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Jasmin So

Jasmin So

Hund hat Zecke gefressen? Mögliche Folgen & was zu tun ist

Dass Zecken für Hunde gefährlich werden können, ist wohl jedem Hundehalter bewusst. 

Von den meisten Hundehaltern wird in der Zeckensaison deshalb ein großes Augenmerk auf eine gute Anti-Zecken-Prophylaxe gelegt.

Sei es durch Spot-Ons, Anti-Zeckenhalsbänder oder mithilfe homöopathischer Mittel. 

Diese Hilfen hindern die Zecken daran, sich am Hund festzubeißen oder stoppen das Saugen.

Doch beinahe niemand weiß, dass Zecken auch eine tödliche Gefahr bringen, wenn sie von einem Hund gefressen werden. 

Welche Krankheit hier gemeint ist und weitere wichtige Informationen erhältst du im folgenden Ratgeber. 

Mein Hund hat eine Zecke gefressen – Mögliche Folgen

hund wirkt müde und traurig

Dass Hunde Zecken fressen, ist leider gar nicht so selten. Besonders in der Zecken-Saison kann das öfters mal vorkommen.

Zecken halten sich mit Vorliebe in einer warmen und feuchten Umgebung auf und so kommt es oft vor, dass eine Zecke auf der Suche nach einem geeigneten Platz in den Hundemund krabbelt. 

Oftmals kommt es auch vor, dass der Hund zum Beispiel eine tote Maus frisst, an der eine Zecke haftet. 

So kann der Erreger, unbemerkt vom Menschen, vom Hund aufgenommen werden. 

Wird die Zecke heruntergeschluckt, gelangt sie durch die Speiseröhre in den Magen des Hundes.

Die Magensäure eines Hundes ist so stark, dass die Zecke umgehend getötet wird und die meisten Krankheitserreger wie Borreliose oder FSME eliminiert werden. 

Da Bakterien und Viren nur Schaden anrichten können, wenn sie in die Blutbahn des Hundes gelangen, besteht bei verschluckten Zecken keine Gefahr

Denn wie bereits erwähnt, sterben die Zecken durch die Magensäure, sodass der Hund als Folge an Borreliose oder FSME nicht erkranken kann. 

Schon gewusst?

Borreliose und FSME sind die meistverbreiteten Erkrankungen, welche bei Hunden nach Zeckenbissen auftreten.

Hepatozoonose

Ein dritter, jedoch weniger bekannter Krankheitserreger wird leider durch die Magensäure des Hundes nicht abgetötet: Der Auslöser der Hepatozoonose.

Durch die Darmwand gelangen die Erreger der Hepatozoonose in die Blutbahn des Hundes und können verschiedene Symptome hervorrufen. 

Das Gefährliche an Hepatozoonose ist, dass die Inkubationszeit 2 bis 4 Wochen beträgt. In dieser Zeit wird der Kontakt mit der Zecke oftmals bereits wieder vergessen. 

Wenn der Hund nach dieser langen Zeit Symptome wie Fieber, Blutarmut, Gewichtsverlust und geschwollene Lymphknoten aufweist, herrscht oft große Verunsicherung. 

Hepatozoonose ist nicht zu unterschätzen. Wird sie nicht behandelt, ist nicht auszuschließen, dass der Hund an der Folge eines Organversagens stirbt. 

Gut zu wissen

Hepatozoonose ist bei Tierschutzhunden, die aus dem Mittelmeerraum kommen, eine relativ weit verbreitete Erkrankung und gehört zu den sogenannten Reisekrankheiten/Mittelmeer-Erkrankungen.

Was kann ich tun, wenn mein Hund eine Zecke gefressen hat?

hund golden retriever beim tierarzt
Doctor looking at the pet closely

Vorweg: Das Fressen einer Zecke kann sich gefährlich auf deinen Hund auswirken, muss es aber nicht. 

Die meisten bei uns vorkommenden Zeckenarten tragen den Erreger der Hepatozoonose nicht in sich. Die einzige Zeckenart, in der der Erreger bis dato festgestellt wurde, ist die braune Auwaldzecke

Im Mittelmeerraum ist die Hepatozoonose dagegen sehr stark verbreitet. Planst du einen Urlaub in eines der hier liegenden Länder, solltest du die Parasitenprophylaxe nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Auch wenn Hepatozoonose eine furchtbare Erkrankung ist, solltest du dir nicht zu viele Sorgen machen, wenn dein Hund eine Zecke gefressen hat. Wenn dein Hund über ein gutes Immunsystem verfügt, hilft ihm dies bei einer Bekämpfung der Erreger.

Wenn du dich dennoch unwohl fühlst, da du genau weißt, dass dein Hund eine Zecke gefressen hat, die eventuell gefährlich für seine Gesundheit sein könnte, beobachte ihn gut.

Nach ca. zwei Wochen kannst du bei deinem Tierarzt mithilfe einer Blutuntersuchung sowie einer Gewebeprobe feststellen, ob sich dein Hund mit Hepatozoonose infiziert hat. 

Gut zu wissen:

Auch im Mittelmeerraum gibt es Tierärzte. Und diese kennen sich gerade mit den hier verbreiteten Krankheiten sehr gut aus.

Also gehe im Zweifel gleich zu einer ansässigen Tierklinik – schaden kann es in keinem Fall (und in der Regel sind die Kosten auch deutlich niedriger als in Deutschland).

Bitte behalte zudem diese Info im Hinterkopf: Bei einem mit Hepatozoonose infizierten Hund besteht immer die Möglichkeit, dass die Krankheit nie ausbricht.

In welchen Ländern ist die Hepatozoonose vertreten?

Hepatozoonose ist mehrheitlich in südlichen Ländern, Afrika und Asien vertreten. Planst du mit deinem Hund einen Urlaub in diese Gebiete, rate ich dir, dich von deinem Tierarzt eingehend über die Prävention von Mittelmeerkrankheiten beraten zu lassen. 

Wo ist in Deutschland ein Risikogebiet?

In Deutschland ist aktuell nur die Lüneburger Heide als Risikogebiet bekannt, da dort vermehrt Füchse mit dem Erreger gefunden wurden.

Des Weiteren hört man immer vermehrt von Parasiten, welche sich mittlerweile nicht nur im warmen Süden heimisch fühlen, sondern hier eingeschleppt wurden und sich ausbreiten.

Auf welche Symptome muss ich danach achten?

Hund im Hundebett

Die Symptome einer Hepatozoonose können schleichend oder akut auftreten. Je besser das Immunsystem des Hundes ist, desto besser ist die Prognose.

Die Symptome einer Hepatozoonose sind ohne genaue Untersuchungen beinahe nicht von anderen sogenannten Mittelmeerkrankheiten wie Babesien, Borrelien, Ehrlichien oder Anaplasmen zu unterscheiden. 

All diese Erkrankungen können jedoch auch zusammen mit einer Hepatozoonose auftreten. 

Folgende Symptome können auf eine Hepatozoonose hinweisen:

  • Fieberschübe
  • Muskelschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Schwellungen der Lymphknoten
  • Appetitlosigkeit
  • Lahmheit

Oftmals fällt als Erstes auf, dass sich der Hund deutlich weniger bewegt, als gewohnt.

Hepatozoonose führt zu Muskelentzündungen, was für den Hund sehr schmerzhaft ist. Durch das vermehrte Liegen und die verminderte Bewegung versucht der Hund, den Schmerzen zu entgehen. 

Durch die reduzierte Bewegung folgt unweigerlich ein Abbau der Muskeln. Es wird auch berichtet, dass Hunde mit epilepsieartigen Anfällen auf den Muskelschwund reagieren.

Erbrechen und Durchfall sind ebenfalls häufig vorkommende Symptome. Oftmals kommt es auch zu blutigen Durchfällen, was die Diagnose wiederum schwieriger macht. 

Einige andere Krankheiten haben auch blutigen Durchfall als Symptom, wie zum Beispiel die Parvovirose

Durch die Schmerzen, den Muskelverlust und die Magen-Darm-Probleme wirkt der Hund nach einiger Zeit schwach, lethargisch und vollkommen lustlos

Akute, teils sehr hohe Fieberschübe setzen dem geschwächten Hundekörper zusätzlich zu. 

Betroffene Tiere leiden teilweise auch zusätzlich unter Nasen– und Augenausfluss. Durch die ebenfalls auftretende Blutarmut verblassen die Schleimhäute.

Zusätzlich zu den genannten Symptomen können viele weitere Anzeichen auftreten. Da der Erreger die weißen Blutkörperchen angreift, können alle Organe gefährdet werden. Denn das Immunsystem klappt dadurch quasi zusammen.

Hunde, welche an einer unbehandelten Hepatozoonose sterben, tun dies meist als Folge eines solchen Organversagens.

Ist Hepatozoonose übertragbar auf Menschen?

Nein. Die Erreger können nicht auf den Menschen übertragen werden. 

Auch eine Übertragung auf einen anderen Hund ist eher unwahrscheinlich. Aber: Eine infizierte Mutter kann die Erreger auf ihre Welpen übertragen.

Wann sollte ich zum Tierarzt?

Ist dein Hund nur in der „Zuhause“-Region unterwegs, kommt es sehr selten vor, dass er eine infizierte Zecke frisst. Hast du jedoch Bedenken und Befürchtungen, ist ein Gespräch mit deinem Tierarzt immer eine gute Lösung.

Hast du jedoch einen Hund aus dem Tierschutz als neues Familienmitglied, rate ich dir, den Hund auf alle Mittelmeerkrankheiten, inklusive Hepatozoonose, testen zu lassen. 

Somit hast du Gewissheit und kannst dir und deinem Hund einen eventuellen langen Leidensweg ersparen.

Wie kann ich verhindern, dass mein Hund eine Zecke frisst und davon krank wird?

Die beste Prophylaxe, um zu verhindern, dass dein Hund in Kontakt mit einer Zecke kommt, ist ein guter Zeckenschutz. Dieser gewährleistet, dass sich Zecken nicht in die Nähe deiner Fellnase trauen.

Dass dein Hund eine Zecke frisst, kannst du leider nicht ganz verhindern. Eine Impfung, welche deinen Hund vor einer Hepatozoonose schützt, gibt es bedauerlicherweise aktuell nicht.

Fazit

Dass der Hund eine Zecke frisst, kommt vermutlich viel öfter vor, als manch ein Hundebesitzer denkt. Meist endet dies zum Glück für Hund und Herrchen ganz harmlos.

Jedoch kann das Fressen einer Zecke, welche den Krankheitserreger der Hepatozoonose in sich trägt, dafür sorgen, dass der Hund ernsthaft erkrankt.

Hat dein Hund auch schon eine Zecke gefressen? Oder hast du einen Tierschutzhund aus dem Süden und mit dem Thema Mittelmeerkrankheit Erfahrung? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar!

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