American Bulldog im Porträt
Inga

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American Bulldog im Rassen-Porträt (Mit Bildern)

Einigen Hunderassen eilt leider ein wenig schmeichelhafter Ruf voraus. 

Für diesen sind aber nicht sie verantwortlich, sondern „Menschen“, die sich daran ergötzen, aus Tieren Kampfmaschinen zu machen.

So auch beim American Bulldog, der vieles ist, aber kein aggressiver Hund.

Was es tatsächlich mit ihm auf sich hat, erfährst Du in unserem ausführlichen Rasseportrait.

American Bulldog Steckbrief

Größe Männlich: 50 bis 71 cm, weiblich: 50 bis 61 cm
GewichtMännlich: 30 bis 58 kg, weiblich: 27 bis 41 kg
FarbenWeiß, Stromung, Rot, Braun, Rehfarbe, Sandfarben, Creme
Lebenserwartung10 bis 15 Jahre
HerkunftUSA
Charakter/Temperamentselbstbewusst, freundlich, loyal, energisch, sanftmütig, dominant, durchsetzungsstark
FCI-Gruppenicht von der FCI anerkannt

Aussehen 

American Bulldog

Auf den ersten Blick erinnert der American Bulldog an einen Boxer. Das liegt vor allem am Kopf, der ebenso bullig und kantig erscheint, wie bei dieser Rasse.

Als körperlich starker Hund überrascht es nicht, dass der American Bulldog einen sehr kompakten und muskulösen Körperbau hat.

Allerdings gibt es bei aller Stärke und allen Muskeln hier keinen Körperteil, der zu stark ausgebildet erscheinen würde.

Tatsächlich erinnert dieser Hund an die Bulldogs – auch Bullenbeißer genannt – wie sie im 19. Jahrhundert aussahen.

Bei dieser Rasse gilt – obwohl es keinen einheitlichen Zuchtstandard gibt: Gesundheit und Lebensqualität sind wichtiger, als vermeintlich „schicke“ optische Merkmale.

Ein wichtiges optisches Merkmal gibt es dann aber doch – und das ist kein Resultat einer übertriebenen Zucht: Die dreieckigen Schlappohren, die dem American Bulldog ein durchaus verschmitztes Äußeres verleihen.

Fell, Fellbeschaffenheit & Fellfarbe

Der American Bulldog hat ein sehr kurzes und dichtes Fell. Trotz der drahtigen Struktur erscheint es weich und glänzend.

Da es keinen vorgeschriebenen Standard gibt, kann es in fast allen Farbvarianten auftreten. 

Und so kann ein American Bulldog schwarz, weiß, creme, gestromt, rehfarben, rot oder sandfarben sowie braun sein.

Gut zu wissen:

Trotz des Spitznamens handelt es sich hier nicht um den American Bully, der ebenfalls eine Hunderasse aus den USA ist!

Augenfarben

Die mandelförmigen Augen des American Bulldog sind – im Gegensatz zum Fell – fast ein wenig langweilig in ihrer Farbpalette.

Denn die Augen sind in der Regel dunkel und changieren hier zwischen einem tiefen Schokoladenbraun und einem Fast-Schwarz.

Größe & Gewicht

Hast Du Dich für einen American Bulldog-Jungen entschieden, kann dieser ausgewachsen eine Schulterhöhe von 50 bis 71 Zentimetern erreichen. Das Gewicht kann dabei zwischen 30 und 58 Kilogramm liegen.

Zieht dagegen ein American Bulldog-Weibchen bei Dir ein, liegt die Höhe zwischen 50 und 61 Zentimetern, und das bei einem Gewicht von 27 bis 41 Kilogramm.

Geschichte & Herkunft des American Bulldog

Die Vorfahren des heutigen American Bulldog, der natürlich aus den USA stammt, kamen mit englischen Siedlern in die Neue Welt. 

Mit dem heutigen American Bulldog hatten sie in puncto Optik nicht viel gemein.

Diese entstand im Laufe der Jahre durch die natürliche Kreuzung mit vielen anderen Rassen

Der Name Bulldog weist auf eine der Aufgaben dieser Rasse hin. Denn sie wurden unter anderem für die Bewachung von Bullen eingesetzt.

Eine eher traurige Geschichte hierzu: Diese Bulldogs hatten einen sogenannten „Bully-Fang“, einen sehr ausgeprägten Vorbiss.

Dieser ermöglichte es ihnen, die Bullen zu Boden zu drücken und dennoch durch den Fang weiter zu atmen – unabhängig davon, ob der Bulle blutete.

Wie der American Pitbull Terrier, hat der American Bulldog eine weitere, traurige Rasse-Geschichte zu erzählen. 

Auch er wurde für Hundekämpfe eingesetzt. Und auch, wenn diese inzwischen verboten sind, finden sie doch immer wieder illegal statt.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Tatsache muss sich der American Bulldog nach wie vor mit einem Ruf konfrontiert sehen, der sein eigentliches Naturell in ein schlechtes Licht stellt.

Glücklicherweise gibt es aber Züchter, die ihren Fokus auf das familienfreundliche Wesen legen – und nicht versuchen, aus dem friedlichen Hund eine Kampfmaschine zu machen.

Übrigens ist der American Bulldog nicht als eigenständige Rasse anerkannt. Weder von der FCI, noch vom American Kennel Club/ AKC.

Demnach gibt es keine Rassestandards. Da er nicht als Rasse anerkannt ist, gilt er in Deutschland offiziell auch nicht als Listenhund.

Wesen & Charakter des American Bulldog

Es gibt eines, was alle Hunde, die einen „dubiosen“ Ruf genießen, miteinander vereint: Sie haben in der Tat ein sehr anhängliches, treues und freundliches Wesen.

Das gilt auch für den American Bulldog. Diese Rasse gilt als äußerst freundlich und liebenswürdig und ist mit einem sanftmütigen Temperament ausgestattet.

Gepaart sind diese Wesenszüge mit einigen charakterlichen Eigenschaften, die zumindest die Erziehung herausfordernd machen können.

Denn bei aller Sanftmut ist der American Bulldog auch sehr selbstbewusst, durchsetzungsstark und dominant

Nicht unbedingt also ein einfacher Hund, der sich durchaus auch mal mit fremden Artgenossen anlegt.

Haltung & Erziehung

American Bulldog

Nicht nur die Größe des Hundes spielt bei der Erziehung und Haltung eine Rolle. 

Auch das Temperament und die Charaktereigenschaften wirken sich auf diese Faktoren aus – vor allem auf die Erziehung Deiner Fellnase.

Haltung

Der American Bulldog gehört zu den Fellnasen, die in puncto Haltung nur geringe Ansprüche stellen.

Er fühlt sich in so ziemlich jeder Art von vier Wänden wohl – ob Haus, Stadtwohnung oder Mietshaus.

Wichtig ist aber, dass er jeden Tag ausgiebige Runden in der freien Natur drehen darf. Denn der sehr verspielte Hund liebt es einfach, draußen herumzutollen.

Idealerweise natürlich in Deiner Gesellschaft. Diese verspielte Art legt der American Bulldog übrigens bis ins hohe Alter nicht ab.

Erziehung

Gerade beim American Bulldog ist es sehr wichtig, dass die Sozialisierung und die Erziehung bereits im Welpen-Alter stattfinden. 

Sogar der kleine American Bulldog muss nämlich lernen, wer von Euch beiden die metaphorischen Hosen anhat.

Obwohl diese Fellnase sowohl geistig als auch körperlich sehr stark ist, ist sie gleichzeitig sehr einfühlsam und sensibel. Auch das wirkt sich auf die Erziehung aus.

Diese ist dann am erfolgreichsten, wenn sie auf Basis tiefen Vertrauens zwischen Deinem Hund und Dir erfolgt.

Und dann kannst Du Dich über einen Mitbewohner freuen, der Dir nicht nur treu zur Seite steht, sondern Dir vermutlich auch fast jeden Wunsch von den Augen abliest.

Gesundheit & Pflege

Wie steht es eigentlich mit der Pflege des American Bulldog? Und – noch wichtiger – gibt es Krankheiten, die ihm Probleme bereiten können? 

Schauen wir uns die Aspekte Gesundheit und Pflege einmal etwas genauer an.

Fellpflege & allgemeine Pflege

Dank des kurzen Fells fällt die Pflege sehr überschaubar aus. Das heißt: Es reicht völlig, wenn Du es einmal die Woche ordentlich ausbürstest.

Darüber hinaus dankt es Dir Dein Hund, wenn Du häufig kontrollierst, ob Augen, Ohren, Maul und Pfoten frei von möglichen Entzündungen sind.

Ebenfalls nicht zu vergessen sind bei der Pflege Dinge wie Spot-Ons, Wurmkuren und jährliche Check-Ups durch den Tierarzt.

Gesundheit

Leider gibt es trotz einer robusten Grundgesundheit einige Krankheiten, die dem American Bulldog Probleme bereiten können. 

Hierbei handelt es sich aber um sogenannte Krankheitsdispositionen.

Es besteht also eine Veranlagung und ein erhöhtes Erkrankungsrisiko

Das heißt aber nicht, dass Dein Mitbewohner auch tatsächlich an einer der folgenden Krankheiten leiden wird:

  • Hüftgelenksdysplasie
  • Knochenmissbildungen
  • Blindheit & Taubheit (bei reinweißen Hunden)

Möchtest Du auf Nummer sicher gehen, solltest Du ohnehin immer nur bei einem seriösen Züchter nach Deinem American Bulldog-Welpen schauen. 

Und vielleicht entscheidest Du Dich zudem für das Abschließen einer Hunde-Krankenversicherung.

Lebenserwartung

Der American Bulldog kann ein Alter von 10 bis 15 Jahren erreichen. 

Du als neuer Mitbewohner kannst unter anderem durch eine artgerechte Haltung mit viel Liebe und Aufmerksamkeit sowie einer artgerechten Ernährung zu diesem Alter beitragen.

Passt der American Bulldog zu mir?

Wenn Du ein Hunde-Newbie bist, ist der American Bulldog leider nicht der richtige Hund für Dich

Denn er verfügt neben einem starken Willen auch über einiges an körperlicher Kraft. Und entsprechend braucht er einen Menschen, der mit diesen Eigenschaften umgehen kann.

Dafür ist er aber eine der Rassen, die sich gut in Familien einfügen – und das hat er unter anderem mit dem American Pitbull Terrier gemeinsam.

Bitte beachte, dass der American Bulldog es aufgrund seiner Menschenbezogenheit nicht so mit dem alleine lassen hat. Ausreichend Zeit für diesen Hund sind also ein Muss.

Fun-Facts zum American Bulldog

Wenn Du es nicht schon vor unserem Rasseportrait wusstest, weißt Du es spätestens jetzt: Der American Bulldog ist alles andere, als eine kompakte Kampfmaschine. Und so gibt es zu diesem fröhlichen und freundlichen Fratz auch einige Fun Facts.

Obwohl der American Bulldog so ein kurzes Fell hat, verliert er Haare wie verrückt.
Stelle Dich also darauf ein, dass fellfreie Kleidung mit dieser Fellnase der Vergangenheit angehören.

Nach dem 2. Weltkrieg gab es in den USA fast keinen Bedarf mehr an dieser Rasse – die demnach kurz vor dem Aus stand.

American Bulldogs sind miserable Schwimmer.

American Bulldogs waren die Haushunde von 2 US-amerikanischen Präsidenten, Warren Harding und Calvin Coolidge.

In Großbritannien ist der American Bulldog auch als Churchill Dog bekannt.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt und die Optik verantwortlich macht. Tatsächlich soll der Hund so tapfer sein, wie es Churchill auch war – der übrigens Pudel bevorzugte.

Ist ein American Bulldog bereits Dein vierbeiniger Mitbewohner? Dann kannst Du uns doch bestimmt die ein oder andere Anekdote erzählen, oder? Wir freuen uns, wenn Du diese in den Kommentaren mit uns teilst 😊 Hip

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5 Kommentare zu „American Bulldog im Rassen-Porträt (Mit Bildern)“

  1. Avatar

    Hier in Hessen gilt die auch als listenhund. Sie ist heute 7jahre geworden und nicht ohne. Denn sie mag keine Radfahrer. Aber zu meinen Enkeln Familie und Freunden ist sie der beste Hund ever.

  2. Avatar

    Als ich vor mehr als 4 Jahren meinen Freund kennenlernte, war Grundbedingung, daß mich seine beiden Hunde akzeptieren. Es war sofort heiße Liebe von beiden Seiten. Don der American Bulldog und Shelly Boxer/ Labradormix erwarteten mich jeden Freitag freudig und waren traurig, wenn ich Sonntag abends nach Hause fuhr. Don war ständig in unserer Nähe, Shelly kam kurz aber stürmisch schmusen und war dann wieder weg.
    Leider begann Ende 2022 Schwäche und Atemnot und es wurde festgestellt, daß Don einen Tumor im Herzmuskel hat. Unsere umsichtige Tierärztin ermöglichte ihm noch 2 Monate mit Lebensqualität und als es zu Ende ging gab sie ihm schmerzstillende und beruhigende Spritzen und er schlief über Nacht auf seinem Lieblingsplatz ein. Im April wäre er 10 Jahre alt geworden.
    Don fehlt so sehr – sein ausgeglichenes Wesen, seine liebenswerte und verspielte Art, die große Liebe die er uns schenkte, seine imposante Erscheinung und seine Loyalität waren einzigartig. Dabei war er aus dem Tierheim, nachdem er misshandelt wurde und sein Zungenbein und Maul durch Fusstritte geschädigt war. Die Zunge hing raus und es war sein Markenzeichen. Es gab nie Sorge um unsere Sicherheit.
    Charakter und Gutmütigkeit zeichnete ihn aus.

  3. Avatar

    Servus aus München. Meine Lucy wird im April zehn Jahre alt. In diesen Jahren habe ich viel Freude mit ihr gehabt. Leider hat sie Allergien und darf nur bestimmtes Futter bekommen. Das mit dem Listenhund gilt aber in München nicht. Das KVR ,diese Behörde ist so verhasst bei uns wie Durchfall,hat von mir einen Wesenstest verlangt. Mit knapp 500€ war ich dabei. Was das Weden und Charakter von Lucy angeht gibt es kein freundlicheres Tier in dieser Stadt. Meine Meinung. Ich hoffe das mir mit meinem Schatz noch viele Jahre bleiben. Gruß Hagen

  4. Avatar

    Hallöchen,
    das wäre ja wirklich schön, wenn der American Bulldog, wie von Euch behauptet,kein Listenhund ist. Er gehört zur Kategorie 2, und gilt als potentiell gefährlich. Bitte, informiert Euch das nächste Mal, bevor ihr so etwas in die „Welt schreit“.

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