Cushing-Syndrom beim Hund
Jesse Reimann

Jesse Reimann

Hund mit Cushing-Syndrom einschläfern? Ein Profi klärt auf!

Obwohl Hunde mit dem Cushing-Syndrom leicht zu behandeln sind, wenn es früh genug diagnostiziert wurde, kann es vorkommen, dass du deinen Hund wegen des Cushing-Syndroms einschläfern musst. 

Wann es Zeit wird, seinen Hund mit Cushing-Syndrom einschläfern zu lassen, ist nie eine einfache Entscheidung.

Aus diesem Grunde habe ich diesen Artikel geschrieben. Nicht, um dir deine Entscheidung abzunehmen, sondern um etwas Licht ins Dunkle zu bringen. 

Inhaltsverzeichnis

Kurz & knapp: Wann sollte ich meinen Hund beim Cushing-Syndrom einschläfern?

Hund Cushing-Syndrom

Die Cushing-Krankheit ist an sich kein direktes Todesurteil für den Hund und lässt sich mit täglichen Medikamenten relativ gut behandeln.

Beantworte die folgenden Fragen aus der Sicht deines Hundes: 

  1. Dein Hund hat mehr schlechte als gute Tage
  2. Dein Hund erbricht oder hat andauernd Durchfall
  3. Dein Hund hat chronische Schmerzen
  4. Dein Hund zeigt keine Lebensfreude mehr / seine Lebensqualität leidet massiv
  5. Dein Hund hat seinen Abgang von Urin und Stuhl nicht mehr unter Kontrolle

All diese Fragen haben mit der Lebensqualität des Hundes zu tun. Können die meisten Fragen positiv für den Hund ausfallen, ist die Zeit noch nicht gekommen.

Werden die Fragen jedoch vorwiegend negativ aus der Sicht des Hundes beantwortet, bedeutet dies eine enorme Verschlechterung der Lebensqualität und man sollte sich mit den Gedanken vertraut machen, ob man seinem Hund so ein Leben bieten möchte.

Wie lange kann ein Hund mit dem Cushing-Syndrom leben?

Die meisten Hunde können nach der Diagnose Morbus-Cushing noch jahrelang leben. 

Ohne Behandlung

Leider lässt sich die genau Lebenserwartung mit dem Cushing-Syndrom ohne Behandlung nicht genau hervorsagen. Jedoch wird allgemein mit einer Lebenserwartung von durchschnittlich 30 Monaten gerechnet.

Mit Behandlung

Das durchschnittliche Alter der betroffenen Hunde ist 10 Jahre.

Hunde, welche eine medikamentöse Behandlung gegen das Cushing-Syndrom erhalten, können dadurch dennoch ein stolzes Alter erreichen und büßen keine Lebensqualität ein. 

Was macht der Tierarzt?

Hund beim Tierarzt auf dem Tisch

Bestehen bei deinem Hund Symptome wie Zittern, Juckreiz, vermehrtes und starkes Hecheln, Blutungen in den Augen und rasches Ermüden, besteht ein Verdacht auf Cushing. 

Besteht ein Verdacht auf ein Cushing-Syndrom werden vom behandelnden Tierarzt zur Diagnosestellung Blutuntersuchungen, ein Ultraschall von der Bauchregion sowie ein CH/MRT vorgenommen. 

Hat sich die Diagnose bestätigt, können 3 verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Erwägung gezogen werden:

  • Chirurgische Entfernung der Nebenniere
  • Medikamentöse Behandlung
  • Bestrahlung

Solange der Tumor an der Nebenniere noch keine Metastasen gebildet hat, kann er unkompliziert und ohne Folgebehandlung entfernt werden. 

In Deutschland ist aktuell ein Medikament zur Behandlung des Cushing-Syndroms zugelassen. Vetoryl (Wirkstoff Trilostan) wird in Kapseln verabreicht. 

Das Medikament muss täglich, ein Leben lang gegeben werden. Regelmäßige Bluttests sind vonnöten, um allzeit die richtige Dosis zu gewährleisten. 

Wie kann ich meinem Hund helfen?

Zusätzlich zur medizinischen Therapie kannst du einen Hund auch mit Kräutern begleiten und unterstützend behandeln.

Dies sollte jedoch nur in gemeinsamer Abklärung mit deinem Arzt und Therapeuten durchgeführt werden.

Stoffwechsel unterstützen

Durch Kräuter und eine ausgewogene Ernährung, gutes Futter sowie eine gezielte Supplementierung von Mineralien und Vitaminen kannst du den Stoffwechsel deines Hundes gezielt unterstützen, sowie seine Abwehrkräfte steigern. 

Cushing-Syndrom im Endstadium – Symptome

Wenn dein Hund das Endstadium beim Cushing-Syndrom erreicht, zeigen sich meist folgende Stadien:

  • schwere Lethargie
  • Vermehrtes Wasserlassen
  • Vermehrtes Durstgefühl
  • Depression
  • starke Gewichtsabnahme
  • wirkt aufgebläht

Erfahrungsberichte über das Cushingsyndrom von anderen Hundebesitzern

Am interessantesten sind jedoch meist die Erfahrungen anderer Hundebesitzer. 

Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Damit du dich nicht stundenlang dich diverse Foren wühlen musst, habe ich die hier einige Erfahrungsberichte von anderen Hundehaltern zusammengefasst. 

“Nach Einname der Medis wurde er auch ganz und gar teilnahmslos und schlief nur noch. Man hatte nicht den Eindruck, als würde sich etwas zu positiven ändern.

Lediglich die Symptome Wasser lassen und Hautprobleme ließen nach.

Wir entschieden uns, die Medis abzusetzen und völlig unerwartet erholte sich der Hund wieder. 

Er lebte noch 2.5 Jahre und starb mit 15 ½ Jahren, jedoch nicht an Cushing”

“Meine Hündin hat seit einigen Jahren Cushing und wird mit Vertonyl behandelt. Ihr Leben hat seit der Behandlung deutlich an Qualität gewonnen. Sie war vor der Behandlung unter anderem lethargisch, jetzt schläft sie nur noch ihrem Alter angemessen viel.”

Fazit

Die Diagnose Cushing-Syndrom, welche in der Regel nur bei älteren Hunden gestellt wird, bedeutet nicht gleich ein Todesurteil.

Medikamentös gut eingestellt und unter regelmäßiger tierärztlicher Kontrolle können Hunde mit dieser Diagnose noch viele Jahre in guter Lebensqualität verbringen. 

Mit dem Thema Abschied und einschläfern muss sich leider jeder Tierhalter auseinandersetzten. Auch bei Cushing gilt, wenn dem Tier die Lebensqualität nicht mehr gewährleistet ist, sollte man sich Gedanken über das Thema einschläfern machen. 

Leidet dein Hund ebenfalls unter dem Cushing-Syndrom? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar!

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