Der Boerboel - ein Listenhund
Jesse Reimann

Jesse Reimann

Ist der Boerboel ein Listenhund? Ein Hunde-Prof klärt auf!

Vielleicht hast Du schon einmal von sogenannten Listenhunden gehört. Diese Rassen gelten in vielen Bundesländern als “Kampfhunde”. Und zwar aufgrund einer vermeintlich höheren Aggressivität. 

Ist aber auch der Boerboel ein Listenhund, weil er eine hohe Beißkraft hat?

Dieser Frage gehen wir in unserem folgenden Ratgeber auf den Grund.

Inhaltsverzeichnis

Kurz & knapp: Ist der Boerboel ein Listenhund?

Boerboel Hund

Kurz & knapp lautet die Antwort darauf: Nein. Der südafrikanische Boerboel wird aktuell in keinem deutschen Bundesland als Listenhund geführt.

Gut zu wissen:

Listenhunde werden in Deutschland in drei Kategorien unterteilt. Kategorie 1 umfasst “gefährliche Hunderassen.

Kategorie 2 beinhaltet Rassen, die ein “potenzielle Gefahr” darstellen können. Kategorie 3 wiederum umfasst Hunderassen, die “40 cm Widerristhöhe und ein Gewicht von 20 kg und mehr” haben.

Da es sich beim Boerboel um eine Kreuzung mit einem Mastiff handelt, gilt: Hat es ein Bundesland darauf abgesehen, den Boerboel entsprechend zu charakterisieren, kann er unter Umständen als Listenhund geführt werden.

In welchen Bundesländern gilt der Boerboel als Listenhund?

Dennoch gibt es hier eine kleine Einschränkung – die sich allerdings nicht ausschließlich auf sogenannte Kampf- oder Listenhunde beziehen.

So gilt für Nordrhein-Westfalen: Hältst Du einen Hund, der mehr als 20 kg wiegt und eine Widerristhöhe von 40 cm und mehr hat, brauchst Du einen sogenannten Sachkundenachweis.

Schon gewusst?

Dieser Sachkundenachweis gilt unter anderem auch für einen Golden Retriever oder einen Labrador. Der Grund: Gewicht und Größe.

Auch, wenn der Boerboel nicht als Listenhund gilt: In der Schweiz, Dänemark und Frankreich gilt dieses Rasse als Kampfhund. Der Grund: Einige Vorkommnisse, die als gefährlich eingestuft wurden.

Gefährlich oder verschmust? – Der Charakter des Boerboel

Boerboel

Zunächst gilt: Kein Hund wird böse geboren – auch nicht der Boerboel. Leider liegt es an der Sozialisierung beziehungsweise Erziehung, wenn ein Hund zum Kampfhund wird.

Das kann rein theoretisch auch für einen Shi Tzu gelten – um es einmal überspitzt zu sagen. Denn eine gewisse Grundaggressivität hat nun einmal jeder Hund. Das ist unter anderem der Abstammung vom Wolf und anderen Wildhunden zuzuschreiben.

Wer es also darauf anlegt, diese Aggressivität zu „fördern“, hat schnell eine vierbeinige Kampfmaschine geschaffen – und das entgegen dem Naturell des Hundes.

Der Boerboel stammt aus Südafrika. Gezüchtet wurde er – ähnlich, wie der Rhodesian Ridgeback – um Jagd auf Raubtiere zu machen beziehungsweise die Farmen der Bauern vor diesen zu schützen.

Möglicherweise impliziert dies, dass diese Rasse in der Tat ein höheres Potenzial zu Aggression hat.

Doch auch hier gilt: Mit einer liebevollen und sehr konsequenten Erziehung ist auch der Boerboel kein von Natur aus böser und gefährlicher Hund. Wichtig ist, dass Du hier als starkes Alphatier auftrittst.

Denn der Boerboel hat nicht nur einen eigenen Kopf und einen starken Charakter. Er hat auch ein sehr ausgeprägtes Territorial- und Besitzverhalten.

Tatsächlich gilt die „Bauerndogge“ – so der deutsche Name – als sehr aufmerksam und anhänglich. Als Wachhund entgeht dem Boerboel so schnell nichts. Und hat er seine Familie erst einmal ins Herz geschlossen, wird der diese beschützen.

Natürlich solltest Du hier darauf achten, dass er es mit dem Beschützerinstinkt nicht übertreibt – und dieser dann vielleicht doch einmal gefährlich wird.

Interessant:

Der südafrikanische Hund wird lediglich von der Kennel Union of South Africa als Rasse anerkannt. Nicht aber von der FCI, der Fédération Cynologique Internationale.

 Ist der Boerboel als Familienhund geeignet?

Wer die Begriffe Kampfhund oder Listenhund hört, denkt wohl zunächst: Ach Du Schreck, diese Rassen kann ich nicht in eine Familie lassen! Denn: Kampfhunde fressen schließlich kleine Kinder.

Ja, auch das ist überspitzt – nur leider der Ruf, den die meisten Listenhunde nach wie vor genießen.

Dabei ist es Fakt, dass gerade diese Rassen echte Familienhunde sind. Denn hinter der vermeintlich rauen Schale versteckt sich ein sehr weicher Kern.

Das gilt auch für den Boerboel. Diese Rasse gilt als sehr treu, neigt nicht zu Nervosität und ist an sich auch nicht aggressiv.

Vor allem zu kleinen Kindern bauen diese Hunde eine sehr enge Beziehung auf. Das mag möglicherweise am ausgeprägten Schutztrieb dieser Rasse liegen. 

 Gut zu wissen:

Da an die Haltung des Boerboel spezielle Auflagen geknüpft sind, kann sich das auch auf die zu entrichtende Hundesteuer auswirken. Diese kann höher ausfallen, als bei anderen Hunderassen.

Fazit

Wie Du nun weißt, gilt der Boerboel in Deutschland aktuell nicht als Listenhund. Wir hoffen natürlich, dass dies auch weiterhin so bleibt. Leider haben wir dies nicht in der Hand. 

Denn es gibt nun einmal Menschen, denen es Freude bereitet, Hunde zu Kampfmaschinen zu erziehen. Dass dies vor allem bei Rassen „klappt“, die von Natur aus einen starken Schutzinstinkt haben, ist ein weiterer trauriger Faktor. 

Als Wachhund gezüchtet, ist damit auch die südafrikanische Bauerndogge prädestiniert, das Schicksal anderer Listenhunde zu teilen.

Hast Du vielleicht selber einen Boerboel? Welche Erfahrungen hast Du mit der Rasse und der Wahrnehmung durch andere Menschen schon gemacht? Teile diese gerne mit uns in den Kommentaren.

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