dich sogar zu schnappen, wenn du ihn anfassen willst, kann dies ein Zeichen von Schmerzen sein.

Vor allem dann, wenn dieses Verhalten von null auf plötzlich kommt, ist es ratsam, einen Termin bei deinem Tierarzt zu vereinbaren. 

Mangelnde Frustrationstoleranz, mangelnde Impulskontrolle oder Angst

Frustrationstoleranz und Impulskontrolle müssen eingehend trainiert werden. 

Kennt dies dein Hund nicht, wird er in bestimmten Situationen enormen Stress ausgesetzt und dies entlädt sich in sogenannten Übersprungshandlungen. Dein Hund knurrt dich an oder versucht sogar nach dir zu schnappen. 

Übersprung ist wie ein Ventil: Er lässt so seine gesamte Anspannung und seinen ganzen Stress auf einmal heraus.

hund knurrt

Überfordert /unterfordert oder mangelnde Entspannung?

Mangelnde oder zu viel Auslastung kann sehr stressvoll für deinen Hund sein und sind oftmals ein Auslöser für Knurren.

Ruhe und Entspannung sind ein besonders wichtiger Punkt. 

Findet dein Hund keine Ruhe oder hat keinen geschützten Rückzugsort, ist er unausgeglichen. Um dies dir zu vermitteln, knurrt dich dein Hund an.

Mein Welpe knurrt mich an

Auch Welpen kommunizieren bereits mit Knurren. Wie bei einem Erwachsenen Hund hast du wahrscheinlich die vorgehenden Signale deines Welpen nicht richtig gedeutet. 

Jedoch gibt es bei Welpen auch das sogenannte Spielknurren. Dies hörst du meist, wenn du mit dem kleinen ein Zerrspiel machst. Dieses Spiel knurren ist vollkommen unbedenklich!

Dein Welpe knurrt dich an, weil er mit der aktuellen Situation absolut nicht einverstanden ist’

Solche Situationen sind meist, wenn der Welpe gegen seinen Willen festgehalten wird, etwas hat, was er in diesem Moment nicht hergeben will oder wenn du ihn irgend an einer Stelle kraulst, wo er es absolut nicht mag.

WICHTIG! Verbiete deinem Welpen NIE das Knurren. Damit verbietest du ihm seine Kommunikation und es kann sein, dass er dann einfach zubeisst!

Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, dass du dich mit der Kommunikation des Welpen und den Beschwichtigungssignalen auseinandersetzt. 

Denn: kannst du deinen Welpen lesen und somit seinen Bedürfnissen entsprechend handeln, wird er es nicht mehr nötig haben dich anzuknurren.

Mein Hund knurrt mich an beim Streicheln

Wenn dich dein Hund anknurrt, wenn du ihn streicheln möchtest, kommen zwei Auslöser infrage:

  • Du hast die Toleranzschwelle deines Hundes überschritten
  • Fehlende Führung: dein Hund gibt dir durch Knurren den, Befehl du sollst es lassen

Knurrt dich dein Hund an, wenn du ihn streicheln willst, ist dies oft ein Zeichen, dass bei euch die Führung noch nicht geklärt ist. 

Dies lässt sich durch eine konsequente, strukturierte Führung relativ schnell beheben.

Hast du einen Familienhund, wo alle Familienmitglieder sich um den Hund kümmern? Dann ist es sehr wichtig, dass ihr euch untereinander absprecht und alle am gleichen Strang ziehen.

Mein Hund knurrt mich an und fletscht die Zähne

Das zusätzliche Zähnefletschen ist eine Stufe höher als das Knurren und wird bereits unter aggressivem Verhalten eingestuft.

Knurrt dich dein Hund mit Zähnefletschen an, solltest du dich dringendst mit dem Thema Hundekommunikation auseinandersetzten. Dieses Verhalten entsteht nie einfach so, sondern dein Hund hatte dir im Voraus bereits durch seine Körpersprache mitgeteilt, dass etwas nicht stimmt.

Bist du jedoch nicht in der Lage, das Verhalten deines Hundes zu deuten, empfehle ich dir das Beiziehen eines kompetenten Hundetrainer bevor sich dieses Verhalten festigt oder gar noch weiter steigert.

Mein Hund knurrt mich an – wie soll ich reagieren?

Wenn dich dein Hund anknurrt, ist dies immer erschreckend

Deshalb ist es ganz wichtig, dass du ruhig bleibst und wie folgt vorgehst:

  • reagiere vernünftig und ruhig
  • weiche einen oder zwei Schritte zurück, gib dem Hund seinen Freiraum
  • überprüfe deine Körperhaltung, erzeuge keinen Druck
  • bestrafe deinen Hund nicht für das Knurren
  • Hinterfrage dich

Viele Hunde fühlen sich von einer aggressiven Körperhaltung gegenüber des Hundes bedroht. Achte dich darauf, dass du dich nicht über deinen Hund beugst und beachte deine Körperspannung.

knurrender hund

Lösungsansätze: Wie kannst du deinem Hund das Knurren abgewöhnen?

Natürlich ist es der Wunsch jedes Hundehalters, einen freundlichen und lieben Hund an seiner Seite zu haben.

Leider gibt es für das Knurren keinen Aus – Schalter, sondern es muss eingehend überprüft werden, was die Ursache dafür ist.

Damit du jedoch erfolgreich auf Ursachenforschung gehen kannst, musst du dich zuvor eingehend mit der Körpersprache und den Beschwichtigungssignalen deines Hundes auseinandersetzten.

Du solltest lernen, dein Hund zu lesen wie ein offenes Buch. Kannst du deinen Hund lesen, wirst du nicht nur verhindern können, dass dich dein Hund anknurrt, sondern auch viele andere Probleme werden sich ganz einfach in Luft auflösen.

Weshalb? Ganz einfach: weil du deinen Hund verstehen lernen wirst. Einen Hund lesen bedeutet nichts anderes, als dass der Hund mit dir kommunizieren kann!

Kannst du deinen Hund lesen, wird er merken, dass du ihn und vor allem seine Bedürfnisse verstehst. Knurren ist hündisch. Knurren ist normal. Dass dein Hund dich anknurrt, kannst du jetzt nutzen, um eine positive Veränderung herbeizuführen.

Lerne die Körpersprache deines Hundes 

Lerne deinen Hund zu lesen! Dein Hund hat dir bereits im Voraus gesagt, was nicht stimmt. Nur hast du dies nicht verstanden. 

Ein Hund reagiert IMMER zuerst mit Beschwichtigungssignalen. Werden diese von dir nicht wahrgenommen, geht er eine Stufe weiter und knurrt dich an.

Aber, natürlich ist das Lesen der Körpersprache deines Hundes für dich lernbar, und dies ist auch nicht sonderlich schwierig.

Mit den Beschwichtigungssignalen (calming signals) zeigt dir dein Hund, wenn ihm etwas unangenehm ist:

  • eigene Schnauze lecken
  • Augen zusammen kneifen
  • schmatzen
  • Pföteln (sieht aus wie Tanzen mit den Vorderpfoten(
  • Gähnen
  • Blick abwenden / Kopf abwenden oder senken
  • Körper abwenden / sich auf den Rücken legen
  • Schwanzwedeln
  • Schnüffeln
  • Schlangenlinien / im Bogen laufen
  • Verlangsamung der Bewegungen
  • Ignorieren
  • Urinierern

Zeigt dein Hund dir diese Signale, ist das für dich ein Zeichen, dass er sich nicht wohlfühlt. Es kann sein, dass er mehrere Signale zusammen zeigt, oftmals sind sie aber einzeln.

Weshalb ist es so wichtig, diese Signale zu verstehen?

Stell dir einmal vor: du bist in einer unangenehmen Situation und möchtest deinem Gegenüber sagen, Stopp, bis hierher nicht weiter, und dein Gegenüber versteht dich einfach nicht?

Normalerweise würdest du dann zu andern Mitteln greifen, um deinem Gegenüber klarzumachen, es reicht, oder?

Und genau so ist es, oder besser gesagt, war es bis jetzt bei deinem Hund und dir.

Er war in einer Situation, welche ihm Unbehagen verursacht hat. Er hat dir bereits im Voraus durch seine Körpersprache gezeigt. Wo ihm etwas nicht gepasst hat.

Da du ihn nicht verstanden hattest, musste er einen Schritt weiter gehen. Er hat dich angeknurrt. Dies ist meist unmissverständlich.

Da du nun die Signale deines Hundes kennst, wird es dir leicht fallen, die Auslöser herauszufinden, weshalb dich dein Hund anknurrt.

Somit kannst du in Zukunft frühzeitig reagieren, bevor es zu der Situation des Anknurrens kommt.

Reagieren statt agieren!

Und das Beste daran ist, wenn du deinen Hund lesen kannst, wird sich euer Zusammenleben um einiges verbessern. Du wirst besser auf seine Bedürfnisse eingehen können und eure Bindung wird noch mehr gefestigt werden. 

Bitte beachte Folgendes unbedingt:

Nimm das Knurren nicht auf die leichte Schulter! Es ist ein Zeichen, dass du deinen Hund nicht richtig lesen kannst und an dir arbeiten musst.

Gutgemeinte altmodische Ratschläge wie den Hund auf den Rücken zu legen, den Schnauz-Griff oder das Nacken – schütteln haben in diesen Situationen absolut nichts zu suchen und sind kontraproduktiv!

Wen dich dein Hund anknurrt, ist dies auch kein Versagen in der Hundeerziehung deinerseits. Mach dir keine Vorwürfe, du hast nichts falsch gemacht! Sondern es ist eine Möglichkeit, dass du und dein Hund auf eine neue Art und Weise lernt zusammen zu kommunizieren.

Erklär-Video

Fazit

Dein Hund knurrt dich an? Genau, wie du bereits denkst, irgendetwas ist da im Busch! Dein Hund knurrt dich nicht einfach so an, sondern du hast bis anhin seine Signale und Sprache nicht verstanden. Vor dem Knurren sind immer bereits andere Signale von deinem Hund ausgegangen!

Mit dem Knurren macht dir dein Hund deutlich: Halt! Stop! Es reicht!

Aber du hast nun gelernt, deinen Hund zu lesen. Damit hast du ein sehr gutes Werkzeug in den Händen, um zukünftiges anknurren zu verhindern. Denn: jetzt bist du in der Lage deinen Hund zu verstehen, wenn er sich unwohl fühlt und er muss dich nicht mehr anknurren.

Denkst du jetzt, oh, das ist gar nicht so schwer? Super! Schau in unsere Hundebibel, dort haben wir viele tolle einfache Lösungen für viele Probleme.

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