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Jesse Reimann

Jesse Reimann

Leberwerte deines Hundes verstehen (mit Tabelle) (2022)

Für die richtige Diagnose eines kranken Hundes nehmen Tierärzte oft Blut ab. Für den Tierbesitzer sind diese Werte erstmal ein Buch mit sieben Siegeln.

Was genau gemeint ist, wenn dein Tierarzt von erhöhten Leberwerten spricht, und was du nun selber tun kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Kurz & Knapp: Was sagt eine Leberwerttabelle aus?

Die Leberwerte deines Hundes zu verstehen, ist im ersten Moment für einen Laien nicht einfach.

Sie spiegeln die Menge bestimmter Enzyme im Blut wider, die auf Erkrankungen schließen lassen. Eine Erhöhung kann auf eine Lebererkrankung hindeuten, aber auch als Nebenwirkung von Medikamenten oder Folge einer anderen Erkrankung auftauchen.

Für alle Fragen rund um die Gesundheit deines Hundes stehen dir bei Dr. Sam erfahrene Tierärzte zur Seite. An 365 Tagen im Jahr kannst du ganz unkompliziert über WhatsApp eine Online-Sprechstunde buchen und bist so für alle Fälle gewappnet.

Inhaltsverzeichnis

Leberwerte Tabelle

Die normalen Leberwerte deines Hundes sollten in folgenden Bereichen liegen:

gesunder Wert
Alkalische Phosphatase (AP)< 128 U/l
AST< 162 U/l
ALT< 118 U/l
gamma-GT< 11 U/l
GLDH< 10,5 U/l
Bilirubin gesamt< 5,1 μmol/l

Erklärung:

U/l = Units per liter (Einheiten pro Liter)

μmol/l = Mikromol pro Liter

Bedeutung der Leberwerte

Die Werte stehen für verschiedene Enzyme, von denen für die Leber vor allem sogenannte Aminotransferasen von Bedeutung sind.

Alkalische Phosphatase (AP)

Die Alkalische Phosphatase, abgekürzt AP, spielen im Phosphat-Stoffwechsel eine Rolle.

Eine Erhöhung deutet auf eine Entzündung, erkrankte Gallenblase, eine hormonelle Störung oder Diabetes hin. Aber auch das Cushing-Syndrom löst eine erhöhte AP aus.

Medikamente aus dem Bereich der Corticosteroide erhöhen den AP-Wert ebenfalls. Sie werden bei Gelenkschmerzen und Allergien temporär verschrieben.

AST: Aspartat-Aminotransferase

Aspartat-Aminotranserase, kurz AST, wurde früher als GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase) geführt.

Das Enzym ist wichtig für den Abbau von Aminosäuren und kommt vor allem in Skelettmuskeln, Herzmuskeln und der Leber vor.

Eine Erhöhung des Wertes ist daher nicht zwangsläufig auf die Leber zurückzuführen, sondern oft ein Zeichen von Muskelerkrankungen. Daher muss eine erhöhte AST immer in Verbindung mit anderen Werten betrachtet werden.

ALT: Alanin-Aminotransferase

Alanin-Aminotransferase, kurz ALT, ist auch als Glutamat-Pyruvat-Trasnaminase (GPT) zu finden. 

Das Enzym ist besonders wichtig für die Zuckerverwertung in der Leber und den Harnstoffzyklus. Ein erhöhter Wert ist daher immer ein Zeichen für eine Problematik in der Leber und schon ein leichter Anstieg spricht für eine Schädigung der Leberzellen.

gamma-GT: Gamma-Glutamyl-Transferase

Die Gamma-Glutamyl-Transferase, kurz gGT oder gamma-GT, ist eine Enzymgruppe, die in der Diagnostik als Biomarker für die Leber wichtig ist. Ihre Erhöhung spricht immer für eine ernst zu nehmende Erkrankung der Leber oder der Gallengänge.

In der Regel tritt eine Erhöhung der gGT mit einer Erhöhung der ALT auf.

GLDH: Glutamatdehydrogenase

Glutamatdehydrogenase oder GLDH ist ein Enzym des Stickstoff-Stoffwechsels. Es wird erst dann diagnostisch im Blut sichtbar, wenn Leberzellen vollständig zerstört sind.

Daher tritt es meist in Verbindung mit einer deutlichen Erhöhung von gGT, AST oder ALT auf und spricht für eine akute Lebererkrankung wie Vergiftung oder Leberkrebs.

Bilirubin

Bilirubin entsteht beim Abbau von roten Blutkörperchen. Es wirkt als gelber Farbstoff, der die Gallenflüssigkeit und auch Urin gelb färbt. Bei Blockade der Ausscheidung können sich daher beim Hund die Schleimhäute gelblich verfärben.

Was bedeuten erhöhte Leberwerte beim Hund?

Erhöhte Leberwerte sind für Laien schwierig zu interpretieren. Sie können durch kurzfristige Einflüsse wie leichte Erkrankungen oder als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten.

Je mehr Werte jedoch außerhalb der Norm liegen, desto wahrscheinlicher ist eine akute und unter Umständen auch schwerwiegende Zellschädigung in der Leber. 

Was sind die Symptome bei schlechten Leberwerten?

hundekot erst fest dann dünn

Die Leber ist vor allem für den Stoffwechsel zuständig. Eine erkrankte Leber wirkt sich daher auf verschiedene Weise auf den Hund aus und äußert sich meist in Problemen mit dem Futter:

  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • starker Durst

Auch Fieber und Trägheit sind typische Symptome einer Lebererkrankung.

Sehr ernste Symptome sind:

  • gelb verfärbte Schleimhäute
  • gestörte Blutgerinnung
  • Flüssigkeitsansammlung in Bauchraum
  • Muskelzucken, Krämpfe
  • stark riechender, heller Kot

Wichtig:

Besonders bei den schweren Symptomen solltest du unbedingt zeitnah zum Tierarzt und die Leberwerte bestimmen lassen

Woher kommen schlechte Leberwerte beim Hund?

Ursachen für schlechte Leberwerte sind meistens Erkrankungen wie

  • Leberfibrose (Vernarbung des Lebergewebes)
  • Hepatitis
  • Lebertumor
  • Vergiftung
  • Fettleber durch Übergewicht

Aber auch manche Medikamente erhöhen bestimmte Leberwerte vorübergehend. Nach Absetzen normalisieren sie sich üblicherweise von alleine.

Manche Rassen sind zudem genetisch bedingt besonders anfällig für Lebererkrankungen. Dazu gehören zum Beispiel Retriever, Dobermänner und Doggen.

Was solltest du bei schlechten Leberwerten füttern?

Wenn dein Tierarzt schlechte Leberwerte bei deinem Hund festgestellt hat, solltest du die Fütterung absprechen. Auf keinen Fall solltest du selber eine Leberdiät beginnen oder das Futter wechseln.

Das richtige Futter bei schlechten Leberwerten richtet sich nach der Ursache der Lebererkrankung. Sie beinhaltet meist einen geringen Eiweißgehalt, komplexe Kohlenhydratemoleküle, einen hohen Fettgehalt und niedrigen Kupfergehalt.

Bei Gallenstau, Fettleber oder einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung gilt für den Fettgehalt allerdings das Gegenteil.

Die Ziele einer solchen Futterumstellung sind immer:

  • Normalgewicht halten
  • Stoffwechsel normalisieren
  • Regeneration der Leber unterstützen
  • Elektrolyte zuführen

Erklär-Video

Fazit

Leberwertetabellen richtig zu deuten, ist für den Laien schwierig. Dennoch solltest du eine Veränderung der Werte verstehen können, um schwere Krankheiten zu verhindern und deinen Hund optimal versorgen zu können.

Was die Leberwerte deines Hundes bedeuten und was du selbst tun kannst, um die Gesundheit deines Hundes zu unterstützen, erklären dir die Profis bei Dr. Sam. Fast rund um die Uhr kannst du hier schnell und einfach eine Online-Sprechstunde bei einem erfahrenen Tierarzt buchen.

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