Analdrüsenentzündug Hund
Uwe

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Analdrüsenentzündung Hund: Hausmittel, Symptome & 3 Ursachen

Eine Analdrüsenentzündung beim Hund ist eine schmerzhafte Entzündung im Bereich der Analbeutel. Eine solche Entzündung kommt bei Hunden relativ häufig vor.

Wie die Symptome bei einer Analdrüsenentzündung aussehen, welche Ursachen diese haben kann und wie dieses Krankheitsbild behandelt werden sollte, erfährst du in diesem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

Kurz & Knapp: Wie entsteht eine Analdrüsenentzündung?

Bei einer Analdrüsenentzündung beim Hund kommen mehrere Ursachen infrage. Meist entsteht sie durch Verkleben oder Verstopfen der Analdrüsen.

Das Analdrüsensekret kann nicht mehr abgegeben werden und es bilden sich Bakterien, die die Analdrüsenentzündung hervorrufen.

Ursachen für eine Analdrüsenentzündung

hunde hintern

Hunde besitzen zwei Analdrüsen, die sich jeweils links und rechts am After befinden und etwa zwei bis vier Milimeter unter der Haut liegen.

Diese produzieren ein bräunliches Sekret, das sich mit dem Kot vermischt. Für uns Menschen riecht dieses Sekret sehr unangenehm, gibt aber dem Hundekot einen individuellen Geruch, der zur Reviermarkierung dient.

Damit Analdrüsen, die Ausführungsgänge der Drüsen und Analbeutel beim Koten optimal zusammenwirken können, muss der Hundekot die richtige Konsistenz haben. Meist ist zu weicher Hundekot für eine Analdrüsenentzündung die Ursache, oft aber auch ein zu harter Stuhl.

1. Zu weicher Hundekot

Wenn der Hund über einen längeren Zeitraum einen sehr weichen oder gar flüssigen Stuhl, also Durchfall hat, fehlt beim Koten der Druck, um das Sekret aus den Analdrüsen dem Kot beizumengen.

Das Sekret wird in den Analdrüsen jedoch weiterhin produziert. Da es in den Drüsen verbleibt, wird es zäh und die Ausführungsgänge verstopfen.

2. Zu fester Hundekot

Auch wenn der Stuhl deines Hundes über längere Zeit zu hart ist, kann dies zu Beschwerden führen. Durch den erhöhten Druck können die Analdrüsen gereizt werden und zuschwellen.

Auch hier kann das Sekret nicht abfließen, wird zäh und verstopft ebenfalls die Ausführungsgänge.

Im zurückgestauten Analdrüsensekret bilden sich Bakterien, die sowohl von der normalen Hautflora des Hundes stammen können, als auch Fäkalbakterien. Dadurch entsteht eine Analdrüsenentzündung.

3. Weitere mögliche Ursachen

Neben der Kotkonsistenz spielt auch die Fell-Hygiene eine wichtige Rolle. Sehr langes und dichtes Fell kann die Ausführungsgänge der Analdrüsen ebenfalls verstopfen.

Bei einer übersäuerten Dickdarmflora können in den Analbeutel aufsteigende Säuren und Toxine zu einer Verhärtung oder übermäßigen Bildung des Analdrüsensekrets führen.

In selteneren Fällen sorgt eine krankhaft gesteigerte Drüsenfunktion für eine übermäßige Produktion des Sekrets. Oftmals ist eine Analdrüsenüberfunktion genetisch bedingt.

Ebenfalls selten liegt eine Entzündung der Nachbarorgane vor, deren Schwellung die Ausführungsgänge einengt.

Analdrüsen entzündet: Das sind die Symptome

hund graben hintern

Wenn die Analdrüsen entzündet sind, treten meist mehrere Symptome auf.

Durchfall ist kein Symptom für eine Analdrüsenentzündung selbst, geht dieser aber meist voraus. Für die Anamnese beziehungsweise Diagnose ist das ein wichtiger Punkt.

Eine Analdrüsenentzündung ist sehr schmerzhaft für den Hund. Es ist schwierig, einem Hund Schmerzen anzusehen, macht sich jedoch oft durch Jaulen oder Winseln bemerkbar. Auch vermehrtes Hecheln kann auf Schmerz hindeuten.

In diesem Zusammenhang ist oft auch Futterverweigerung und Teilnahmslosigkeit zu beobachten.

Meistens hat der an einer Analdrüsenentzündung erkrankte Hund auch Probleme beim Kotabsatz.

Leckt und kratzt sich dein Hund vermehrt am After, ist das genauso ein Anzeichen wie Knabbern an der Rute.

Fährt dein Hund Schlitten, ist das ein weiteres Indiz für eine Entzündung. Hierbei bewegt sich dein Hund sitzend am Boden fort, um durch das Schleifen den Juckreiz zu lindern.

Braune Flecken auf Decken oder Teppichen sowie ein unangenehmer Geruch an deinem Hund selbst gehören ebenfalls zu den Merkmalen.

Die Analdrüsen können blutig und eitrig sein.

Durch die verstopften Ausführungsgänge sind die Analbeutel angeschwollen. Oft sind auch allergische Reaktionen der Haut oder Schleimhaut zu beobachten.

Wie es bei Entzündungen oft der Fall ist, wird auch eine Analdrüsenentzündung oft von Fieber begleitet.

Behandlungsmöglichkeiten von entzündeten Analdrüsen

Eine Analdrüsenentzündung muss auf jeden Fall tierärztlich behandelt werden, um Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Du kannst jedoch deinen Hund zusätzlich mit homöopathischen Mitteln, aber auch mit Hausmitteln und einer Diät oder generellen Ernährungsumstellung helfen.

Achtung!

Es ist keinesfalls anzuraten, ohne tierärztlichen Rat entzündete Analdrüsen selbst auszudrücken, um die Entzündung dann mit Hausmitteln oder homöopathischen Mitteln selbst zu behandeln. 

Eine Analdrüsenentzündung erfordert eine eingehende Untersuchung, um den Fortschritt zu erkennen und mögliche Folgeerkrankungen auszuschließen. 

Beim Tierarzt

hund tierarzt

Vor der eigentlichen Diagnose und Behandlung findet eine Anamnese statt. Durch diese Halterbefragung erhält der Tierarzt wichtige Informationen, um anhand der geschilderten Symptome den Hund zu untersuchen und eine Diagnose zu stellen.

Bei der eigentlichen Therapie massiert der Tierarzt das entzündliche Sekret aus den verstopften Analbeuteln aus und entleert diese manuell.

Das ist jedoch nur möglich, wenn das Sekret noch zumindest zähflüssig ist. Ist es bereits verhärtet, muss es zunächst eingeweicht werden.

Im nächsten Schritt wird der Enddarm mit einer entzündungshemmenden und desinfizierenden Lösung gespült und der komplette Afterbereich hygienisch gereinigt.

Je nach Fortschritt der Entzündung kommen auch Antibiotika zum Einsatz.

Zur Beruhigung der gereizten Analregion wird eine schmerzlindernde Salbe aufgebracht, eventuell kommt hierbei auch Cortison in Betracht.

Diese Behandlung wird in der Regel einige Male wiederholt, bis die Entzündung vollkommen abgeklungen ist.

mit Homöopathie

hund medizin

Neben der Behandlung durch den Tierarzt kannst du den Heilungsprozess bei deinem Hund auch durch homöopathische Arzneiprodukte unterstützen.

Die Verabreichung sollte jedoch in Rücksprache mit deinem Tierarzt stattfinden. Auch wenn homöopathische Mittel auf rein natürlicher Basis sind, können die Inhaltsstoffe in Wechselwirkung mit bereits verabreichten Antibiotika stehen.

Gerade Veterinäre sind gegenüber einer Heilbehandlung auf homöopathischer Basis meist sehr offen. Spreche ihn einfach bei deinem Besuch darauf an. Wir haben dir hier einige geeignete Mittel zusammengestellt:

  • Traumeel

Bei Traumeel handelt es sich um ein homöopathisches Schmerzmittel, das als Gel und in Tablettenform erhältlich ist. 

Es hilft besonders bei Hautirritationen und eignet sich in Gelform gut, um die durch die Entzündung gereizte Analregion zu behandeln und den Schmerz dort zu lindern.

  • Arnika D5 ist ein Globuli und wirkt entzündungshemmend
  • Gegen innere Unruhe, die bei Entzündungen oft auftritt, kann Tarantula D8 verwendet werden.
  • Talgnussbaum (Myristika sebifera D8) wirkt bei eitrigen Entzündungen und Abszessen
  • Der Wirkstoff der Tollkirsche des Globuli Belladonna D4 ist entzündungshemmend und fiebersenkend
  • Mercurius solubilis D12 (Quecksilber) hilft bei akuten Entzündungen sowie Abszessbildung
  • Kieselerde (Silicea D30) unterstützt allgemein die Abheilung.

Für die Regeneration des Gewebes wird das Schüssler-Salz Calcium fluoratum D6 empfohlen.

Die tierärztliche Thearpie kann mit einer Bachblütentherapie mit entzündungshemmenden und fiebersenkenden Heilpflanzen wie Stechpalme und Tausendgüldenkraut zusätzlich unterstützt werden.

Analdrüsen verstopft und entzündet: Hausmittel

Wie auch bei der Homöophatie ist auch die Verwendung von Hausmitteln nur unterstützend und ersetzt nicht den Tierarztbesuch. 

Dabei erzielen Hausmittel oft eine gute Wirkung, ohne auf die chemische Keule zurückzugreifen. Hier ein paar Beispiele:

Unter das Futter gemischt, regen Flohsamenschalen die Darmtätigkeit an. Die Verdauung wird angeregt und der Kot kann dadurch weicher werden.

  • Leinsamen regen ebenfalls die Darmtätigkeit an, das Gleiche gilt für Kokos- oder Karottenflocken, die ebenfalls unter das Futter gemischt werden.
  • Kokosöl bewirkt denselben Effekt und stärkt gleichzeitig auch das Immunsystem. Es sollte jedoch sparsam angewendet werden. Zu viel des Guten bewirkt das Gegenteil und kann zu Durchfall führen.
  • Umschläge mit Kamille oder Ringelblume verschaffen den gereizten und geröteten Analdrüsen Linderung.

Was füttern?

hund füttern

Wenn ein Hund Fieber und Schmerzen hat, verweigert er oft das Futter. Versuche ihn gegebenenfalls mit der Hand zu füttern.

Nachdem die Analdrüsen durch den Tierarzt entleert wurden, ist es wichtig, die Verdauung wieder in Schwung zu bringen, um seinen Kot wieder in eine optimale Konsistenz zu bringen.

Für die Anregung der Verdauung helfen Ballaststoffe, wie Flohsamen oder Leinsamen, aber auch Kokosöl, wie bereits bei den Hausmitteln beschrieben, die du dem gewohnten Futter untermischen kannst.

Eine Mischung aus kleinen Möhrenstücken und Hühnchenfleisch, zusammen mit Reis gekocht, ist eine geeignete und leckere Schonkost. Füttere dies deinem Hund jedoch nur höchstens lauwarm und nicht direkt vom Herd.

Es gibt im Tierfachhandel auch die unterschiedlichsten Futtersorten als Nass- oder Trockenfutter als Schonkost bei Verdauungsproblemen.

Wie lange dauert eine Analdrüsenentzündung beim Hund?

Die Frage, wie schnell dein Hund wieder fit ist, kann pauschal nicht beantwortet werden.

Die Heilungsdauer ist zunächst abhängig vom Fortschritt der Entzündung. Eine leichte Analdrüsenentzündung klingt in der Regel nach ein paar Tagen wieder ab, vorausgesetzt, sie wurde tierärztlich behandelt. 

Entzündungen, die bereits antibiotisch behandelt werden müssen, dauern entsprechend länger, bis sie ausgeheilt sind. Teilweise sind auch mehrere Nachbehandlungen durch den Tierarzt notwendig.

Auch das Alter deines Hundes, Vorerkrankungen und der allgemeine Gesundheitszustand sind Faktoren, die die Dauer des Heilungsprozesses beeinflussen können.

Analdrüsenabszess als Folge einer Entzündung – was tun?

hund hintern

Ein Analdrüsen- oder Analbeutelabszess entsteht nicht von heute auf morgen. 

Dennoch ist es wichtig, deinen Hund stets auf Hinweise, die auf Störungen der Analdrüsen hinweisen, zu beobachten. Das ist besonders wichtig, wenn dein Hund hier schon öfter unter Problemen gelitten hat.

Oft folgt eine Verstopfung der Ausführungsgänge der Analdrüsen einem länger einhergehenden Durchfall.

Wird diese Verstopfung nicht erkannt oder ignoriert, führt das zu einer Analdrüsenentzündung

Das Analdrüsensekret wird weiter gebildet, kann aber durch die Verstopfung der Kanäle nicht abgesetzt werden. Es bilden sich Bakterien- und damit Entzündungsherde.

Obwohl eine Analdrüsenentzündung sehr schmerzhaft für einen Hund ist, bleibt diese dennoch oft unerkannt oder unbehandelt und wird chronisch.

Eine chronische Entzündung wiederum kann Abszesse bilden, die sich im Analbereich durch ihre rote Färbung erkennen lassen.

Ebenso können sich auch sogenannte Fisteln bilden, das heißt, das Sekret sucht sich seinen eigenen Weg. Hier entsteht ein neuer Ausführungsgang. Hier laufen Sekret, Blut und Eiter durch den Fistelkanal in den Anusbereich und in den Enddarm und reizen das Gewebe zusätzlich.

Wenn die Analdrüsen weiterarbeiten und immer mehr Sekret bilden, das jedoch nicht abgesondert werden kann, hat das zur Folge, dass die Schmerzen für den Hund immer unerträglicher werden.

Es sammelt sich immer mehr Sekret in der Analdrüse an, bis diese letztendlich geplatzt ist.

Die Therapie beim Tierarzt ist zunächst gleich der einer “normalen” Analdrüsenentzündung.

Gleichzeitig werden Abszesse und Fisteln aufgeschnitten, gereinigt und desinfiziert. Diese werden offen gehalten und eine Reinigung und Desinfektion erfolgt täglich, solange der Heilungsprozess andauert.

Ist eine Analdrüsenentzündung beim Hund gefährlich?

Eine einmalige Analdrüsenentzündung beim Hund ist an sich nicht gefährlich. Diese ist für den Vierbeiner jedoch sehr schmerzhaft.

Allerdings kann eine unbehandelte oder unerkannte Analdrüsenentzündung chronisch werden und zu Abszessen führen, die für den Hund noch schmerzhafter sind.

Auch liegt die Gefahr darin, dass andere Körperorgane durch sogenannte Fisteln in Mitleidenschaft gezogen werden können.

Durch den Rückstau des infektiösen Analdrüsensekretes kann dieses auch in die Blutbahn geraten und zu einer Sepsis, also einer Blutvergiftung führen. Für den ohnehin durch die Entzündung geschwächten Hund kann das bis zum Tod führen.

Analdrüsen entfernen: sinnvoll, oder nicht? 

Oft liest oder hört man, dass Analdrüsen regelmäßig ausgedrückt werden sollten. Das stimmt nur zum Teil und kommt auf den Einzelfall an.

Das Ausdrücken der Drüsen ist für Hund und Mensch keine angenehme Sache und hat noch einen negativen Effekt. 

Ein regelmäßiges Ausdrücken stimuliert die Drüsen zusätzliches Sekret zu bilden. Das kann sich zu einem Teufelskreis entwickeln, der gelegentliches Ausdrücken immer öfter notwendig macht.

Hat dein Hund öfter Probleme mit den Analdrüsen, insbesondere wenn es sich um ein genetisches Krankheitsbild eignet, ist eine chirurgische Entfernung der Drüsen durchaus sinnvoll.

Auch wenn die Drüsen öfter als alle zwei bis sechs Monate ausgedrückt werden müssen, kommt ein operativer Eingriff in Betracht, den du am besten mit deinem Tierarzt besprechen solltest.

Kosten

Die Entfernung der Analdrüsen ist ein operativer Eingriff, der unter Vollnarkose stattfindet. Dieser findet je nach Gesundheitszustand deines Hundes und der Notwendigkeit einer postoperativen Überwachung ambulant oder stationär statt.

Die Kosten für die OP liegen zwischen 200 und 300 Euro. Hier kommen die Kosten für die Narkose und einen eventuellen stationären Aufenthalt hinzu.

Teilweise übernehmen Haustier-Krankenversicherungen die Kosten. Das ist jedoch von deinem Tarif abhängig und davon, ob du die Anwartschaft erfüllt hast. Erst eine Versicherung abzuschließen, wenn die OP direkt bevorsteht, funktioniert in der Regel nicht.

Analdrüsenentzündung vorbeugen

Mein Hund beißt beim Spielen - was kann ich tun    

Einer Analdrüsenentzündung beugst du am besten vor, indem du deinen Hund fit und vital hältst. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Ernährung, aber auch ein körperlicher Ausgleich in Form von Rasse, gerechter Bewegung und Hygiene.

Ernährung 

Essentiell zur Vermeidung von Analdrüsenentzündungen ist jedoch eine gesunde Ernährung, die gleichzeitig für eine gute Kotkonsistenz sorgt.

Wichtig ist hierbei, Futterunverträglichkeiten und Allergien auszuschließen.

Zu viel Fett und Kohlenhydrate führen zu einem zu weichen Stuhl. Ballaststoffe mit Quellvermögen sorgen dafür, das Kotvolumen zu vergrößern.

Barfen ist eine weitere Alternative, zu der oft geraten wird.

Fazit

Eine Analdrüsenentzündung ist für deinen Hund sehr schmerzhaft, aber zunächst harmlos. Unbehandelt kann dies jedoch Folgen nach sich ziehen, die für deinen Hund noch schmerzhafter sind und für dich noch mehr Kosten und Lauferei zum Tierarzt bedeuten.

Es ist deshalb wichtig, schnell auf Symptome zu reagieren und es gar nicht erst zu einer Analdrüsenentzündung kommen zu lassen.

Hast du Erfahrungen zu diesem Thema und möchtest diese gerne mitteilen, freuen wir uns auf deinen Kommentar.

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