Hund hat Demenz wann einschläfern
Uwe

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Hund hat Demenz: wann einschläfern? (Ratgeber)

Wenn dein Hund an Demenz erkrankt ist, leidet nicht nur der Vierbeiner, auch für seine Menschen wird es immer schwieriger und es tut in der Seele weh, seinen geistigen Verfall zu beobachten.

Doch wann macht es Sinn, den Hund mit Demenz einschläfern zu lassen?

Dieser Beitrag soll dir helfen, diese schwierige Entscheidung zu treffen.

Inhaltsverzeichnis

Wann ist der richtige Zeitpunkt, einen Hund mit Demenz einschläfern zu lassen?

hund schläft draußen

Ist ein Hund an Demenz erkrankt, wird er mit dem Fortschreiten der Erkrankung mehr und mehr zum Pflegefall für seine Menschen.

Dein Vierbeiner benötigt viel Zuwendung und kann auch kaum mehr alleine gelassen werden.

Deine familiäre und berufliche Situation ist daher ein wichtiger Aspekt, der jedoch sehr sorgfältig abgewägt werden sollte.

Hierbei kommt es natürlich auch auf das Stadium der Demenzerkrankung bei deinem Hund an. 

Wird eine Demenz rechtzeitig erkannt, kann diese zwar nicht geheilt, durch geeignete Therapien jedoch deutlich hinausgezögert werden.

Ist die Demenz schon so weit fortgeschritten, dass der Vierbeiner nur noch apathisch und zusammengekauert liegt, das Fressen verweigert und niemanden in der Familie mehr erkennt, überwiegt sein Leid der noch übrigen Lebensfreude.

Letzten Endes kennt niemand deinen Vierbeiner so gut wie du. Wann der Zeitpunkt gekommen ist, deinen Hund über die Regenbogenbrücke ziehen zu lassen, kannst nur du entscheiden.

Bevor du jedoch eine Entscheidung triffst, bespreche diese mit deiner Familie und mit einem Tierarzt deines Vertrauens.

Wie hoch ist die Lebenserwartung von einem dementen Hund?

Eine Demenzerkrankung tritt bei kleinen Hunderassen meist ab dem zehnten, bei größeren Rassen circa ab dem siebten Lebensjahr auf.

Die Frage, wie alt ein an Demenz erkrankter Hund werden kann, kann nicht pauschal beantwortet werden.

Demenz bei Hunden ist als offizielle Krankheit noch nicht anerkannt, deshalb liegen hier auch keine Studien vor. 

Wie schnell schreitet die Demenz beim Hund voran?

Demenz bei Hunden wird auch als Kognitives Dysfunktionssyndrom (CDS) bezeichnet.

Dieses Krankheitsbild beeinträchtigt die Gehirnfunktion. Dadurch kommt es zu kognitiven Funktionsstörungen, die sich auf das Verhalten und Wesen des Hundes auswirken.

CDS verläuft langsam und schleichend und kann sich über mehrere Jahre ausprägen.

Was gibt es für Behandlungsmöglichkeiten bei Demenz?

Hund schläft auf Bett

Demenz ist wie beim Menschen auch beim Hund unheilbar. Werden jedoch typische Symptome rechtzeitig erkannt, kann die Entwicklung der Krankheit deutlich verlangsamt werden.

Idealerweise besteht eine Behandlung aus drei Bausteinen, die auch schon bei einem Verdacht auf Demenz angewendet werden können:

  • Pharmakologisch:

Der Hund erhält Medikamente, die die Gehirnleistung und Durchblutung fördern. Zusätzlich können auch je nach Stadium der Demenz Beruhigungsmittel gegen Unruhe und Ängste verabreicht werden.

  • Diätisch:

Ein wichtiger Baustein ist eine hochwertige Ernährung. Das Futter sollte dabei mit Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren angereichert werden. Diese Fettsäuren unterstützen die Gehirnaktivität.

  • Verhaltenstherapeutisch:

Ziel einer Verhaltenstherapie ist es, das Gehirn nachhaltig zu stimulieren. Das kann beispielsweise mit neuen Spazierwegen, neuen Kommandos und Denkspielen erfolgen.

Demenz beim Hund im Endstadium: Was sind die Symptome?

Es gibt zahlreiche Symptome, die auf eine Demenz hinweisen können, die aber erst in der Entwicklung des Krankheitsbildes zusammen auftreten können.

Vom Endstadium einer Demenz spricht man, wenn alle der 4 Leitsymptom-Komplexe stark ausgeprägt in Erscheinung treten:

1. Veränderter Schlaf-Wach-Rhythmus

Tagsüber schläft der Hund mehr als gewohnt, ist dafür nachts unruhig und wandert rastlos, hechelnd oder winselnd auf und ab.

2. Desorientierung

Der Hund ist insgesamt verwirrt, läuft ziellos in der Wohnung hin und her, als wüsste er nicht wohin er wollte. Oftmals findet er sein Futter oder Wassernapf nicht mehr.

3. Unsauberkeit

Oft hat der Hund seine Stubenreinheit vergessen und zeigt nur noch selten oder überhaupt nicht mehr an, dass er rausmuss.

Oft möchte er raus, hat aber dann vergessen, warum er rauswollte. In der Folge verrichtet er sein Geschäft direkt nach dem Spaziergang in der Wohnung.

4. Veränderte Interaktionen und verringerte Aktivität

  • Das Interesse an der Umgebung lässt nach
  • Bekannte Reize wie Rufen, Türklingeln, Leckerlis oder Bällchen werfen erfolgt kaum noch Reaktion
  • Oft wird der Besitzer nicht mehr erkannt. 
  • Vertraute Menschen und andere Hunde werden nicht mehr zur Kenntnis genommen oder sogar als Fremde angeknurrt oder angebellt.
  • Sonst begehrten Streicheleinheiten entzieht sich der Hund, als ob es ihm plötzlich unangenehm wäre
  • Extreme Stimmungsschwankungen bis hin zur Reizbarkeit. Plötzlich launische, ängstliche oder aggressive Reaktionen sind keine Seltenheit.

Wie sehr leidet der Hund unter der Demenz?

An Demenz erkrankte Hunde reagieren nicht mehr bewusst auf Schmerzreize. Er kann nicht mehr beurteilen, was gut und was schlecht für ihn ist.

Wie sehr der erkrankte Vierbeiner darunter leidet, ist deshalb sehr schwer einzuschätzen.

Wie kann ich meinem Hund noch helfen?

Es ist wichtig, deinen Hund weiterhin geistig zu fordern. Auch solltest du ihm stets zeigen, wie wichtig er für dich ist.

Er benötigt sehr viel Geduld und Zuwendung und sollte nicht mehr alleine gelassen werden. 

Gut zu Wissen:

Auch wenn der Hund nur kurz allein ist, hilft ein getragenes Kleidungsstück von dir in seinem Körbchen, ein angestelltes Radio oder ein geduldiger und ruhiger Zweithund.

Fazit

Demenz ist eine unheilbare und schwerwiegende Erkrankung, die sich jedoch rechtzeitig erkannt, im Krankheitsverlauf um einiges hinauszögern lässt.

Im fortgeschrittenen Stadium solltest du über eine Erlösung durch den Tierarzt nachdenken, keinesfalls aber, weil der pflegebedürftige Hund nun einfach nur unbequem geworden ist.

Wenn dein Tier zusehends leidet und du ihm die benötigte Aufmerksamkeit nicht geben kannst, solltest du diese Entscheidung mit deiner Familie und einem Tierarzt besprechen.

Gerne kannst du uns deine Erfahrungen mit einem dementen Hund gerne in einem Kommentar mitteilen.

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4 Kommentare zu „Hund hat Demenz: wann einschläfern? (Ratgeber)“

  1. Avatar

    wir haben eine 15 jährige Yorki-Jack Russel Dame. Sie ist leider step by step, aber mit schnelle Schritten fortgeschritten. Tagsüber schläft unsere Maus, manchmal durch bis 17h, wenn sie wach wird, scheint sie völlig „zerknautscht“ und orientierungslos. Das Stehen fällt ihr schwer und sie schwankt, wenn sie das Laufen anfängt. Den Wassernapf findet sie noch, aber auch nur den einen, alle anderen, die ich aufgestellt habe, als wären sie gar nicht vorhanden. Hinzu kommt, dass ich das Wasser bis Oberkante füllen muss, da sie nicht mehr versteht, dass ihr Napf leerer geworden ist. Ihre Zunge trinkt quasi Luft, sie merkt das aber nicht. Fressen, ich muss sie mehrmals am Tag füttern oder aber wenn es gut läuft, frisst sie alle nachts, aber dann so viel, dass sie brechen muss. Ich bin einfach nur glücklich, dass sie frisst, vor allem selbstständig. Eine echt blöde Situation. Einnässen ins Bett, auf unseren Boden, täglich, manchmal schafft sie es noch in den Garten, manchmal macht sie auch einen Haufen. Sie kann nicht dafür, wir sind ihr nicht böse, weiß Gott, wie wir mal werden und wir hoffen auch eine liebevolle Hand zu spüren, wenn wir alt sind. Ich bin manchmal mit den Nerven runter, wenn sie wach ist, Du bist nur am gucken, was macht sie, wo ist sie, wie geht es ihr, wie verhält sie sich. Alleine lassen – never. Sie erkennt uns teilweise nicht mehr und manchmal freut sie sich einen Ast einen zu sehen. Neuerdings hat sie Angst vor uns und rennt panisch zur Tür, als würde ich sie abstechen wollen, ich versuche laut und dennoch liebe voll ihren Namen zu rufen, mache Geräusche, die sie eins kannte…sie entgleitet mir immer mehr…der 2 Tierarzt sagte heute, manchmal ist es für ein Tier besser loszulassen…ich habe unendlich geweint, es tat so verdammt sch…. weh, verdammt, sie ist doch unser Baby und hat das nicht verdient, diese verdammte Krankheit, wir waren doch ein Team…vielleicht irrt sich der TA, woher will er das alles wissen? Sie sehen sie doch tagsüber nicht, nur immer eine Momentaufnahme und würde ich nicht darüber sprechen, hätten sie es wirklich gemerkt? Ich rede mir das vielleicht nur schön, ich weiß es nicht, ich will das Beste für sie – wer hat ähnliches erlebt und kann mir sagen, was er gemacht hat und in der Konsequenz, was hat es mit einem selbst gemacht – egal ob man sich für oder gegen den Tod entschieden hat – wie ist es weitergegangen?

  2. Avatar

    Mein Mike, Tibetspaniel, 12,5 Jahre alt, ist auch von Demenz betroffen. Er geht nicht mehr raus und wenn, verkriecht er sich sich in einer Ecke und schläft. Wenn er denn mal wach ist, geht er nur hin und her und man hat den Eindruck, er weiß nicht, was er will und wo er ist. Seit gut 2 Monaten junkt und jault er nachts, was mich stundenlang nicht schlafen ließ. Unser TA hat mir ein Schlafmittel für Mike gegeben, damit ich auch zur Ruhe komme, da ich berufstätig bin.
    In letzter Zeit frage ich mich sehr oft, ob dieses Leben für Mike noch lebenswert ist. Er ist mein Seelenhund und die Entscheidung, ob es besser ist, ihn gehen zu lassen, fällt mir sehr schwer.

  3. Avatar

    Mein fast 13 jähriger Boxer ist leider auch scheinbar an Demenz erkrankt,zudem hat er mit der Bandscheibe Probleme und ist in Behandlung so geht es ihn gut und er will nicht aufgeben, nachts fängt er mittlerweile an aufzuschreien und schaut panisch,nicht weil ihm was weh tut sondern die Demenz,er fällt auch öfters hin ich weiche ihn aber fast nie von der Seite.Manchmal steht er vor seinen Napf und weiß nicht was er da will.Es tut mir in der seele weg aber er kämpft und gibt nicht für ein Boxer hat er ein stolzes alter ohne innere Krankheiten.

  4. Avatar

    Der Bericht von Uwe, ist richtig gut. Mein 14 Jahre alter Labrador Spitz Rüde ist von Demenz und Arthrose betroffen. Er ist jeden Monat in Dauerbehandlung. Mit dem Schlaf Wach Rhythmus und auch mit der Unsauberkeit. Die anderen Symptome zeigt er noch nicht. Er möchte mit anderen Hunden spielen nur die Gelenke machen nicht mehr mit.

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