hund sabbert beim autofahren
Jesse Reimann

Jesse Reimann

Hund sabbert beim Autofahren: 5 Ursachen & Tipps vom Profi

Viele Hunde lieben es, im Auto zu fahren. Dein Hund gehört nicht dazu?

Er sabbert und speichelt beim Autofahren und hat sich gar im Auto schon erbrochen?

Die Ursachen können vielfältig sein.

Auf die häufigsten 5 und was du dagegen tun kannst, erklärt dir dieser Beitrag.

Kurz & Knapp: Warum sabbert mein Hund beim Autofahren?

Sabbert dein Hund beim Autofahren, ist das meist auf Angst, Stress oder Reisekrankheit zurückzuführen. Weitere Gründe können eine Dehydrierung, ein Hitzschlag oder starke Aufregung sein.

Diese Ursachen lassen sich in der Regel bei entsprechender Vorbereitung und etwas Wissen vorbeugen oder während der Fahrt abstellen. 

Bist du dir unsicher, ob das Sabbern vielleicht einen anderen Grund haben könnte? Buche bei Dr. Sam eine Videosprechstunde mit einem Tierarzt. Hier wirst du optimal beraten.

Inhaltsverzeichnis

5 Ursachen für das Sabbern beim Autofahren

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1. Reiseübelkeit / Reisekrankheit

Ähnlich wie beim Menschen handelt es sich bei der Reisekrankheit nicht um eine Erkrankung, vielmehr um eine körperliche Reaktion auf widersprüchliche Sinneseindrücke.

Wie auch bei uns, hat dein Hund sein Gleichgewichtsorgan im Ohr. Durch die schnelle Fahrt wird deinem Hund signalisiert, dass er sich schnell bewegt und gleichzeitig nimmt er wahr, dass im Auto selbst alles still steht.

Zu erkennen ist die Reiseübelkeit zumeist an starkem Sabbern. Oft hat er mit Übelkeit zu kämpfen. Das kann schlimmstenfalls auch dazu führen, dass dein Hund beim Autofahren erbricht.

Ein Schwindelgefühl ist ebenfalls typisch.

Weitere, auf Reisekrankheit zurückzuführende Symptome sind:

  • Häufiges oder ständiges Gähnen
  • Dein Hund scheint lustlos
  • Er leckt sich oft die Lippen und schmatzt
  • Vermehrte Speichelbildung
  • Häufiges Winseln oder Fiepen

Gerade Junghunde und Welpen sind hier häufig betroffen. Je nach Rasse und Sensibilität können die Symptome auch stark variieren.

Die folgenden Tipps können bereits vor und während der Fahrt helfen:

  • Dein Hund sollte einige Zeit vor dem Fahrtantritt möglichst nicht mehr gefüttert werden
  • Verzichte auf Snacks für den Hund während der Fahrt
  • Mache bei längeren Fahrten regelmäßige Pausen
  • Dein Hund sollte möglichst in Fahrtrichtung schauen
  • Alternativ gibt es auch Medikamente gegen Reiseübelkeit

Tipp:

Vermeide eine hektische und schnelle Fahrweise. Diese können die Beschwerden noch verstärken.

2. Angst und Stress

Hat dein Hund Angst oder er ist hohem Stress ausgesetzt, führt dieses ebenfalls zu einer vermehrten Speichelbildung und einem damit verbundenen sabbern. Besonders häufig kommt das bei Junghunden vor. 

Zurückzuführen ist das meist nicht auf das Auto, sondern den oftmals beengten Platz. Typische Angst- und Stressfaktoren können auch sein:

  • Ein geschlossener Kofferraum
  • Eine hektische und unruhige Fahrweise
  • Generell ein zu kleines Auto
  • Die Distanz zu dir oder anderen Bezugspersonen
  • Es ist vielleicht die erste Autofahrt oder dein Hund hat bestehende Traumas in Bezug auf das Autofahren
  • Eine zu hohe Temperatur im Fahrzeug

Außer dem Sabbern kannst du bei deinem Hund auch oft ein Zittern und das Einziehen der Rute beobachten.

Weitere Anzeichen auf Angst oder Stress sind:

  • Dein Hund ist allgemein unruhig und wechselt ständig den Platz
  • Er fiept und winselt
  • Er legt die Ohren nach hinten an
  • Starkes hecheln
  • Der Hund uriniert ins Auto

Die gefühlten Ängste deines Hundes lassen sich in der Regel abbauen bzw. ganz lösen. Hier hilft schrittweises Angewöhnen an Autofahrten. 

Gerade bei Hunden, die Autofahren mit schlechten Erfahrungen verbinden, weil sie sich vielleicht einmal schmerzhaft die Pfote eingeklemmt oder ähnliches haben, hilft es, die Fahrten mit etwas Positivem zu assoziieren. 

Anders als bei der Reisekrankheit helfen hier oft schon ein paar Leckerlis oder das Lieblingsspielzeug. Bei kleinen Hunden oder Welpen kann das eigene Körbchen oder die eigene Decke im Auto für eine vertraute Umgebung sorgen.

3. Dehydrierung

hund dehydrierung

Gerade im Sommer ist es in Fahrzeugen oft sehr heiß. Dein Hund streckt die Zunge heraus und beginnt stark zu hecheln. Der Flüssigkeitsbedarf deines Hundes steigt rapide an.

In Verbindung mit den folgenden Vorbelastungen führt das oft schnell zu einer Dehydrierung:

  • Dein Hund erbricht und hat Durchfall
  • Er hat Nierenprobleme
  • Der Hund hat Fieber oder einen Hitzschlag
  • Er leidet unter Diabetes

Neben hecheln und sabbern, teilweise mit Schaumbildung am Mund, erkennst du eine Dehydrierung an weiteren typischen Symptomen:

  • Ein erhöhter Puls
  • Trockenes Zahnfleisch
  • Antriebslosigkeit
  • Eingesunkene Augen
  • Sehr trockene Nase
  • Schwindel und Ohnmacht
  • Eine dunkle Urinfarbe

Abhilfe schafft das Anbieten von Wasser. Dieses kann auch mit etwas salzfreier Knochenbrühe angerührt werden. In akuten Fällen solltest du den nächsten Tierarzt aufsuchen.

4. Aufregung

Das Autofahren ist gerade für junge Hunde und Welpen, insbesondere bei den ersten Malen sehr aufregend. Sie befinden sich in einem Raum, der sich schneller bewegt als sie selbst laufen können.

Das ständige Motorengeräusch, und die Geräuschkulissen entgegenkommender Fahrzeuge und vieles mehr sorgt dafür, dass dein Hund kaum Zeit hat, alles aus dem Fenster zu beobachten. 

Diese Überflutung an Sinnesreizen sorgt zusätzlich für Aufregung und dein Hund schüttet enorme Hormon-Cocktails aus. Das Sabbern ist hier auf die Aufregung zurückzuführen. Er möchte zudem ständig im Auto umherlaufen und schnuppert neugierig herum.

Symptome wie Zittern oder Fiepen sind hier im Gegensatz zum Stress nicht zu beobachten.

Auch hier kannst du bereits vorbeugen oder deinen Hund einfach beruhigen:

  • Ein großer Spaziergang oder austoben vor der Fahrt macht ihn etwas “müder”
  • Eine vertraute Decke oder Kissen kann helfen die Aufregung einzudämmen
  • Ignoriere seine Aktivitäten im Auto.

Tipp:

Schenke deinem Hund nicht zu viel Aufmerksamkeit, er fühlt sich sonst in seinem Handeln bestätigt.

5. Hitzschlag

hund hiteschlag

Eine Erhöhung der Körpertemperatur deines Hundes bereits von 2 Grad reicht aus, dass es zu Hitzeschäden kommt.

Hunde kühlen sich dabei durch das Hecheln ab. Somit sind hecheln und damit verbundenes sabbern bei hohen Temperaturen neben einem hohen Puls die wichtigsten Symptome.

Um dem vorzubeugen, solltest du:

  • Die Klimaanlage kühler stellen
  • Die Fenster leicht geöffnet lassen bzw. vor Fahrtantritt die größte Hitze durch Öffnen aller Türen entweichen lassen
  • Regelmäßige Pausen an schattigen Plätzen
  • Abgedunkelte Fenster

Achtung!

Lasse den Hund niemals im Sommer im Auto, auch nicht für kurze Zeit.

Fazit

Wenn dein Hund beim Autofahren sabbert, kann das mehr oder weniger gefährliche Ursachen haben. Oftmals kannst du bereits vorbeugen oder während der Fahrt Abhilfe schaffen.

Sollte das Sabbern jedoch auch zu Hause oder bei anderen Aktivitäten vorkommen, können die Ursachen ganz anders begründet sein.

Dr. Sam ist daher jeden Tag 16 Stunden für dich erreichbar und verbindet dich ohne Wartezeit direkt mit einem Tierarzt. 

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