hund beißt sich selbst
Jesse Reimann

Jesse Reimann

Hund beißt sich selbst: 7 Ursachen & Lösungsansätze (2022)

Gelegentliches Kratzen und Knabbern an sich selbst gehört zur normalen Fellpflege bei Hunden.

Wenn sich dein Hund vermehrt selbst beißt, kann das allerdings auf Parasitenbefall, Krankheiten, Schmerzen oder psychisches Unwohlsein hindeuten.

Wie du die Ursache definierst, was du selbst dagegen tun kannst und wann du zum Tierarzt gehen solltest, erfährst du hier.

Kurz & Knapp: Warum beißt mein Hund sich selbst?

Beißt sich dein Hund selbst, kann das körperliche oder mentale Ursachen haben.

Bei emotionalen Problemen wie Stress, Angst oder Aufmerksamkeit heischen hilft es, die Ursache zu identifizieren und zu beseitigen. 

Körperliche Ursachen sind meist an weiteren Schmerzsymptomen zu erkennen.

Ist die Haut stellenweise gerötet oder sogar wund, können Hautentzündungen, Allergien oder Parasiten der Auslöser sein.

Beißt der Hund sich selbst in die Beine, ist eine Gelenkerkrankung zu vermuten.

In einer Onlinesprechstunde bei Dr. Sam kann dir ein Tierarzt schnell und unkompliziert helfen, die Ursache zu bestimmen. Das spart dir Zeit und deinem Hund Schmerzen. 

Inhaltsverzeichnis

7 Ursachen, warum sich dein Hund selbst beißt

Um deinem Fellfreund zu helfen ist es wichtig, herauszufinden, aus welchem Grund dein Hund an sich selbst knabbert. 

Nur so kannst du gesundheitliche Probleme rechtzeitig erkennen und Verhaltensstörungen vorbeugen.

Es kann schwierig sein, die Ursache selbst herauszufinden. Bei Unsicherheit solltest du immer einen Tierarzt zurate ziehen.

Tipp:

Zähle einen Tag mit, wie häufig, wo und in welchen Situationen sich dein Hund selbst beißt. So können du und der Tierarzt die Ursache schneller eingrenzen.

1. Hautentzündung

Eine Entzündung der Haut kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden, beispielsweise durch Bakterien, Wurmbefall, Pilzinfektionen oder Schilddrüsenprobleme

Trockene oder entzündete Haut löst einen starken Juckreiz aus, den dein Hund zu lindern versucht, indem er sich selbst beißt. 

Weitere Symptome:

  • Gerötete Haut oder Ausschlag
  • Schuppenbildung 
  • Punktueller Haarausfall
  • Ständiges Kratzen derselben Stelle
  • Krustige Hautflecken
  • Berührungsempfindlichkeit

Je nach Ursache erfolgt die Behandlung, meistens werden entzündungshemmende Medikamente und Antibiotika verabreicht. 

Für trockener Haut gibt auch Cremes oder Nahrungsergänzungsmittel, die den Juckreiz mindern sollen. Lass dich vom Tierarzt beraten, welche davon wirklich helfen.

2. Allergien

Hunde können genauso wie Menschen auf alles Mögliche allergisch reagieren – z.B. auf Pollen und Gräser, Hausstaubmilben, Schimmel oder Nahrungsmittel.

Die Allergie kann einen starken Juckreiz auslösen, weshalb sich dein Hund selbst beißt.

Weitere Symptome: 

  • Kratzen
  • Husten und Niesen
  • Laufende und tropfende Nase
  • Hautausschlag
  • Durchfall und Erbrechen
  • Atemprobleme

Um die Symptome zu lindern und die Resilienz zu erhöhen, kann der Tierarzt Antihistaminika verschreiben.

Beim Verdacht auf eine Futtermittelallergie kann eine Ausschlussdiät verordnet werden, um den Auslöser zu finden. 

3. Parasiten

Flöhe, Milben oder Zecken fühlen sich auf unseren Hunden wohl. 

Die Bisse der Parasiten können einen starken Juckreiz verursachen und deinen Hund dazu animieren, sich selbst zu beißen.

Zecken und Flöhe kannst du mit bloßem Auge erkennen, Milben nicht.

Weitere Symptome bei Parasitenbefall:

  • Kleine rote Pickel auf der Haut
  • Ständiges Kratzen mit den Pfoten
  • Beißen in den eigenen Schwanz
  • Schwarze Punkte auf der Haut

Zecken kannst du selbst mit einer Zeckenzange entfernen. 

Bei Flohbefall oder dem Verdacht auf Milben gibt es Spot-On-Präparate für den Hund, welche die Parasiten abhalten. 

Der Tierarzt verschreibt auch eine Tablette, welche die Parasiten absterben lässt, sobald sie beißen.

Achtung!

Zusätzlich solltest du deine Wohnung mit Umgebungsspray gegen Parasiten behandeln. Achte darauf, dass das Spray entwicklungshemmend wirkt, damit die Larvenentwicklung gestoppt wird – ansonsten hast du vier Wochen später wieder ein Flohproblem.

4. Arthritis

Wenn sich Gelenke chronisch entzünden, spricht man von Arthritis. 

Der Hund knabbert an seinen Beinen und Gelenken, da sie schmerzen.

Meist wird diese erst bei älteren Hunden bemerkt. 

Weitere Symptome:

  • steifer Gang, Humpeln und Hinken
  • Schwellung und Rötung der Gelenke
  • Abneigung vor Treppen, Vermeidung von Sprüngen
  • Berührungsempfindliche Gelenke
  • Ungewöhnlich langsamer Laufstil

Für Arthritis und Arthrose gibt es derzeit keine Heilung. Mit Psychotherapie und Medikamenten können die Schmerzen minimiert werden. 

5. Gelenkerkrankung

Bei einer Ellenbogen- oder Hüftdysplasien verursacht eine genetisch bedingten Fehlbildung der Gelenke dem Hund Schmerzen.

Weitere Symptome:

  • schaukelnder Gang
  • „Kaninchenhoppeln“ beim schnelleren Laufen (Hund stößt sich mit beiden Hinterbeinen gleichzeitig ab)
  • Rücken ist verspannt und Muskeln verhärtet
  • Hund leckt oder knabbert im Bereich der Hüfte
  • Probleme beim Hinlegen oder Aufstehen
  • Hund ermüdet viel schneller
  • Hund möchte nicht mehr lange Gassi gehen
  • X-Bein-Stellung der Hinterbeine

Bei einer gering ausgeprägten Dysplasie kann dem Hund mit psychotherapeutischen Maßnahmen geholfen werden. Bei stärkerer Ausprägung muss er operiert werden.

Gut zu Wissen:

Größere Hunde und bestimmte Rassen haben eine erhöhte Anfälligkeit dafür, z.B. Deutsche Schäferhunde, Rottweiler, Boxer, Golden Retriever, Berner Sennenhund und der Labrador Retriever.

6. Emotionale Probleme

Hunde sind sensible Lebewesen und reagieren körperlich auf Stress und Angst. Ein Hund, der sich selbst aus Nervosität ins Bein beißt, lässt sich mit einem Menschen vergleichen, der an den Fingernägeln kaut. 

Angst und Stress können z.B. durch Gewalt in der Erziehung, lauten oder ungewohnten Lärm, Trennungsangst oder Einsamkeit verursacht werden.

Auch eine mangelnde Sozialisierung als Welpe kann sich beim erwachsenen Hund auf erhöhte Anfälligkeit für Stress und Angst auswirken.

Weitere Symptome:

  • unruhiges Umherstreifen
  • zerstörerisches Verhalten (z.B. Zerstörung des eigenen Körbchens)
  • Antriebslosigkeit
  • plötzliche Aggressivität
  • Dauerbellen
  • ungewöhnliche Sturheit

Finde zunächst die Ursache für die negativen Emotionen deines Hundes heraus. Dann kannst du sie beseitigen und deinem Hund zu Ruhe und Sicherheit verhelfen.

7. Aufmerksamkeit

Welpen betteln ständig um Aufmerksamkeit – das ist ein wichtiger Überlebensmechanismus und darum völlig normal.  

Auch erwachsene Hunde buhlen um deine Aufmerksamkeit und merken sich, womit sie Erfolg haben.

Wenn sich dein Welpe in die Hinterläufe beißt und du ihn dann unterbrichst oder tadelst, merkt er sich das als Erfolgsmethode und wiederholt das Verhalten.

Weitere Symptome:

Wenn dein Hund vermehrt Aufmerksamkeit einfordert, ist ihm vermutlich langweilig.

Beschäftige dich mit deinem Hund. Verstecke Leckerlis und lasse sie suchen oder trainiere ein paar Tricks. Das lastet ihn mental aus und stärkt nebenbei eure Bindung.

Für die körperliche Auslastung bieten – neben längeren Spaziergängen – auch Spieledates mit anderen Vierbeinern eine Abwechslung.

Tipp:

Wenn du deinen Hund eine Stunde kognitiv forderst, macht ihn das zufriedener als drei Stunden Spaziergang ohne Interaktion und Aufgabe.

Welpe beißt sich selbst

Welpen erkunden alles mit dem Mund – auch sich selbst. Wenn sich dein Welpe ein paar Mal in die Pfote beißt, ist das noch kein Grund zur Panik.

Du solltest die Pfote oder betroffene Körperstelle aber auf jeden Fall genauer ansehen. Vielleicht entdeckst du eine Verletzung oder eine andere Irritation. 

Knabbert dein Welpe häufiger an sich selbst, gilt es auch hier verschiedene Ursachen zu prüfen. 

Gut zu Wissen:

Wenn dein Welpe übermüdet ist oder sehr erregt, lässt er die aufgestaute Energie eventuell ab, indem er sich selbst beißt. Lege ihn auf seinen Platz und gib ihm etwas Tolles zu kauen, das beruhigt ihn.

Welpe im Zahnwechsel

Im Zahnwechsel hat der Welpe ein gesteigertes Bedürfnis zu kauen.

Wenn ihn das Zahnfleisch juckt und er keine Alternative hat, kann es durchaus sein, dass dein Welpe an sich selbst knabbert.

Biete ihm ein Kauspielzeug als Alternative an, damit er sich selbst und deine Möbel schont.

Hund beißt sich ins Bein

hund beißt sich in die rute

Beißt sich dein Hund in die Hinterläufe, beobachte, ob er immer die gleiche Stelle zwickt. Das kann ein Anzeichen für Gelenkerkrankungen sein.

Die Gefahr besteht, dass sich das Verhalten einschleicht und nicht mehr als unnormal bemerkt wird – “der hat das doch schon immer gemacht”. 

Gelenkerkrankungen wie Arthritis oder Ellenbogen-/Hüftdysplasien sollten früh erkannt werden, damit die Schmerzen und die Ausbreitung verringert werden können.

Wann solltest du zum Tierarzt, wenn dein Hund sich selbst beißt?

Wenn die Haut deines Hundes sichtbar irritiert ist oder sich dein Hund sogar blutig beißt, solltest du zeitnah einen Tierarzt aufsuchen.

Auch wenn du die Ursache nicht eindeutig bestimmen oder nicht selbst beseitigen kannst, brauchst du den Rat eines Tierarztes.

Du kannst ihn dir bequem und schnell bei Dr. Sam einholen, indem du noch am selben Tag eine Online-Sprechstunde vereinbarst.

Was du für deinen Hund jetzt tun kannst

Hunde Kauspielzeug

Wenn sich dein Hund selbst beißt, biete ihm eine Alternative wie ein Kauholz, Kauspielzeug oder getrocknete Rinderkopfhaut an. 

Auch wenn er keine Langeweile, sondern Schmerzen hat, kann ihm das helfen – denn Kauen beruhigt.

Offene Wunden solltest du desinfizieren. 

Je eher du zum Tierarzt gehst, desto besser. Wenn die Ursache chronisch wird, dauert die Behandlung länger.

Wie kannst du vermeiden, dass dein Hund sich selbst beißt?

hund knabbert an pfoten

Wenn der Hund an Schmerzen leidet oder Stress hat, ist es keine Lösung, ihn mit einem Abbruchsignal davon abzuhalten, sich selbst zu beißen.

Am Wichtigsten ist es also, die Ursache für sein Verhalten herauszufinden.

Erst dann ist klar, wie du vermeiden kannst, dass dein Hund an sich selbst knabbert. 

Fazit

Wenn dein Hund sich selbst beißt, kann das sowohl mentale als körperliche Ursachen haben.

Häufig liegt es an einem starken Juckreiz, der durch Entzündungen der Haut, Allergien oder Parasiten verursacht wird.

Der Verdacht auf Gelenkerkrankungen liegt nahe, wenn dein Hund sich in die Hinterläufe oder Gelenke beißt.

Auch Stress, Angst oder Langeweile können deinen Hund veranlassen, sich selbst zu beißen. 

Da die Ursachen für Selbstverletzung vielseitig sind, ist es ratsam, einen Tierarzt zu befragen.

Dr. Sam steht rund um die Uhr online zur Verfügung und kann dir bequem per Videosprechstunde eine Diagnose stellen, damit dein Hund schnell von seinen Schmerzen befreit wird.

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