Schweißhunderassen
Jesse Reimann

Jesse Reimann

4 Außergewöhnliche Schweißhunderassen (Mit Bildern)

Schweißhunde haben nichts mit Schwitzen zu tun, sondern es handelt sich dabei um Jagdhunde, die verletztem Wild nachstellen. Historisch hießen sie auch Bracke.

Artgerechte Haltung ist für sie ein Leben mit einer Aufgabe, die ihren Anlagen entspricht. Daher geben Züchter sie normalerweise nur in die Obhut von Jägern.

Da bleibt nur, die Schönheit dieser Hunde zu bewundern. Besonders Nr. 4 ist doch ein echter Hingucker!

1. Hannoverscher Schweißhund

Hannoverscher Schweißhund

Der Hannoversche Schweißhund ist ein europäisches Produkt: Er stammt von deutschen Bracken, skandinavischen Bluthunden und dem französischen Hubertushund ab.

Diese drei Rassen werden zwar ähnlich eingesetzt, unterscheiden sich aber äußerlich und charakterlich durchaus. Auch jagen sie unterschiedlich große Tiere.

Das Ergebnis der Kreuzung ist bemerkenswert, denn der Hannoversche Schweißhund hat alle guten Eigenschaften geerbt.

Er ist ein ruhiger, sehr gelassener und konzentrierter Jagdhund, der eher zurückhaltend agiert und sich sehr auf seine Führperson fokussiert. 

Man meint das auch in seinem Gesicht ablesen zu können: Durch die Fellzeichnung und Augenmuskeln scheint er einen sehr nachdenklich, ernsten Gesichtsausdruck zu tragen.

Seine Geschichte ist tief mit seiner Region verbunden, denn schon bei den Germanen hatten seine direkten Vorfahren einen hohen Stellenwert.

Dort setzte man ihn auch nicht nur für die Wildjagd ein, sondern als waschechter Polizeihund in der Verbrecherjagd.

Ein überlieferter germanischer Text besagt sogar, dass der Kauf eines solchen Hundes bei den Germanen teurer war als der eines Pferdes.

Der Hannoversche Schweißhund ist definitiv kein Alltagshund, sondern benötigt unbedingt eine Aufgabe. Das kann abgesehen von der Jagd aber auch der Einsatz als Rettungshund sein.

2. Bayerischer Gebirgsschweißhund

Bayerischer Gebirgsschweißhund

Der Bayrische Gebirgsschweißhund ist eine Zucht aus dem Hannoverschen Schweißhund, die in etwa Ende des 19. Jahrhunderts begann.

Ziel der Zucht war die Anpassung des Hundes an die bayrischen Berge, weswegen sie leichter und wendiger sind. 

Dafür kreuzte man die einheimischen Jagdhunde, die keiner bekannten Zuchtlinie folgten, ein, allen voran die Tiroler Bracken.

Auch ihr Fell ist an die bayrische Waldumgebung angepasst: Sie treten in allen möglichen Brauntönen auf, mit dunklem Rücken und dunklen Hängeohren.

Seriöse Züchter geben sie ausschließlich in schweißhundführende Jägerhaushalte ab, da nur diese ihnen gerecht werden können. 

Dort sind sie aber auch sehr liebevolle Familienhunde, die nach Feierabend anhänglich werden und mit allen Familienmitgliedern gleichzeitig kuscheln wollen. 

Bemerkenswert ist die Zuchtethik für diese Rasse: Die Nachkommenzahl für Hündinnen ist begrenzt, zudem darf ausschließlich mit Hunden gezüchtet werden, die frei von jeden Erbkrankheiten sind und diverse Leistungsprüfungen absolviert haben. 

3. Alpenländische Dachsbracke

Alpenländische Dachsbracke

Die Alpenländische Dachsbracke kommt in Dackelgröße daher. Sie unterscheiden sich von diesen aber vor allem durch ihren muskulöseren Körperbau.

In fast allen Alpenregionen kamen regionale Vertreter dieser Art vor, die man schlussendlich im Erzgebirge in einer Zucht zusammenführte. 

Auch sie werden ausschließlich an Jägerhaushalte abgegeben, um eine artgerechte Haltung zu gewährleisten.

Alpenländische Dachsbracken sind die einzigen Schweißhunde, die bei der Jagd bellen. 

Diese Art des Jagdbellens unterscheidet sich deutlich vom üblichen Laut des Gebells. Man spricht dann von einem fährtenlaut oder spurlaut jagenden Hund.

Körperlich sind die Schweißhunde sehr robust, gesund und für jedes Wetter gewappnet

Fellpflege ist für sie Schicki-Micki für Schoßhunde: Dreck fällt ab und nasses Fell trocknet von selbst. Mehr als gelegentliches Bürsten brauchen – und wollen – sie daher nicht.

Ihr Charakter folgt dem nach, sie gelten als unerschrocken und risikobereit. Trotz ihres Ehrgeizes werden sie nicht übermütig und bleiben stets Herr der Lage. 

4. Plott Hound

Der amerikanische Plott Hound ist der Nationalhund von North Carolina. Außerhalb der USA sind sie allerdings nahezu unbekannt und auch von der FCI nicht als Schweißhunde anerkannt.

Im Gegensatz zu vielen anderen amerikanischen Hunden, die aus einer Vielzahl europäischer Vorfahren schöpfen, sind sie von Anfang an bewusst gezüchtet worden.

Die Familie Plott brachte Mitte des 18. Jahrhunderts deutsche Jagdhunde in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten mit. 

Sie legten von Anfang an Wert auf eine klare Zuchtlinie ihrer Hunde und gaben ihnen auch ihre Namen.

Der Einsatz bei der Jagd war breit gefächert: Plott Hounds setzte man auf Bären, Pumas und wilde Schweine an, aber auch auf Waschbären, Dachse und Füchse.

Ihr großer Pluspunkt ist ihre Ausdauer. Sie sind keine sprintenden Hetzjäger, legen aber beinahe unermüdlich kilometerweite Strecken hinter sich.

Die Fellfarbe des Plott Hound ist immer schwarz oder gestromt, was sie von den meist eher rotbraun bis dunkelbraunen anderen Jagdhunden unterscheidet. 

Auch sind sie mit bis zu 65 cm wesentlich größer als die drei anderen Schweißhunde, tragen aber dank ihres schlanken Körperbaus nicht mehr Gewicht als ihre deutschen Geschwister.

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