Hund Frisst Alles Vom Boden
Jesse Reimann

Jesse Reimann

Mein Hund frisst alles vom Boden!? 4 Ursachen & 4 Lösungen

Dein Hund frisst alles vom Boden?

Das kann gefährlich werden. Er könnte beispielsweise einen Giftköder erwischen oder an einem verschluckten Teil ersticken. 

Deshalb ist es von großer Bedeutung deinem Hund diese Marotte abzutrainieren.

Zuallererst ist es wichtig zu verstehen, warum dein felliger Freund dieses Verhalten zeigt. Wenn du das weißt, kannst du ihm helfen, diesen bedrohlichen Drang abzugewöhnen.

Hier findest du alles, was du darüber wissen solltest.

Kurz & Knapp: Hund Frisst Alles Vom Boden

Wenn dein Hund alles vom Boden frisst, kann das viele Gründe haben. Zum einen ist es der Überlebensinstinkt deiner Fellnase. Hierbei ist es hilfreich, deinem Freund eine attraktive Alternative zu dem Gefundenen zu bieten und ihn darauf zu konditionieren.

Viele Hunde lesen auch aus Stress oder zur Beschäftigung alles auf, was sie finden. Dann solltest du ihn besser auslasten und viel Bewegung ermöglichen, um Stress und Langeweile abzubauen.

Solltest du weitere Tipps brauchen, wirf doch mal einen Blick in unsere Hundeerziehungsbibel. Sie bietet dir verschiedene Lösungsansätze, wie du es deinem Hund abgewöhnst, alles vom Boden zu fressen.

Inhaltsverzeichnis

Hund frisst alles vom Boden – 4 Ursachen erklärt

Hund Frisst Pizza vom Boden

der Überlebensinstinkt

Das Fressen von gefundenen Dingen steckt im genetischen Code deines pelzigen Freundes. Seine Vorfahren, die Wölfe, haben durch spontan entdeckte Nahrung ihre Überlebenschancen erhöht.

Dies war vor allem in Zeiten, in denen die eigentliche Jagd nur wenig erfolgreich war, von besonderer Wichtigkeit. Daher hat sich der Wolf solch eine zusätzliche Mahlzeit nicht entgehen lassen.

Auch wenn unsere Lieblinge heute als domestizierte Haustiere angesehen werden, rufen sie immer noch instinktiv Verhaltensweisen ihre Vorgänger ab. Selbst dann, wenn sie diese eigentlich gar nicht mehr bräuchten.

Das Fressverhalten und der Appetit

Hunde sind sogenannte Schlingfresser, was soviel heißt wie, sie kauen ihre Nahrung kaum, sondern würgen sie in großen Brocken runter.

Dies hat zum einen zur Folge, dass dir nur wenige Sekunden bleiben, wenn dein Hund etwas frisst, was er findet. Zum anderen schmecken sie giftige Bitterstoffe erst im allerletzten Moment, dann wenn es meistens schon zu spät ist.

Deshalb sind besonders Giftköder, in denen der schädliche Kern in der Mitte steckt, für deinen Liebling besonders gefährlich.

Beschäftigung

Es kann sein, dass der Hund alles draußen frisst, da ihm schlichtweg langweilig ist. Durch das herumkauen und fressen irgendwelcher gefundener Dinge, will er diese Langeweile kompensieren.

Außerdem ist es möglich, dass dein Liebling Aufmerksamkeit von dir haben möchte. Es kann sein, dass er deinen hektischen Reaktionen auf sein Fehlverhalten, gegen dich ausspielt.

Stress

Wenn dein Hund gestresst ist, kann dieses Kauen und Fressen eine sogenannte Übersprungshandlung sein. Er möchte so seinen Stress abbauen.

Zuhause bekommt er vermutlich Leckerlis oder Snacks, doch draußen muss er sich etwas suchen, das er fressen kann. Dann greift er auf alles zurück, was er draußen findet.

Achte also auch unterwegs darauf, dass dein Gefährte etwas dabei hat, womit er Stressreaktionen bewältigen kann. Hierfür eignen sich Leckerlis oder ein Kauspielzeug.

Gut Zu Wissen:

Dieses sogenannte Müllschlucken ist nur selten eine Mangelerscheinung oder Zeichen einer Krankheit. Die häufigsten Gründe sind die oben genannten. Solltest du dir allerdings nicht sicher sein, kontaktiere lieber einen Arzt.

Hund frisst alles vom Boden? – So kannst du dieses Verhalten ändern

Hund am fressen vom Teller am Boden

Die Ursachen auf die Frage: Warum frisst dein Hund draußen alles? sind genauso vielfältig wie die Lösungsmöglichkeiten dafür.

Elementar ist hier zuerst einmal zu verstehen, warum dein Fellfreund dies tut. Erst dann kannst du sein Verhalten zielgerichtet verändern.

Hierbei ist es von großer Bedeutung, dass du nicht übertrieben darauf reagierst, wenn er bereits etwas geschnappt hat. Dies kann nämlich dazu führen, dass die Beute für deinen vierbeinigen Liebling noch interessanter wird. Sollte dies der Fall sein, könnte das unerwünschte Verhalten sogar noch verstärkt auftreten.

Tritt bestimmt auf und fordere es zurück. Möchte dein pelziger Freund seinen Schatz nicht mehr hergeben, versuche einen “Tauschhandel” mit ihm. Der von ihm gefundenen Leckerbissen gegen sein Lieblingsleckerli.

Es ist sehr ratsam, dass du die verschiedenen Ansätze ausprobierst und beobachtest, welcher deinem Vierbeiner am besten hilft.

Konditionierung

Schon dein Welpe frisst alle vom Boden?

Dann ist diese Methode durchaus sinnvoll. Bereits im Welpenalter kannst du dein Haustier auf interessantere Optionen, als den Müll auf dem Boden, konditionieren.

Konditionierung bedeutet, du bietest deinem Hund ein Verhalten an, dass attraktiver ist, als das Vorherige.

Das Ganze funktioniert so: Wenn dein Fellfreund etwas liegen lässt, belohne ihn mit seiner liebsten Aktivität. Hat er bereits etwas erwischt und möchte es nicht mehr hergeben, tausche es mit ihm gegen sein Lieblingsleckerli. So entwickelt dein Vierbeiner langsam, aber sicher neue Reaktionsmuster.

Sinnvoll ist, dass ihr dieses Training am besten Zuhause beginnt und erst langsam nach draußen verlagert. Dadurch könnt ihr die Intensität Schritt für Schritt steigern und euer Haustier super bei seinen Lernerfolgen unterstützen.

Giftköder als Feind anzeigen

Auch wenn diese Möglichkeit zu Beginn etwas seltsam wirken mag, ist sie trotzdem sehr effektiv.

Du lernst deinem Hund, dass Futter oder auch andere Dinge auf dem Boden “böse” sind.

Dies machst du, indem du ein Futterstück auf eurem Weg platzierst und mit deiner Fellnase bewusst daran vorbeispazierst. Sobald sie das Lockmittel entdeckt hat, stürmst du darauf zu und schimpfst es.

Du kannst auch darauf herumtrampeln oder es mit einem Stock schlagen. Wichtig ist, dass der Hund erkennt, dass herumliegende Nahrung gefährlich und gemein ist.

Außerdem musst du darauf achten, dass sich die Schimpftirade bewusst gegen das Fressen und nicht gegen den Hund richtet.

Achtung

Solltest du einen sehr schreckhaften oder ängstlichen Hund haben, raten wir von dieser Option ab. Es kann sein, dass dein Liebling einen tiefen Schreck erfährt.

Vorsteher-Training

Hierbei lernst du deinem Hund, dass er dir einen Giftköder anzeigt.

Um diese Methode zu trainieren, legst du zuerst ein Leckerli auf den Boden. Dieses deckst du mit einer schweren Schüssel oder einem Sieb ab. Achte darauf, dass dein Hund die Beute riecht, aber sie nicht sofort erreichen kann.

Wenn er sie entdeckt, wird er sich ablegen oder Blickkontakt zu dir suchen. Genau dieses Verhalten wird dann von dir belohnt. Denn das ist die Reaktion, die dein Vierbeiner künftig zeigen soll, wenn er etwas Fremdes findet.

Schutz durch einen Maulkorb

Auch wenn es für viele Hundehalter völlig abwegig ist, ihrem pelzigen Freund einen Maulkorb anzulegen, kann er überlebenswichtig sein.

Bei der Benutzung musst du darauf achten, dass der Maulkorb gut sitzt und dem Hund nicht unangenehm zu tragen ist. Außerdem solltest du berücksichtigen, dass deine Fellnase den Giftköder nicht durch den Maulkorb erreicht.

Zudem sollte dein Liebling trotz des Beißkorbs abhecheln können, um besonders an heißen Tagen seine Körpertemperatur zu regulieren. Achte daher darauf, für welches Modell du dich während eines Spazierganges entscheidest, denn nicht alle sind dafür geeignet.

Fazit

Es kann eine große Gefahr sein, wenn dein Hund alles frisst, was er findet. Wie auch in allen anderen Fällen in der Hundeerziehung gibt es auch hier keine richtige Lösung, denn jeder Hund ist ander.s

Egal, ob Labrador, Dackel oder Schäferhund, wichtig ist, dass du geduldig mit deinem Liebling bist. Denn mit viel Geduld und Verständnis kommst du mit Sicherheit ans Ziel.

Solltest du in manchen Dingen unsicher sein, rate ich dir unsere Hundeerziehungsbibel.

So kannst du bald wieder ohne Sorge mit deinem Fellfreund spazieren gehen.

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