Polnische Hunderassen
Jesse Reimann

Jesse Reimann

4 Ungewöhnliche Polnische Hunderassen (Mit Bildern & Infos)

Polen und Deutschland sind direkte Nachbarn, doch im Gegensatz zu Deutschland ist die Vielfalt der polnischen Hunderassen auf den ersten Blick nicht groß.

Das liegt aber vor allem daran, dass viele Hunde dort noch als Arbeitshunde eingesetzt werden und daher ihre Zucht sich an diesen Aufgaben orientiert und weniger an Rassevorgaben.

Polnische Hunderassen sind vor allem für Jagdhundfreunde interessant – aber auf deinem Sofa (und in deinem Herz) ist bestimmt auch für Nr. 5 Platz!

Polski Owczarek Podhalanski

Polski Owczarek Podhalanski

Der polnische Schäferhund ist unter vielen Namen bekannt. 

Polski Pwczarek Podhalanski ist die polnische Schreibweise, im Deutschen man nennt ihn auch Tatrahund oder Podhalaner. 

Er ist verwandt mit anderen großen Hütehunden wie dem Bergamasker Hirtenhund. 

Dass er von asiatischen Doggen abstammt, sieht man ihm an: Er trägt seine Rute wie ein Spitz gebogen über dem Rücken und ist auch ähnlich plüschig.

Doch von dem Teddybäraussehen darfst du dich nicht täuschen lassen. 

Denn die sehr robusten Hunde gelten als schwer erziehbar mit hohem Wachinstinkt. Ihre Kraft reicht aus, um sich mit Wölfen anzulegen!

Sie suchen den Konflikt aber nie selbst und sind nicht aggressiv.

In den Händen von Trainern, die mit Hütehunden Erfahrung haben, erweisen sie sich als fantastische Begleithunde, die auch als Therapiehunde ihren Platz finden.

Chart Polski

Chart Polski

Der Chart Polski ist ein polnischer Windhund, der vermutlich aus dem Saluki hervorging. Er fand vor allem als Jagdhund Verwendung.

Seine Zucht geht mindestens bis ins 13. Jahrhundert zurück. Im Vergleich mit alten Darstellungen scheint er äußerlich seitdem auch keine große Veränderung durchlaufen zu haben.

Typisch Windhund ist er eher zurückhaltend und ruhig mit einem tiefen Nähebedürfnis zu seinen Menschen. 

Auf der Jagd ist er nicht auf eine bestimmte Beute spezialisiert. Man jagte mit ihm Füchse, Rehe, Trappen und sogar Wölfe.

Er ist eher Einzelgänger, der sein Rudel lieber aus Menschen bildet denn aus anderen Hunden.

An seiner Familie hängt er dann aber auch sehr und ist sehr verkuschelt.

Obwohl er aufgrund seines Jagdtriebs nur in sicher umzäunten Gelände frei laufen kann, ist er durchaus für Anfänger geeignet. 

Seine Erziehung ist bemerkenswert unkompliziert, da er wenig Eigensinn besitzt und sich bereitwillig führen lässt.

Selbst für einen Windhund ist er aber sehr groß: Rassetypisch sind 80 cm Widerristhöhe!

Ogar Polski

Die Ogar Polski findet man auch unter dem Namen polnische Bracke.

Ihre Zuchtgeschichte ist jung und alt zugleich: Polnische Bracken wurden nachweislich schon seit dem 11. Jahrhundert gezüchtet. 

Doch erst nach dem Zweiten Weltkrieg fand 1959 eine erste standardisierte Zucht mit Jagdhunden aus Belarus statt. 

Sie trägt das für Jagdhunde typische rotbraune, dicke Fell mit dunkler Zeichnung an Rücken, Schnauze und Ohren.

Ihr Zuchtziel war aber immer auf einen ausgeprägten Gehorsam und weniger auf körperliche Merkmale ausgerichtet, weswegen ihr Äußeres auch recht unterschiedlich ausfallen kann.

Trotzdem besitzt sie einen absoluten Sturkopf und fordert konsequente Erziehung ein. 

Aufgrund ihrer Eigenständigkeit als Jagdhund geht sie auch schon mal bei Spaziergängen stiften – Rückruf betrachtet sie dann mehr als Empfehlung denn als Kommando.

Trotz des starken Jagdinstinkts kann sie ihr Glück aber auch in einem Nichtjägerhaushalt finden. Dann braucht sie viel Bewegung und eine andere Aufgabe wie Mantrailing oder Fährtenarbeit.

Gut zu wissen

Die Ogar Polski jagt spurlaut. So weißt du wenigstens, wohin dir dein Hund abgehauen ist…

Gónczy Polski

Übersetzt heißt Gónczy Polski einfach „Polnischer Jagdhund“. Er ist der kleinere, leichtere Bruder der Ogar Polski.

Erst 2017 erkannte ihn die FCI als eigene Hunderasse an. Bis dahin war er als Pawlusiewicz-Hund als eine Art Nebenlinie der polnischen Bracke betrachtet worden.

Ganz anders als die Ogar Polski gilt er als sehr gut trainierbar, anhänglich und sensibel.

Fremden begegnet er allerdings mit Misstrauen und schlägt als Wachhund auch lautstark an.

Selbst in Polen ist er jedoch weitgehend unbekannt und selten. Üblicherweise findet man ihn nur im südpolnischen Bergland als reinen Jagdbegleiter.

An die Berglandschaft ist er hervorragend angepasst und besitzt außerordentliche Ausdauer.

Polski Owczarek Nizinny

Polski Owczarek Nizinny

Der wuschelige Polski Owczarek Nizinny verströmt pure Lebensfreude. Er ist ein sogenannter polnischer Niederungshütehund, also ein Jagdhund für kleine Beutetiere.

Sein Aussehen lässt es schon vermuten: In ihm steckt einer der Vorfahren der englischen Bearded Collies und Bobtails, die mit polnischen Handelsschiffen in die Hafenstädte der Welt kamen.

Nach dem 2. Weltkrieg galt seine Rasse als fast ausgestorben. Eine polnische Tierärztin nahm sich deswegen entschieden der Zucht an und erzielte beachtlichen Erfolg.

Sie legte Wert darauf, die hohe Gesundheit der Hunde zu erhalten und gleichzeitig die Tauglichkeit als Familienhund zu fördern.

Das Ergebnis ist ein hochintelligenter, verspielter Begleiter mit großem will to please und nur schwachem Jagdtrieb.

Der Rabauke neigt allerdings dazu, bei schleifender Erziehung selbst das Kommando zu ergreifen.

Früher kupierte man seine Rute, heute tritt auch gelegentlich eine angeborene Stummelrute auf. Diese gilt als Missbildung und zuchtungeeignet.

Gut zu wissen

Von wegen dichtes Fell: Der kleine Polski Owczarek Nizinny liebt Leckerli über alles und neigt zu Übergewicht. 

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