Hund Bellt Wenn Er Alleine Ist
Jesse Reimann

Jesse Reimann

Dein Hund bellt wenn er alleine ist? 2 Ursachen und 2 Lösungen

Dein Hund bellt wenn er alleine ist? Dieses Problem kenne ich. Und obwohl es mir das Herz bricht, meinen Liebling allein zu lassen, geht es manchmal einfach nicht anders. Wenn ich zum Arzt, auf Arbeit oder zum Einkaufen muss, muss mein Hund zu Hause bleiben.

Damit mein Vierbeiner nicht die ganze Nachbarschaft durch sein ständiges Bellen stört, musste eine Lösung her. In diesem Artikel zeige ich dir, wie man einem Hund beibringt allein zu sein und dabei entspannen zu können.

Hund bellt wenn er alleine ist – das sind mögliche Ursachen

Trennungsangst

Eine häufige Ursache dafür, dass dein Hund bellt wenn er alleine ist, ist Trennungsangst. Dein Hund liebt dich so sehr, dass er nicht von dir getrennt sein will. Einige Hunde leiden unter richtigen Angstzuständen, wenn sie Angst haben, verlassen zu werden.

Aber warum bellt ein Hund dann? Dieses Verhalten stammt aus der frühesten Kindheit eines Hundes. Wenn sich eine Hundemutter vom Welpen entfernt, macht der Welpe durch Bellen auf sich aufmerksam, um nicht vergessen zu werden. Das Bellen ist also ein natürlicher Schutzmechanismus, um auf sich aufmerksam zu machen. Das übertragen Hunde auch auf ihre Lieblingsmenschen und versuchen diesen quasi zurückzurufen.

Langeweile

Aber nicht immer leidet dein Hund unter Verlustängsten, wenn er dir nachbellt. Bei manchen Hunden ist es auch einfach Langeweile. Wenn dein Liebling allein sein muss, hat er niemanden zum Spielen, zum Kraulen oder zum Beobachten, das kann ganz schön langweilig werden. Vor allem Hunde, die nicht genügend Bewegung und geistige Beschäftigung bekommen, bellen häufig aus Langeweile.

Wie erkenne ich, was die Ursache für das Bellen ist?

Egal, ob Trennungsschmerz oder Langeweile die Ursache für das Bellen ist – im Endeffekt kommt es auf das gleiche hinaus. Aber damit ist es nicht getan. Damit du das Problem angehen kannst, ist es sehr wichtig, vorher genau zu analysieren, welche Ursache das Bellen hat. Je nachdem sind vollkommen verschiedene Lösungsansätze vorzunehmen.

Eine falsche Analyse kann dabei sogar neue Probleme schaffen, denn stell dir vor, du bist zu einem unter starken Verlustängsten leidenden Hund sehr streng und „bestrafst“ das Verhalten. Was bei dem durch Langeweile ausgelösten Bellen hilfreich sein kann, würde einen ängstlichen Hund noch weiter verstören und das Vertrauen stark erschüttern.

Wie erkennst du also Trennungsangst und wie Langeweile?

Trennungsangst äußert sich oft schon bevor du das Haus tatsächlich verlässt. Betroffene Hunde sind sehr anhänglich und folgen dir auf Schritt und Tritt. Wenn du in ein anderes Zimmer gehst, wird dein Hund – egal, was er gerade gemacht hat – dir folgen, um dich nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn du versuchst dieses Verhalten abzustellen, etwa indem du deinem Hund sagst, dass er in einem bestimmten Raum oder einem bestimmten Platz bleiben soll, werden die Vierbeiner oft unruhig. Einige beginnen schon in solchen Situationen zu bellen bis er dich wieder im Blickfeld hat.

Sobald du das Haus verlassen will, wird dein Liebling noch unruhiger und will unter allen Umständen mitgenommen werden. Dein Hund hat in dieser Situation viel Stress. Wenn du das Haus verlässt, äußert sich das zunächst in lautem Bellen. Wenn das den Zweibeiner nicht mehr zurückbringt, reagieren Hunde unterschiedlich. Einige geben irgendwann Ruhe, sind aber sehr verängstigt und wissen nicht wie sie mit ihrem Stress umgehen sollen. Durchfall, Appetitlosigkeit, ein erhöhter Puls und geweitete Pupillen sind typische Anzeichen für Trennungsangst. Das andere Extrem äußert sich oft in einer starken Zerstörungswut. Damit versuchen die Vierbeiner die Angst und den Stress abzubauen. Zerfetzte Kissen, zerkratzte Türen und umgefallene Möbel sind dann die Folge.

Das Problem in dieser Situation ist, dass auch gelangweilte Hunde oft Dinge zerstören. Es gibt also ähnliche Folgen, die allerdings durch komplett unterschiedliche Motive zustande gekommen sind. Hunde, denen einfach nur langweilig war, sind meist auch schon im Beisein des Besitzers sehr verspielt und übermütig. Außerdem haben sie weniger Probleme damit, wenn du mal kurz den Raum wechselst.

Letztendlich kennst du deinen Hund am besten und kannst so einschätzen, ob es sich um Trennungsangst oder Langeweile handelt. Wenn du dir aber unsicher bist, solltest du dir Rat von einem Experten holen. Denn bei einer falschen Verhaltensanalyse besteht die Gefahr, dass du bei dem Versuch das Problem zu lösen, alles nur noch schlimmer machst und deinem Hund Unrecht tust. Und das will natürlich keiner.

Hund bellt wenn er alleine ist – so löst du das Problem

Wie bereits erwähnt, musst du vor der Lösung des Problems erst einmal genau analysieren, warum dieses Verhalten zustande kommt. Dann kannst du darauf zugeschnittene Lösungsansätze ausprobieren. Achte dabei immer auf deinen Hund, er wird dir zeigen, was ihm hilft und ob er bereit für den nächsten Schritt ist. Hundeerziehung ist immer individuell, insbesondere, wenn es um die Lösung von Verhaltensproblemen geht.

Hund bellt wenn er alleine ist

Langeweile verhindern

Deinem Hund ist langweilig, wenn er alleine ist? Dieses Problem ist relativ leicht zu lösen. Sorge dafür, dass dein Hund ausreichend Bewegung hat. Idealerweise powerst du ihn bei den ersten Malen vor dem Verlassen des Hauses richtig aus, sodass dein Hund froh ist, in Ruhe schlafen zu können.

Außerdem sollten Futter, Wasser und Hundespielzeuge bereitliegen, damit dein Hund sich auch selbst beschäftigen kann. Das kann man im Vorfeld gut üben, indem man nicht immer mit dem Hund spielt, sondern ihm manchmal auch nur das Spielzeug hinwirft und dann den Hund ignoriert, wenn er einen auffordert zu spielen. So lernen die Hunde schnell, dass sie auch alleine Spaß haben können und nicht immer einen Menschen brauchen.

Um das Bellen zu verhindern, solltest du auch in deinem Beisein jegliches Bellen sofort unterbinden. Die meisten Hunde, die schnell gelangweilt sind, fordern ihre Besitzer nämlich häufig durch Bellen zum Spielen auf. Wenn der Zweibeiner dann mitspielt, lernt der Hund fälschlicherweise, dass Bellen gut ist.

Wenn dein Hund bellt wenn er alleine ist und Geräusche hört, kann es außerdem helfen, ihn mit vielen verschiedenen Geräuschen zu konfrontieren. Mit fortschreitendem Traning kannst du dann auch üben, dass du vor der Haustür nochmal umdrehst, den Schlüssel fallen lässt und andere Geräusche machst.

Trennungsangst verhindern

Leidet dein Hund unter Verlustängsten, solltest du sehr behutsam vorgehen. Strafen bringen bei diesem Problem gar nichts und können die Angst sogar noch weiter verstärken. Manche Menschen empfehlen, das Problem zu ignorieren. Aber auch das bringt nichts und kann das Problem sogar weiter verschlimmern. Stell du dir nur einmal vor du hast vor etwas sehr große Angst und jemand ignoriert das einfach oder bestraft dich sogar dafür – keine schöne Vorstellung, oder? Fakt ist also, dass Trennungsangst nur mit entsprechendem Training und viel Zeit gelöst werden kann.

1. Schritt: Einen Wohlfühlort schaffen

Dein Liebling muss lernen, dass es einen Ort in der Wohnung gibt, an dem er entspannen kann. Dorthin kann er sich zurückziehen, wenn ihm etwas zu viel wird. Dort wird er nicht gestört. Dieser Ort kann beispielsweise eine Kuscheldecke oder eine Hundebox.

Damit dein Hund den Wohlfühlort mit etwas Guten verbindet, reicht es bei den meisten Vierbeinern aus, ein paar Leckerlies zu verteilen. Optimal sind auch Kauknochen, mit denen dein Hund längere Zeit zu tun hat. So ist er beschäftigt und lernt den Wohlfühlort lieben. Außerdem werden beim Kauen Glückshormone ausgeschüttet, die dann mit dem Ort verknüpft werden. Bei der Wahl eines passenden Platzes, solltest du auf die Vorlieben deines Hundes eingehen. Oft haben die Vierbeiner ja selbst einen Lieblingsplatz im Haus, auf dem sie oft sitzen. Warum also nicht gleich dort den Wohlfühlort einrichten?

2. Schritt: Dem Hund beibringen gezielt zu entspannen

Wenn der Wohlfühlort etabliert ist, wird es Zeit deinem Liebling beizubringen sich zu entspannen. Dabei können ätherische Öle wie Lavendel helfen. Dein Hund soll lernen, dass er quasi auf Kommando abschaltet und an seinem Wohlfühlort bleibt, ohne dir ständig zu folgen. Damit dein Hund nicht überfordert wird, solltest du deinen Abstand zu ihm langsam steigern. Das könnte so aussehen: Du schickst deinen Vierbeiner zu seinem Wohlfühlort und gibst ihm das Kommando zu entspannen. Zur Ablenkung hilft auch hier ein Kauknochen. Dann entfernt du dich ein Stück, wartest eine Weile ab und wenn dein Hund entspannt bleibt, holst du ihn wieder zu dir und lobst ihn. Beim nächsten Mal gehst du ein Stück weiter weg, erst nur kurze Zeit, später immer länger. Wichtig ist: Dein Hund muss merken, dass du immer wieder zurückkommst.

3. Schritt: Beim Verlassen des Hauses keine Unruhe aufkommen lassen

Viele Hundebesitzer verabschieden sich intensiv von ihren Hunden, wenn sie gehen und inszenieren das Zurückkommen. Das signalisiert dem Vierbeiner allerdings, dass etwas besonderes ansteht und genau das solltest du bei Hunden mit Trennungsangst vermeiden.

Wenn du dich auch für längere Zeit von dem Wohlfühlort des Hundes entfernen kannst und dein Hund entspannt bleibt, ist es Zeit das Haus auch einmal zu verlassen. Dabei sollte alles so normal wie möglich ablaufen. Routinen geben deinem Hund Sicherheit. Am besten gehst du vor wie im Schritt 2 und gehst dann einfach für ein paar Sekunden aus der Haustür, ohne dich zu verabschieden. Wenn alles ruhig bleibt, gehst du wieder rein und lobst deinen Hund. Das wird dann immer weiter gesteigert bis du für eine beliebige Zeit ohne Haus rausgehen kannst. Wenn er wieder beginnt zu bellen, musst du im Training nochmal einen Schritt zurück machen und an der Entspannung arbeiten.

Auch beim Zurückkommen sollte alles normal ablaufen. Wenn dein Hund aufgeregt und dich herumspringt und sich freut dich wiederzusehen, solltest du dieses Verhalten ignorieren. Erst, wenn wieder Entspannung einkehrt wird ausgiebig gelobt. Ich weiß, dass das manchmal hart ist, aber die Konsequenz zahlt sich aus.

Fazit

Wenn dein Hund bellt wenn er alleine ist, kann dies entweder durch Langeweile oder Trennungsangst ausgelöst werden. Bei ersterem hilft es dem Hund beizubringen sich selbst zu beschäftigen und Bellen als Spielaufforderung komplett zu ignorieren. Bei Trennungsangst hingegen ist viel Feingefühl gefragt. Nimm dir Zeit und übe mit deinem Hund zu entspannen, auch wenn du einmal außerdem seines Sichtfeldes bist. Ängstliche Vierbeiner darfst du nie bestrafen, da verschlimmert die Probleme nur weiter.

Manchmal kommt man alleine nicht weiter. Eine Bekannte von mir hat beispielsweise das Problem, dass ihr alter Hund bellt wenn er alleine ist. Das ist besonders schwer, weil diese Verhaltensweise über Jahre hinweg automatisiert wurde.

In solchen Fällen kann es hilfreich sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das spart Zeit und Nerven.

In einem solchen Fall, empfehle ich dir die Hunde Erziehungsbibel. Das Buch kann dir helfen das Verhalten deines Hundes besser zu verstehen und mit modernen Erziehungsmethoden zu korriegieren.

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1 Kommentar zu „Dein Hund bellt wenn er alleine ist? 2 Ursachen und 2 Lösungen“

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