hund kratzt sich ständig
Jesse Reimann

Jesse Reimann

Hund kratzt sich ständig? 6 Ursachen & Wann zum Tierarzt

Jeder Hund kratzt sich hin und wieder genüsslich hinter den Ohren. Meist entfernt er dadurch abgestorbene Hautschuppen oder das Fell im Fellwechsel. 

Was es aber bedeutet, wenn dein Hund sich ständig am ganzen Körper kratzt, und was du dann tun solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Kurz & Knapp: Wenn dein Hund sich ständig kratzt

Ein gesunder Hund kratzt sich nicht ständig oder langanhaltend an derselben Stelle. Daher solltest du ein solches Verhalten genauer beobachten und deinen Hund untersuchen.

Hat er Verletzungen? Ist die Haut entzündet oder trocken? Leidet er an einem Floh- oder Milbenbefall? Viele Probleme reizen die Haut deines Hundes und verursachen einen anhaltenden Juckreiz. Um deinen Hund richtig zu pflegen, solltest du die häufigsten Gründe für eine juckende Haut kennen.

Alle wichtigen Informationen rund um die Gesundheit deines Hundes erhältst du bei Dr. Sam. Hier ist jederzeit ein Tierarzt zur Stelle, um dir Fragen zu beantworten und deinen Hund optimal zu versorgen.

Inhaltsverzeichnis

6 Ursachen für ständiges Kratzen

Das Bedürfnis, sich zu kratzen, hat meistens zum Ziel, etwas aus dem Fell oder von der Haut zu entfernen: Schmutz, Hautschuppen oder schlicht Haare im Fellwechsel.

Auch wenn ein Hund nicht an ein Geschirr oder Kleidungsstück gewohnt ist, wird er versuchen, es durch Kratzen vom Körper zu bekommen.

Das ist ein ganz natürliches und unproblematisches Verhalten. Nur wenn das Kratzen zunimmt, solltest du hellhörig werden. Dann können behandlungsbedürftige Ursachen dahinterstecken.

1. Hautkrankheiten

Kranke oder trockene Haut verursacht einen unangenehmen Juckreiz für den Hund, den er nur kurzfristig durch häufiges Kratzen am ganzen Körper lindert.

Eine solche Erkrankung kann eine Pilzinfektion sein, eine Hautentzündung oder einfach trockene Haut.

Trockene Haut haben viele empfindliche Hunde in der Winterzeit, wenn die Heizung der Luft Feuchtigkeit entzieht. Ebenso trocknet zu häufiges Baden oder die Nutzung einer falschen Seife mit dem falschen pH-Wert die Hundehaut aus oder der Mangel an ungesättigten Fetten.

Eine Pilzinfektion oder Entzündung der Haut ist vor allem dann problematisch, wenn sie den Heilungsprozess einer Wunde verlangsamen. Zudem heilen Pilzinfektionen nicht von selbst ab.

2. Verletzung

Auch kleine Verletzungen jucken schon, wenn sich Schorf bildet, und verleiten den Hund sich an der entsprechenden Stelle mehr zu kratzen.

Hier solltest du deinen Hund sich nicht zu oft kratzen lassen, denn durch deine Krallen reißen die Wunden immer wieder auf und Bakterien und Schmutz können eindringen.

3. Allergie

Auch Hunde können durch Allergien Ausschlag bekommen. Der kann sich bei Futterallergien an zufälligen Stellen des Körpers zeigen oder bei Kontaktallergien großflächig an der Berührungsstelle mit dem Auslöser.

Da die Haut mit dem Juckreiz nur auf einen inneren Mechanismus reagiert, mindert ein ständiges Kratzen nicht die Symptome und dein Hund kratzt sich weiter.

4. Stress

Die drei häufigsten Anzeichen für Stress bei Hunden sind Lecken, Sabbern und Kratzen. 

Das ist einerseits eine Art Ersatzhandlung, weil dein Hund den Stressfaktor nicht selbst beseitigen kann, andererseits linder der leichte Schmerz des Kratzens aber auch das Hautkribbeln, das sich bei Nervosität einstellt.

5. Parasitenbefall

Flöhe, Zecken und Milben sind lästige Parasiten, die jeden Hund befallen und nicht immer einfach zu entfernen sind.

Während Zecken sich nur an einer Stelle im Körper festbeißen und dort bleiben, bis sie sich vollgesogen haben oder du sie entfernst, finden sich Flöhe und Milben am ganzen Körper. Dann kratzt sich der Hund ständig an allen Körperstellen.

Flöhe erkennst du mit bloßem Auge als kleine, schwarze Punkte, die sich über die Haut bewegen. Sie sind ausgesprochen hartnäckig und können auch auf dich überspringen. Sie zu entfernen dauert an, aber sie verschwinden nicht von alleine und können zudem Krankheiten übertragen.

Milben fängt sich dein Hund üblicherweise ein, wenn er durch die Wiesen stromert. Einen Milbenbefall siehst du allerdings nicht direkt, sondern erst, wenn dein Hund sich wie verrückt kratzt und sich vielleicht schon kahle Stellen bilden.

6. Falsche Fellpflege

Gerade Hunde mit viel Deck- und Unterwolle musst du regelmäßig kämmen, damit das Fell nicht verfilzt und sich nichts darin verheddert. Verhärtete Schmutzklumpen oder Pflanzenreste reizen die Haut darunter. Zudem verhindern Fellknoten eine normale Luftzirkulation an der Haut und begünstigen so Pilzinfektionen und Entzündungen.

Mehr als einmal im Monat zu baden, ist meist nicht gut für die Haut deines Hundes. Auch wenn er von jedem Spaziergang fast vollständig mit Schlamm bedeckt zurückkehrt, reicht ein kurzes Abduschen mit dem Gartenschlauch, ein nasser Lappen oder bei kurzhaarigen Hunden das Warten, bis der Dreck trocknet und von selbst oder durch Kämmen abfällt.

Wie viel Kratzen ist normal?

Ein gelegentliches, unregelmäßiges Kratzen ist erstmal ganz natürlich, selbst wenn es täglich vorkommt. 

Scheint sich dein Hund aber untypisch oft zu kratzen oder immer an derselben Stelle, ist eine nähere Untersuchung angebracht.

Wenn dein Hund größere Wunden aufweist oder sich Wunden über zwei Tage lang nicht schließen, solltest du auf jeden Fall einen Termin beim Tierarzt vereinbaren. Offene Wunden haben immer ein erhöhtes Entzündungsrisiko und bei lang anhaltendem Kratzen kann dein Hund schlimmstenfalls eine Hunde-Neurodermatitis entwickeln.

Auch gerade, wenn du keine Ursache erkennen kannst, ist ratsam, dir Unterstützung von deinem Tierarzt zu holen.

Bei Dr. Sam kannst du jeden Tag und jederzeit einen Tierarzt um Rat fragen. Du wirst sofort mit einem Profi verbunden, der dir hilfreiche Tipps zur Gesundheit deines Hundes gibt und dir in allen Fragen zur Seite steht.

Was du gegen den Juckreiz bei deinem Hund tun kannst

Gegen akuten Juckreiz helfen kühlende Umschläge. Dafür kannst du ein nasses Handtuch oder einen Waschlappen auf die juckende Stelle legen, sofern diese nicht von dichtem Fell verdeckt ist.

Sehr verspielte Hunde könnten das allerdings sabotieren und lieber an den Tüchern knabbern wollen.

Für besonders gereizte Hautstellen bieten sich speziell für Hunde zugelassene Wundbalsame an. Hier ist sehr wichtig, dass du keine Salbe für Menschen verwendest, denn der Hund wird an den juckenden Stellen auch lecken und so die Salbe aufnehmen.

Kratzt sich dein Hund nur aus Langeweile, hilft Ablenkung. Biete ihm Anreize zur Beschäftigung seiner Nase und seines Kopfes und erhöhe sein tägliches Trainingspensum, damit das Kratzen nicht wiederkommt.

Wenn der Juckreiz nicht verschwindet, solltest du deinen Hund in deiner Tierarztpraxis vorstellen. Auch bei harmlosen Gründen kann ständiges Kratzen Wunden verursachen, die sich durch Schmutz und Bakterien leicht infizieren. 

Wie kannst du dem Kratzen vorbeugen?

Hunde Unterfellbürste

Untersuche deinen Hund regelmäßig auf kahle Stellen, Wunden und Hautveränderungen und prüfe, ob er Flöhe oder Zecken haben könnte. Je früher du Wunden oder Hautinfektionen bemerkst, desto besser kannst du sie behandeln.

Überdenk deinen Badeplan und schau dir deine Fellpflegeprodukte an, ob sie alle für Hunde zugelassen sind. Informiere dich am besten auch bei deinem Tierarzt, welche Fellpflege dein Hund braucht.

Sprich mit deinem Tierarzt über das richtige Futter für deinen Hund und achte darauf, ob sich Futterunverträglichkeiten ausbilden. Gib gelegentlich einen Teelöffel Oliven- oder Fischöl auf das Hundefutter, um eine ausreichende Versorgung mit ungesäuerten Fetten sicherzustellen.

Erklär-Video

Fazit

Ständiges Kratzen deutet bei Hunden durchaus auf ein Problem hin. Die Ursachen sind vielfältig, daher musst du für eine optimale Versorgung genau hinsehen. 

Manche Probleme kannst du schnell lösen, wie eine falsche Fellpflege oder ein Kratzen aus Langeweile. Andere können unbehandelt aber zu ernsthaften Schwierigkeiten für deinen Hund führen. 

Daher kannst du dich bei Dr. Sam jederzeit mit einem Tierarzt verbinden lassen, der dich schnell und unkompliziert berät. Hier erfährst du alles, was du für die Gesundheit deines Hundes wissen musst. 

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