hund knabbert an pfoten
Jesse Reimann

Jesse Reimann

Hund knabbert an Pfoten: 6 Ursachen & Lösungsansätze

Wir Menschen kauen an unseren Fingernägeln, wenn wir nervös sind. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch Hunde an ihren Pfoten knabbern, um sich zu beruhigen oder zu beschäftigen.

Wann das Knabbern ungesund werden kann und wie du die Ursache für das Lecken erkennst, erklärt dir dieser Artikel.

Kurz & Knapp: Warum knabbert mein Hund an seinen Pfoten?

Hunde knabbern oft an ihren Pfoten, wenn sie psychischen Stress abbauen wollen oder ihnen langweilig ist. Auch trockene Haut verursacht einen lästigen Juckreiz.

Unablässiges Lecken an den Pfoten und Beinen kann aber auch auf Verletzungen hindeuten. Dann musst du tätig werden, denn das Lecken kann den Heilungsprozess verschlechtern.

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Inhaltsverzeichnis

6 Ursachen für das Pfotenknabbern

Bevor du dir Sorgen machst, weswegen dein Hund an seinen Pfoten knabbert und leckt, solltest du die Leckstelle untersuchen.

So kannst du die Ursachen schnell erkennen – und feststellen, ob dein glücklicher Hund vielleicht einfach nur in einen Klecks Erdnussbutter getreten ist.

1. Trockene Haut

Gerade im Winter, wenn die Heizung der Luft ihre Feuchtigkeit entzieht, leiden einige Hunde unter trockener Haut. Meist mangelt es ihnen an ungesättigten Fetten wie Linolsäure oder Omega-3-Fettsäure.

Leider führt das Knabbern an den Pfoten auch unweigerlich zu einer Anfeuchtung der trockenen Stellen, was kurzfristig zwar der gespannten Haut Linderung verschafft, diese aber nicht rückfettet und somit die Trockenheitsproblematik nicht verbessert.

Ein typisches Problem von trockener Hundehaut ist auch die regelmäßige Nutzung der falschen Seife. Für Hunde solltest du immer nur gekennzeichnete Produkte benutzen, die den richtigen pH-Wert für Hundehaut haben.

2. Kleinere Verletzungen

Splitter und kleine Schnitte von Glasscherben oder scharfen Steinen sind nicht dramatisch, aber lästig für den Hund.

Bei der Schorfbildung juckt die Haut um die Wunde herum und animiert den Hund zum Lecken. 

3. Allergie

Allergien kann ein Hund in jedem Alter entwickeln. An den Pfoten zu knabbern, ist am häufigsten bei Lebensmittelunverträglichkeiten oder Kontaktallergien zu beobachten.

Kontakt mit Allergieauslösern geschieht meist beim Spaziergang und daher auch meistens über die Pfoten. Aber auch minderwertiges Shampoo kann zu einer Kontaktallergie auf der Haut führen.

Futterallergien sind meistens Allergien gegen bestimmte Proteine und treten üblicherweise nach einem Futterwechsel auf, können aber auch schleichend bei jahrelang unproblematischer Fütterung oder durch Schimmelpilze aufgrund unsachgemäßer Lagerung entstehen.

4. Pilzinfektion

Eine Pilzinfektion ist eher ungewöhnlich, kann aber durch die Infektion einer kleinen Wunde oder eine falsche Ernährung entstehen. Eine solche Infektion verursacht starken Juckreiz und verschwindet nicht von selbst.

5. Parasitenbefall

Flöhe, Zecken und Milben haben sich leider schnell auf einem Hund eingenistet.

Flöhe erkennst du als kleine, schwarze Punkte, die in ständiger Bewegung sind. Sie sind schwer loszuwerden und können Krankheiten übertragen.

Zecken sind größer und beißen sich an der Haut fest. Bei ihnen ist Vorsicht geboten, weil sie Borreliose an den Hund übertragen können.

Milben erkennst du normalerweise nicht mit bloßem Auge, sondern schließt nur aus den Symptomen Juckreiz und Haarausfall auf ihren Befall. Sie sind nicht gefährlich, aber ungemein lästig.

6. Stress und Verhaltensstörung

Wie auch wir Menschen an den Fingernägeln kauen, so reagieren auch Hunde auf Stress mit Knabbern an den Pfoten und Krallen. Wenn sie an ihren Pfoten lecken, stimuliert das ihr Nervensystem und lenkt den Hund von seiner Angst ab.

Die Ursache für einen solchen Stress ist sehr vielfältig. Es kann Depression, Trauer, Einsamkeit und Angst vorliegen, aber auch Langeweile verursacht Stress bei Hunden.

Wann solltest du zum Tierarzt?

Die Pfoten zu lecken, ist erstmal nichts Schlimmes. Ist aber keine Ursache ersichtlich oder behandelbar, solltest du zur Sicherheit Rücksprache mit deinem Tierarzt halten.

Bei einer Futterallergie

Futterallergien werden normalerweise durch Ausschluss getestet: Man lässt kontrolliert bekannte Allergene weg und beobachtet, ob eine Besserung eintritt.

Das sollte aber unter tierärztlicher Aufsicht passieren, damit der Hund weiterhin mit allen Nährstoffen versorgt wird. Außerdem berät dich deine Tierarztpraxis über eine eventuelle Ernährungsumstellung und was du gegebenenfalls nun zufüttern musst.

Bei deutlicher Verletzung

Wenn du Splitter nicht selbst entfernen kannst, dein Hund hinkt oder eine größere Wunde an der Pfote zu erkennen ist, solltest du deine Tierarztpraxis für die Wundversorgung aufsuchen.

Eine Hundezunge ist nicht hygienisch und zudem rau, das ständige Lecken an einer Wunde verschlechtert daher die Heilung. Eine anhaltende Wunde kann sich aber zu einer Hunde-Neurodermatitis ausweiten. 

Bei Parasitenbefall oder einer Pilzinfektion

Parasiten loszuwerden ist nicht ganz einfach und einen Milbenverdacht kann nur dein Tierarzt bestätigen. Er verschreibt ein fungizides oder antiparasitäres Mittel und stellt sicher, dass keine Krankheiten durch den Befall übertragen wurden.

Tipps gegen das Pfotenknabbern

Ein klasse Hausmittel als Erstmaßnahme sind kalte Umschläge. Ein nasser Waschlappen um die Pfoten lindert den Juckreiz sofort und beruhigt die Haut. Allerdings kann es sein, dass dein Hund lieber am Waschlappen kaut oder mit ihm spielt.

Gegen trockene Haut

Trockene Haut aufgrund von Fettsäuremangel behebt man schonend durch die vorübergehend tägliche Gabe von einem Teelöffel Oliven- oder Fischöl auf das Hundefutter. Die Fettsäuren verhindern normalerweise Hautentzündungen und vermindern somit den Juckreiz der trockenen Stellen.

Schon wunde Stellen kannst du dünn mit Hundebalsam einreiben. Auch hier gilt: Nur für Hunde gekennzeichnete Produkte nutzen.

Bei Verletzung oder Kontaktallergien

Nach dem Spaziergang ist Händewaschen angesagt, auch für den Hund. Es reicht, die Hundepfote mit einem nassen Waschlappen abzuwischen. Dabei kannst du auch regelmäßig die Pfoten auf trockene, wunde Stellen oder Verletzungen untersuchen und Splitter, Dreck oder Scherbenreste entfernen.

Bei Verhaltensproblemen

Kannst du deinen Hund vom Lecken ablenken, ist ihm vermutlich schlicht langweilig. Biete ihm als Alternative zum Pfotenknabbern Beschäftigung für seine Nase und seinen Kopf an.

Ist es keine Langeweile, sondern ein ernsthaftes Stresssymptom, ermittle die Quelle des Stresses. Vermeide den Stressfaktor oder trainiere deinen Hund im Umgang damit. 

Wie kannst du dem Pfotenknabbern vorbeugen?

Untersuche regelmäßig selbst den ganzen Körper deines Hundes. Verbinde das am besten auch mit einer Trainingseinheit, so strengt er seinen Kopf an und du beugst Langeweile vor. 

Langhaarige Hunde profitieren davon, wenn das Fell an ihren Pfoten gestutzt wird. Das verbessert die Luftzirkulation und es verfangen sich weniger Parasiten oder scharfe Gegenstände darin.

Erklär-Video

Fazit

Wenn dein Hund oft an seinen Pfoten leckt, solltest du die Ursache ergründen. Denn meist geht der Juckreiz nicht von alleine weg, ist aber leicht von dir zu behandeln. 

Für alle Fragen rund um die Gesundheit und das Verhalten deines Hundes kannst du dich bei Dr. Sam mit einem Tierarzt verbinden lassen. Dort stehen dir jeden Tag und zu jeder Zeit Profis mit kompetentem Rat zur Seite. 

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