Hund ziehen an der Leine Abgewöhnen
Jesse Reimann

Jesse Reimann

Hund Ziehen An Der Leine Abgewöhnen – 5 Lösungen Erklärt

Wir sind verliebt in die Vorstellung, mit unseren liebsten Vierbeinern entspannt durch Wald und Wiesen zu streifen und dabei vielleicht sogar neue Kontakte zu knüpfen.

Dein Hund zieht an der Leine? Du wurdest schon gefragt, wer hier mit wem spazieren geht? 

Leinenführigkeit ist ein Thema, mit dem viele Hundehalter Schwierigkeiten haben – du bist also nicht allein! 

In diesem Artikel erfährst du, wie du deinem Hund das ziehen an der Leine abgewöhnen und mit ihm stressfreie Runden drehen kannst.

Kurz & Knapp: So Gewöhnst Du Deinem Hund Ab An Der Leine Zu Ziehen

Dein Hund zieht an der Leine und du möchtest es ihm abgewöhnen? Dafür musst du zunächst die Ursache herausfinden. Das Verhalten deines Hundes kann unterschiedliche Beweggründe haben, z.B. reine Langeweile, Jagdambitionen, Angst, Aggression oder Dominanz.

Um die Leinenführigkeit zu trainieren, gibt es für jeden Hund und Halter individuelle Lösungsansätze. Zum Beispiel den Spaziergang für die jagdlich motivierte Schnuppernase spannender gestalten und gezielte Übungen zur Impuls-Kontrolle einbauen. 

Deinen Angsthasen solltest du mit Artgenossen behutsam konfrontieren, damit er Schritt für Schritt lernt, dass ihm in deiner Gegenwart nichts passiert.

Schau doch mal in unsere Hundeerziehungs-Bibel. Dort findest du viele hilfreiche Tipps für einen entspannten Umgang mit deinem Hund!

Inhaltsverzeichnis

Ursachen für das ziehen an der Leine

Ursachenforschung: Warum zieht mein Hund an der Leine?

Dein Hund zieht an der Leine und nichts hilft? Um herauszufinden, welcher der richtige Lösungsansatz für dich und deinen Hund ist, müssen wir zunächst die Ursache erforschen. 

Deinem Hund wurde Leinenführigkeit nicht beigebracht

Viele Hundehalter schenken Hunden aus dem Tierheim oder Tierschutz ein Zuhause und wundern sich dann über ihr kleines “Überraschungs-Paket”. 

Was sie in ihrem bisherigen Leben erfahren haben, ist oft nicht oder nur teilweise bekannt. Vor allem bei Straßenhunden liegt aber auf der Hand, dass die wenigsten eine Erziehung genossen haben oder jemals an der Leine geführt wurden. 

Darüber solltest du dir bei der Wahl deines Hundes bewusst sein!

Deinem Hund ist langweilig

Man sieht sie immer wieder, die Hunde an dessen Leinenende ein Smartphone-Zombie hängt. Manche Hundehalter sehen die Spaziergänge mit ihrem Hund wohl mehr als lästiges Übel, als als gemeinsame Unternehmung mit ihrem treuen Vierbeiner an. 

Wen wundert es also, wenn manch ein Hund sich seine Beschäftigung selber sucht. Durch das Ziehen an der Leine gelangt der Hund ganz einfach dorthin, wo er hin will und seinen Zombie schleppt er einfach mit.

Dein Hund ist jagdlich motiviert

Dein Hund hebt die Nase gar nicht mehr vom Boden? Er saugt jeden Geruch akribisch auf und hängt sich dabei voll in die Leine

Dann wird dein Hund wahrscheinlich einen spannenden Geruch gesucht und gefunden haben und dem will er jetzt auf den Grund gehen! 

Jagdliche Motivation kann ebenfalls dazu führen, dass dein Hund an der Leine zieht.

Dein Hund hat mehr zu sagen als du

Läuft dein Hund immer vorne weg? Die Route hoch, die Ohren gespitzt? 

Dann kann es sein, dass er denkt den Weg für dich frei machen zu müssen. Die Lage zu checken, damit er auf dich aufpassen kann. Er sieht sich in der Rangordnung über dir und meint, er müsse dich beschützen. 

Dein Hund hat Angst oder ist aggressiv

Dein Hund zieht und bellt an der Leine? Wenn du einen kleinen Leinenpöbler mit dir führst, kann auch das verschiedene Gründe haben. 

Hier lässt sich an der Körperhaltung leicht herausfinden, ob dein Hund aus Angst oder aus Aggression an der Leine pöbelt. Schlechte Erfahrungen können dazu führen, dass dein Hund an der Leine aggressiv oder ängstlich reagiert.

Wenn dein Hund sich an der Leine wie Rambo verhält, dann schaue dir gerne unseren Artikel zum Thema Leinenaggression an.

Bulldogge am Trainieren zur Leinenführigkeit

Leinenführigkeit: Die richtige Lösung ist oft individuell

Unsere Hunde sind – genau wie wir Menschen – alle unterschiedlich. Sie bringen ihren eigenen Charakter und unterschiedliche Vorerfahrungen mit sich. Natürlich hängt die für euch richtige Lösung auch von deinem Naturell ab. 

Deinem Hund wurde die Leinenführigkeit nicht beigebracht?

 In diesem Fall beginnt ihr einfach ganz von vorn. Du hast einen ausgewachsenen Hund adoptiert? Er kann genau wie ein Welpe lernen, ohne zu ziehen an der Leine zu laufen – selbst wenn er das bisher noch nie getan hat. 

Wichtig ist, dass dein Hund die Leine positiv verknüpft. Das bedeutet, ihr feiert jedes mal wenn der Hund angeleint wird eine Party. Die Leine soll nicht mit Begrenzung und schon gar nicht mit Bestrafung assoziiert werden. 

Zeige deinem Hund in kleinen Schritten, dass es Spaß macht, mit dir an der Leine zu laufen. Du kannst das Training auch bei dir Zuhause starten. Hier hat dein Hund für den Anfang weniger Ablenkung und es wird ihm leichter fallen, sich auf dich zu konzentrieren.

Gestalte eure Spaziergänge spannend und abwechslungsreich

Gerade Hunden, die aufgrund mangelnden Gehorsams häufig an der Leine geführt werden müssen, wird dabei schnell langweilig. 

Es liegt an dir, spannend genug für deinen Hund zu sein, damit er nicht das Gefühl hat, dich ins Abenteuer mit reinziehen zu müssen. 

Du und dein Hund spaziert einfach stumpf nebeneinander durch die Gegend? Probiere auf eurem nächsten Spaziergang, die Aufmerksamkeit deines Hundes zu gewinnen. 

Das kannst du mit unterschiedlichen Kommandos oder Spielchen tun, zum Beispiel:

  • Ein paar Leckerlis in einer Baumrinde verstecken und deinen Hund suchen lassen – er wird dich dafür feiern!
  • Durch Tempowechsel – laufe mal schneller und mal langsamer, sodass dein Hund sich deinem Tempo anpassen muss. Du kannst ihm dazu auch das Kommando “langsam” beibringen.
  • Häufiger Richtungswechsel einlegen und abwechslungsreiche Wege gehen (nicht immer denselben).

Jagdinstinkt kontrollieren

Dein Hund springt in die Leine, sobald ihr den Wald betretet? 

Wenn dein Hund aus Jagdambition an der Leine zieht, kann auch hier eine gemeinsame Beschäftigung sein Verhalten umlenken. Den Jagdinstinkt wirst du deinem Hund nicht abtrainieren können, aber du kannst ihn kontrollieren. 

Hilfreich sind in diesem Fall kleine Trainingseinheiten zur Impuls-Kontrolle. Lege deinem Hund dazu ein Leckerli vor die Nase, welches du erst einmal für dich beanspruchst. Es ist DEIN Leckerli! Erst wenn du es deinem Hund durch ein Kommando erlaubst, darf er das Leckerchen fressen. 

So lernt dein Hund, einem Impuls nicht direkt nachzugehen, sondern auf deine Erlaubnis zu warten. 

Streunert dein Hund gerne auf eigene Faust durch den Wald und ist generell eine sehr eigenständige Persönlichkeit

Teste doch mal aus, wie sehr er an dir hängt und verstecke dich im Wald, wenn er für deinen Geschmack zu weit weg gelaufen ist. Er wird dich mit Sicherheit suchen! 

Das könnt ihr auf euren Runden beliebig oft wiederholen und dein Hund wird lernen, sich mehr an dir zu orientieren.

Zeige deinem Hund, wer die Leine in der Hand hält!

Nicht jeder von uns ist von Natur aus autoritär und manch einer tut sich schwer mit klaren Ansagen. Hunde brauchen das! Sie brauchen einen starken “Rudelführer”, dem sie seine Führungsqualitäten auch abnehmen. 

Gerade Hunde mit starkem Charakter stellen diese gerne auf die Probe und fühlen sich zuständig, ihr Herrchen oder Frauchen regelmäßig zu überprüfen. Hast du so ein Alpha-Hündchen an der Leine, beginnt euer Training nicht auf der Gassi-Runde sondern Zuhause!

Natürlich ist das Training von Hund zu Hund unterschiedlich. 

Es kann helfen, deinen Hund zunächst in seinen Räumlichkeiten und dem was er darf etwas einzuschränken. Muss wirklich jeder Stuhl und jedes Sofa für ihn zugänglich sein? Nein. Muss er immer etwas von deinem Essen abbekommen? Nein. 

Du hast mehr Rechte als dein Hund und gerade bei dominanten Hunden MUSST du sie auch einfordern.

Achtung: 

Es geht nicht darum, deinen Hund zu unterdrücken oder mit ihm regelmäßig “Machtkämpfe” auszutragen. Du bist ein Mensch und kein Hund, das weiß auch dein Vierbeiner. Ziel sollte sein, dass dein Hund sich dir freiwillig unterordnet, dir vertraut und von sich aus den Anschluss zu dir sucht – weil er sich in deiner Nähe sicher fühlt.

Achte auf die Körpersprache deines Hundes

Dein Hund bellt andere Hunde an und zieht an der Leine? Hier solltest du genau auf die Körpersprache deines Hundes achten. Ist seine vermeintliche Aggression nach vorne gerichtet oder versteckt er sich dabei eher hinter dir? 

Viele ängstliche Hunde wollen sich durch bellen andere Hunde vom Leib halten. In diesem Fall solltest du so viele positive Hundebegegnungen wie nur möglich schaffen. 

Gehe mit anderen Hundehaltern spazieren, lasse deinen Vierbeiner wieder Vertrauen fassen und neue Hundefreundschaften schließen. 

Sowohl wenn dein Hund an der Leine aggressiv reagiert als auch wenn er Angst hat, solltest du die Konfrontation nicht meiden. Sprich andere Hundehalter an, ob ihr gemeinsam ein Stück gehen könnt. 

Je öfter du das machst, desto mehr wird dein Hund sich an einen friedlichen Kontakt mit anderen Hunden gewöhnen.

Tipp:

Behandle deinen Hund stets respektvoll, liebevoll, konsequent und mit viel Geduld!

Dein hund zieht zu anderen hunden?

Andere Hunde bedeuten für deinen Hund Party, Spielen und Spaß. Dies hat er wahrscheinlich mit früheren Hundebegegnungen verknüpft und zieht daher wie verrückt zu seinen Artgenossen.

Viele Hundebesitzer wollen ihrem Welpen so viele soziale Kontakte wie möglich verschaffen und lassen ihn mit allen Hunden spielen, denen sie begegnen. Natürlich ist das erstmal gut, jedoch kann es im Alter zum Problem werden.

Denn wenn der Hund erstmal ausgewachsen ist, sind nicht mehr unbedingt alle Hundekontakte erwünscht. Das kann zur Folge haben, dass dein Hund eine Leinenaggression entwickelt, weil er nicht versteht, warum er nicht mehr zu allen Hunden hin darf.

Eine Möglichkeit, Hundebegegnungen entspannter zu gestalten ist, den Kontakt an der Leine komplett zu unterbinden. Das bedeutet, dein Hund darf erst zu seinen Artgenossen hin, sobald er abgeleint ist.

Generell hilft auch eine gute Leinenführigkeit bei entspannteren Hundebegegnungen.

Kurz gesagt: Dem Hund das Ziehen an der Leine abgewöhnen

Dein Hund zieht an der Leine und nichts hilft? 

Damit ist jetzt Schluss! 

Zunächst solltest du die Ursache herausfinden, wieso dein Hund an der Leine zieht und bellt. Das kann unterschiedlichste Gründe haben, von Angst über Aggression bis hin zu schlechter Erziehung, negativen Erfahrungen und Langeweile.

Es gibt für jeden Hund individuelle Ursachen und Lösungen. Außerdem ist es immer hilfreich, einen Hundetrainer vor Ort nach Rat zu fragen, bevor sich das Problem verschlimmert.

Super, dass du dich mit dem Verhalten deines Hundes auseinander setzt! Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wirf doch mal einen Blick in unsere Hundeerziehungs-Bibel. Hier findest du wertvolle Tipps und Tricks für den richtigen Umgang mit deinem Hund.

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