Nierenversagen beim Hund im Endstadium: 3 Symptome erklärt

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Einem kompletten Versagen der Nierenfunktion geht bei Hunden zumeist eine akute oder chronische Niereninsuffizienz voraus.

Neben klassischen Anzeichen einer Unterfunktion der Niere kommen bei einem Nierenversagen beim Hund im Endstadium weitere Symptome hinzu.

Welche das sind und wie eine Niereninsuffizienz im Allgemeinen verläuft, erfährst du im folgenden Ratgeber. 

Hier beleuchten wir zudem Behandlungsmöglichkeiten und wie du deinem Hund helfen kannst.


Welche Symptome treten bei einem Hund im Endstadium eines Nierenversagens auf?

Hunde im Endstadium eines Nierenversagens können Symptome wie starken Mundgeruch, Krampfanfälle und Bewusstseinsstörungen aufweisen. 

Starker Mundgeruch

Im Endstadium eines Nierenversagens scheidet der Hund die harnpflichtigen Stoffe nicht mehr mit dem Urin aus und kann seinen Körper nicht mehr entgiften. 

Es entwickelt sich ein unangenehmer, stark nach Urin riechender Mundgeruch.

In der Folge kann es zu Schleimhautreizungen und -entzündungen des Verdauungstraktes kommen, beginnend in der Maulhöhle.   

Krampfanfälle 

Durch das Versagen der Nierenfunktion wird der Körper des Hundes nicht mehr entgiftet, er vergiftet sich sozusagen selbst. 

Diese Intoxikation (Vergiftung) ist dabei ursächlich für das plötzliche Auftreten von Krampfanfällen, das bei manchen Hunden vorkommen kann. 

Bewusstseinsstörungen

Die fehlende Nierenfunktion ist ebenfalls verantwortlich für Bewusstseinsstörungen. Diese können im schlimmsten Fall sogar zu einem Koma des Hundes führen.

Zu Bewusstseinsstörungen zählen unter anderem Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Verhaltensänderungen, Verlust des Seh- oder Hörvermögens und Desorientiertheit. 


Stadien der Niereninsuffizienz kurz erklärt

Stadien der Niereninsuffizienz kurz erklärt

Eine Niereninsuffizienz wird bei Hunden in vier Stadien eingeteilt, die sich zum einen über die verbleibende Funktionstüchtigkeit der Niere und zum anderen über den im Blut gemessenen Kreatininwert definieren.

Kreatinin ist ein Stoffwechselprodukt, das über die Nieren ausgeschieden wird. Je höher der Kreatininwert, desto weniger funktionstüchtig sind die Nieren.

Stadium I

Im ersten Stadium liegt der Kreatininwert bei unter 125 Mikromol pro Liter Blut. Das Nierengewebe ist hierbei noch zu 100 bis 33 Prozent funktionstüchtig.

Dieses Stadium zeigt sich in der Regel ohne weitere Symptome. Die Nieren können ihre Leistung zeitweise auf ein 3-faches steigern und dadurch noch ausgleichen.

Stadium II

Im zweiten Stadium sind noch 33 bis 25 Prozent der Nieren funktionstüchtig, der Kreatininwert liegt bei 125 bis 180 Mikromol pro Liter Blut.

In diesem Stadium können die Nieren bereits nicht mehr komplett ausgleichen. Erste Symptome wie vermehrter Durst und Harndrang treten auf.

Stadium III

Ein Kreatininwert von 181 bis 440 Mikromol pro Liter Blut definiert das dritte Stadium einer Niereninsuffizienz. Hierbei sind noch 21 bis 10 Prozent des Nierengewebes funktionstüchtig.

Im dritten Stadium spricht man bereits von einem mittleren Nierenversagen mit zunehmender Symptomatik. Die Harnstoffkonzentration im Blut steigt.

Der nach Urin riechende Atem ist eines der auffälligsten Symptome, die ab diesem Stadium auftreten können. 

Aber auch Appetitmangel, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und sinkende Energie gehören neben häufigem Erbrechen und Gewichtsverlust zu den äußeren Symptomen.

Stadium IV

Das vierte Stadium ist auch das Endstadium einer Niereninsuffizienz, das sogenannte terminale Nierenversagen.

Hierbei liegt die Nierenfunktion bei 0 bis 10 Prozent bei einem Kreatininwert von über 441 Mikromol pro Liter Blut.

Im Verlauf sind weitere Folgeerkrankungen wie beispielsweise Anämie (Blutarmut) und ein beeinträchtigter Knochenstoffwechsel die Regel.

Ein terminales Nierenversagen gilt als nicht mehr behandelbar.


Wie kann ich meinen Hund im Endstadium eines Nierenversagens unterstützen?

Wie kann ich meinen Hund im Endstadium eines Nierenversagens unterstützen?

Es gibt leider sehr wenige Möglichkeiten für dich, etwas für deinen Hund zu tun.

Im Endstadium wird dein Hund wahrscheinlich kaum mehr Nahrung zu sich nehmen. 

Es ist etwas knifflig, deinem Hund alle wichtigen Nährstoffe zukommen zu lassen, ohne dass er Stoffe aufnimmt, die die Nieren zusätzlich belasten.

Das Futter sollte besonders schmackhaft und energiereich sein. 

Nierenschonendes Futter ist auch arm an Phosphaten, Kalium, Natrium und Magnesium.

Da erkrankte Hunde auch weniger trinken, sollte auf Trockenfutter komplett verzichtet werden.

Je nach dem Allgemeinzustand deines Hundes und/oder weiteren Folgeerkrankungen solltest du dir ernsthaft die Frage stellen, ob es an der Zeit ist, deinen Hund einschläfern zu lassen.

Zeige deinem Hund jedoch bis zu seinem letzten Tag, dass du für ihn da bist.

💡Gut zu wissen

Eine Dialyse (Blutwäsche) ist auch bei Hunden möglich.

Allerdings ist das Verfahren sehr kostenintensiv und wird nur angewendet, wenn eine Chance auf Heilung besteht, was bei einem Nierenversagen im Endstadium meist nicht mehr der Fall ist.


Gibt es Heilung für Nierenversagen bei Hunden im Endstadium?

Eine chronische Niereninsuffizienz ist leider nicht heilbar. 

Im Endstadium kommt es darauf an, wie viel des Gewebes noch funktionstüchtig ist, um den weiteren Krankheitsverlauf zu verzögern. 

Im Endstadium beträgt die Funktionsfähigkeit der Nieren zwischen 0 und 10 Prozent.


Wie lange kann ein Hund mit Nierenversagen im Endstadium leben?

Wurde bereits das Endstadium eines Nierenversagens bei deinem Hund festgestellt, solltest du dich damit abfinden, dass dein Hund vielleicht nur noch einige Wochen oder Monate zu leben hat. 

Die Zeitspanne ist hierbei auch vom Allgemeinzustand und Folgeerkrankungen deines Hundes abhängig.


Fazit

Eine Niereninsuffizienz kann fast jeden Hund treffen. Umso wichtiger ist die Vorsorge und Früherkennung. Regelmäßige Blutuntersuchungen können helfen, eine sich anbahnende Niereninsuffizienz frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. 

Auch solltest du bei einem älteren immer auf „eine gesunde Ernährung mit angepasstem Salzgehalt“ achten. Darauf weist die Tierklinik Trillig hin.

Eine chronische Niereninsuffizienz ist zwar nicht heilbar, entsprechend früh erkannt und behandelt, kannst du mit deinem Liebling durchaus noch viele schöne Jahre verbringen.

Ist jedoch das Endstadium eines Nierenversagens erreicht, solltest du vor allem an deinen Hund denken und eine Einschläferung ernsthaft in Erwägung ziehen.

Hast du schon mal die Erfahrung gemacht, dass dein Hund ein Nierenversagen hatte – vielleicht sogar im Endstadium? Teile gerne deine Geschichte mit uns.


FAQ

Welche Symptome hat ein Hund bei Niereninsuffizienz im Endstadium?

Bei Niereninsuffizienz im Endstadium bei Hunden treten mehrere Symptome auf. Ein erhöhter Durst und häufiges Wasserlassen sind oft die ersten Anzeichen auf die Erkrankung. Außerdem kann dein Hund Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Erbrechen und Durchfall aufweisen. Hinzu kommen schwaches Verhalten, Dehydration und eine schlechte Fellqualität. Im fortgeschrittenen Stadium können auch Anomalien im Zahnfleisch oder schlechter Atem auftreten. Eine endgültige Diagnose kann nur von einem Veterinärmediziner gestellt werden.

Welche Symptome treten beim Hund vor dem Endstadium der Niereninsuffizienz auf?

Im Frühstadium der Niereninsuffizienz sind die Symptome oft weniger auffällig und können leicht übersehen werden. Dazu zählen häufig Wasseraufnahme und -ausscheidung, Gewichtsverlust, eine verminderte Aktivität und eventuell ein mattes Fell. Mit zunehmendem Fortschreiten der Erkrankung können Erbrechen, Appetitlosigkeit und Austrocknung hinzukommen.

Welche Medikamente bekommt ein Hund bei Nierenversagen im Endstadium?

Die Therapie der Niereninsuffizienz zielt in erster Linie darauf ab, die Symptome zu lindern und die verbleibende Nierenfunktion zu erhalten. Medikamente, die oft zum Einsatz kommen, sind unter anderem Phosphatbinder, die verhindern, dass zu viel Phosphat aus der Nahrung in den Blutkreislauf gelangt. Außerdem kann bei Bedarf ein blutdrucksenkendes Medikament verabreicht werden. Spezielle Nierendiäten sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Therapie.

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