welpe vom bauernhof
Jesse Reimann

Jesse Reimann

Welpe vom Bauernhof Ja oder Nein? Vor- und Nachteile erklärt

Ein Welpe muss nicht unbedingt immer ein Rassehund sein und demnach von einem Züchter stammen. Vielfach kann es auch Sinn machen, den kleinen Racker von einem anderen Ort zu dir nach Hause zu holen. 

Möglich ist auch ein Welpe vom Bauernhof. Die Vor- und Nachteile dieser Entscheidung legen wir für dich im folgenden Ratgeber dar.

Inhaltsverzeichnis

Nachteile eines Welpen vom Bauernhof

Welpe auf einem Bauernhof

Natürlich wirst du zunächst denken: Ein Welpe vom Bauernhof ist eine tolle Idee. Schließlich stellst du damit sicher, dass der kleine Hund ein neues Zuhause bekommt – und zwar ohne, dass du den Weg über den Züchter nimmst.

Denn: Ein Züchter nimmt selbstverständlich Geld für die kleinen Fellnasen. Ein Bauer aber in der Regel eher selten.

Dennoch solltest du die Nachteile nicht unterschätzen, die ein Welpe von einem Bauernhof mit sich bringen kann.

Jedoch sind Hunde vom Bauernhof nicht immer umsonst. Verlangt der Bauer einen kleinen Obolus für korrekte Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen, sind diese ein gutes Zeichen, dass du einen gesunden Welpen mit nach Hause bringst. 

Fehlende Sozialisierung

Die folgende Aussage sollte bitte nicht als Pauschalisierung gesehen werden. Hunde vom Bauernhof sind möglicherweise ein wenig wilder, als ein Rassehund aus einer Zucht.

Das heißt: Die Sozialisierung durch die Hundemama findet zwar statt. Nicht zwangsläufig ist das aber auch für die Sozialisierung durch den Menschen gegeben.

Trennung von der Mutter erfolgt zu früh

Auch die zu früh erfolgte Trennung von der Mutter fällt unter die mangelnde Sozialisierung. Vielleicht war der Wurf besonders groß und die Welpen sollen schnellstmöglich ein neues Zuhause finden.

Demnach werden sie bereits vor der 8. Lebenswoche abgegeben. Das hat mehrere Nachteile. Zum einen ist der Kontakt zu Mutter und Geschwistern nicht mehr gegeben.

Zum anderen ist die körperliche Welpen-Entwicklung noch in den Kinderschuhen. Und diese kommt durch eine zu frühe Trennung von der Mutter ordentlich ins Wanken.

Schon gewusst?

Generell sollten Hundewelpen immer erst ab der 8. Lebenswoche abgegeben werden – niemals aber früher, sondern dann lieber später.

Parasiten und Krankheitserreger

Frische Luft ist immer gut und gesund. Allerdings birgt ein Aufenthalt in der freien Natur auch das ein oder andere Risiko: Parasiten.

Hofhunde sind diesen kleinen Biestern stärker ausgesetzt, als Zuchtwelpen. Wird hier nicht sehr genau auf Wurmkuren und Anti-Parasiten-Treatments geachtet, kann es sein, dass Dein Welpe mit Flöhen und Co. bei Dir einzieht.

Die Eingewöhnungsphase kann schwierig sein

Hunde auf einem Bauernhof können gewissermaßen den lieben langen Tag draußen herumlaufen und sich austoben.

Zieht ein Welpe vom Hof bei Dir ein, ist er dies natürlich gewohnt. Umso schlimmer für ihn, nun nicht nach Lust und Laune zu tun, wonach ihm der Sinn steht.

Das heißt: Ihn daran zu gewöhnen, zum Beispiel feste Gassigeh-Zeiten zu haben, wird zur Herausforderung. Das beinhaltet auch die Leinenführigkeit, die der Welpe nicht kennt.

Ein Welpe vom Bauernhof – Vorteile

Welpen auf einem Bauernhof

Nun haben wir Dir eine ganze Menge Nachteile genannt, die gegen den Einzug eines Welpen vom Bauernhof sprechen. Wie aber sieht es mit den Vorteilen aus? Diese gibt es natürlich auch.

Ein starkes Immunsystem

So sehr die freie Natur ihre Risiken birgt, so gut ist sie aber auch für Welpen. Denn: Täglich einer Pfütze oder Schlamm ausgesetzt zu sein, härtet ab.

Das heißt wiederum, dass das Immunsystem bereits im Welpenalter stabiler ist, als das bei Rassehunden oftmals der Fall ist.

Ein mutiger Welpe

Hunde vom Bauernhof bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Kein Wunder, sind sie doch meist draußen unterwegs und zudem in engem Kontakt zu anderen Tieren.

Ein Welpe vom Bauernhof tendiert demnach nicht dazu, Angst vor seinem eigenen Schatten zu haben, sondern hat ein kleines Löwenherz.

Ein geringeres Risiko von Erbkrankheiten

Rassehunde können den Nachteil haben, dass sie überzüchtet sind. Das wirkt sich vielfach auf die Gesundheit aus, Stichpunkt Erbkrankheiten.

Hunde, die auf einem Bauernhof geboren werden, müssen dagegen keine Rassestandards erfüllen. Sie sind also nicht überzüchtet.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Genetisch bedingte Krankheiten sind hier eher die Ausnahme und treten selten auf.

Welpe aus dem Tierheim als Alternative

Möchtest Du weder einen Welpen vom Bauernhof, noch einen Welpen vom Züchter, hast Du eine weitere Alternative. Du kannst die kleine Fellnase auch aus dem Tierheim zu Dir nach Hause holen.

Der Vorteil: Du gibst einem Hund ein Zuhause, den niemand mehr haben wollte. Gerade als Spätfolge der letzten Jahre finden leider immer mehr Vierbeiner ihren Weg dorthin.

Beachte hier, dass Welpen tendenziell mehr „Abnehmer“ finden, weil sie so niedlich sind. Hängt Dein Herz nicht unbedingt an einem kleinen Fellball, entscheide Dich gerne für einen ausgewachsenen Hund.

Welpen vom Züchter – Auf Nummer sicher? 

Möchtest Du auf Nummer sicher gehen, kann ein Züchter die richtige Wahl sein – oder? Diese Alternative hat ebenfalls Vor- und Nachteile.

Handelt es sich um einen seriösen VDH-Züchter, solltest Du auf jeden Fall einen gesunden Welpen erhalten.

Doch auch bei Züchtern gibt es schwarze Schafe. Diese achten nicht auf die Gesundheit der Tiere. Und zudem können niedrige Anschaffungskosten langfristig sehr hohe „Nebenkosten“ bedeuten.

Fazit

Einen Welpen vom Bauernhof zu holen hat sowohl Vor- und Nachteile. Überlegst Du bereits seit längerem, dort nach Deinem neuen Mitbewohner zu schauen, behalte diese bitte im Hinterkopf. Was sich für Dich richtig anfühlt, musst letztlich Du entscheiden. Hauptsache, Dein Hund und Du haben ein glückliches gemeinsames Leben.

Hast Du bereits Erfahrungen mit einem Welpen vom Bauernhof gemacht? Dann teile diese gerne in unseren Kommentaren mit uns!

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6 Kommentare zu „Welpe vom Bauernhof Ja oder Nein? Vor- und Nachteile erklärt“

  1. Avatar

    Habe bereits den 2. Hund vom Bauernhof. Jeweils 1. Impfung, entwurmt und gechipt. Sehr liebes Wesen, super lieb zu Katzen und auch zu Kleinkindern. Sehr ausgeglichen und gesund! Abgabe auch erst ab der 10. Woche! Der Preis war angemessen, damit nicht unüberlegt ein Hund angeschaft wird.

    1. Avatar

      Ich bin ganz deiner Meinung. Denn man sieht ja wo sie aufgezogen werden und wenn man sich mit Hunden auskennt kann man auf sein Bauchgefühl vertrauen.

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    Ich habe mir nach dem Tod meines Mannes einen Welpen vom Bauernhof geholt. Das war der tollste Hund, den ich je hatte. Sie war sehr gelehrig,total loyal, anhänglich, aufmerksam und nur lieb. Sie passte auf, vertrug sich mit jedem Hund und war sehr liebevoll mit Kindern. Sie war einfach ein Traum. Leider musste ich sie im Mai über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Sie wurde 13 Jahre alt und fehlt mir furchtbar und überall. So einen Traumhund bekomme ich nie wieder.

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    Wir hatten Glück, wenn man von der Rasse Bernersenn-Mix absieht. War aber eigentlich klar. Super Familienhund, lieb und verschmust aber stur wie ein Maulesel 😂

  4. Avatar

    Nie mehr total unsozialisiert Angst vor allem sehr bissig beim anfassen keine chance ein halsband anzuziehen geschweige denn spazieren zu gehen haltung der welpen beim Bauern wie hühner im holzstall und das in der schweiz

    1. Avatar

      Ich habe meine Hunde grundsätzlich aus dem Tierschutz aber bei meiner vorletzten machte ich eine Ausnahme und landete auf einem Bauernhof. Die Hündin ist in mitten der Wohnung aufgewachsen und weil gerade meine Hündin die Lieblingshündin der Frau war war sie am Abhohltag nicht Zuhause weil sie es nicht übers Herz gebracht hätte. Ich habe nur gute Erfahrung mit meiner „Bauernhofhündin“. Kein Unterschied zu anderen Herkünften.

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