Dürfen Hunde Eis essen?
Jesse Reimann

Jesse Reimann

Dürfen Hunde Eis essen?

Die meisten von uns lieben Eis. Und was gibt es Schöneres als ein kühles Eis an einem heißen Sommertag? Wenn du vor der Eisdiele stehst, fragst du dich vielleicht, ob dein Hund auch etwas vom dem Eis essen darf.

Kurz und Knapp: Darf mein Hund Eis essen?

Ja, dein darf Hund ein bisschen von deinem Eis essen. Gebe ihm nur eine kleine Menge, weil es aufgrund der Zutaten schnell zu Bauchschmerzen und Durchfall führen kann.

Allerdings solltest du darauf achten, dass das Eis keinen Xylit enthält. Der Birkenzucker ist für Hunde toxisch und kann tödlich enden.

Inhaltsverzeichnis

Warum dein Hund keine Milchprodukte verträgt

Eis besteht aus vier unterschiedlichen Sorten.

Dazu gehört in erster Linie Speiseeis. Übliches Speiseeis enthält Milch und Sahne. Allerdings leiden viele Hunde unter einer Laktoseintoleranz. Das liegt daran, weil dem Körper das benötigte Enzym Laktase fehlt.

Wenn dein Hund keine Milchprodukte verträgt, kann das Essen von Speiseeis zu Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall führen.

Genauso verhält es sich bei Frozen Joghurt (Magerjoghurt) und Softeis (Magermilch).

Als Alternative könntest du etwas Wassereis füttern. Das besteht aus pürierten Früchten oder Säften und Zucker.

Dürfen Hunde Eis Essen?

Deshalb darf dein Vierbeiner nur eine kleine Menge Eis essen

Selbst wenn dein Hund Milch verträgt, solltest du stets nur ein klein wenig Eis füttern. Eiscreme enthält nämlich immens viel raffinierten Zucker.

Ein Hund wird zwar nicht daran sterben, dennoch ist er ungesund. Raffinierter Zucker kann krank machen, zu Übergewicht führen und Karies verursachen.

Zu den potenziellen Krankheiten gehört vor allem Diabetes und eine Schwächung des Immunsystems, was weitere Erkrankungen mit sich bringen kann.

Normalerweise spricht nichts dagegen, wenn du ab und an eine minimale Menge Eis fütterst. Doch leider beinhaltet Eis oft Lebensmittel, die für deinen Hund gefährlich und sogar tödlich enden können.

Fakt: Eis kann deinen Hund töten

Der hohe Zuckergehalt ist für Hunde nicht gesund. Einige Eissorten sind für Hunde sogar so toxisch, dass sie davon sterben können.

Dazu zählen Schokoladeneis und Schokosplitter. Hunde können das im Kakao enthaltene Theobromin nicht verdauen. Auch Rosinen führen bereits bei kleiner Menge zu Nierenversagen.

Im Gegensatz zu allen anderen Nüssen sind Macadamianüsse für deinen Hund giftig. Dasselbe gilt bei Eiscreme mit Kaffee oder anderen koffeinhaltigen Sorten.

Die wahrscheinlich gefährlichste Zutat ist sogenanntes „zuckerfreies“ Eis. Die Problematik ist, dass hierfür Zuckeraustauschstoffe zum Einsatz kommen.

Eines davon ist Xylit. Es ist für Hunde extrem giftig.

Schon minimale Mengen von Birkenzucker führen zu einem Abfall des Blutzuckerspiegels (Hypoglykämie) und Leberversagen, was schlussendlich zum Tod führt.

Der Grund hierfür ist, dass Xylit schnell in den Blutkreislauf gelangt und es dabei gleichzeitig zu einer überhöhten Insulinausschüttung kommt. Das bewirkt wiederum einen starken Blutzuckerabfall (Unterzuckerung) beim Hund.

Gefährlich an der Sache ist, dass Xylit gesüßtes Eis ähnlich schmeckt wie normale Eiscreme. Um nicht aus Versehen deinen Hund von so einem Eis schlecken zu lassen, solltest du dir immer zu hundert Prozent sicher sein, dass es auch wirklich keinen Birkenzucker enthält.

Wie viel Eis dein Hund essen darf

Dein Hund sollte aufgrund der hohen Menge an Zucker nur eine kleine Menge bekommen. Es reicht bereits aus, wenn du ihn den Rest vom Pappbecher abschlecken lässt. Dann ist das Eis bereits aufgetaut und wird vom Magen besser vertragen.

Eine ganze Kugel solltest du ihm jedoch besser nicht geben. Schon gar nicht kleinen Hunden. Denn eine größere Menge gefrorenes Eis kann schnell unangenehme Bauchschmerzen und Durchfall verursachen.

Auch wenn dein Hund ab und an etwas Eis von dir bekommen kann, ist fertiges Eis aus dem Supermarkt oder von der Eisdiele nicht gesund. Dazu gehört auch das allseits beliebte Vanilleeis.

Im Handel gibt es bereits spezielles Eis für Hunde. Sogar eine deutsche Hundeeismanufaktur gibt es. Als Zutaten kommen unter anderem Lachs, Käse, gebratenes Hackfleisch und Früchte zum Einsatz. Der laktosefreie Joghurt ist für Hunde bestens verträglich.

Auch Ben & Jerry’s hat dieses Jahr hundefreundliches Eis auf den Markt gebracht. Wann es das allerdings in Deutschland gibt, steht noch offen.

Eine einfache Möglichkeit ist es, das Eis einfach selbst herzustellen.

Wie du Hundeeis selbst herstellst

Hundeeis lässt sich ganz einfach und schnell herstellen. Zudem kannst die Zutaten beliebig auswählen und das Eis ohne schlechtes Gewissen füttern.

Als Basiszutat kannst du Quark, Joghurt oder Hüttenkäse verwenden und es mit Zutaten deiner Wahl mischen.

Du hast die Möglichkeit dich kreativ auszutoben. Es gibt nicht das „eine“ Rezept. Jeder Hund hat verschiedene Vorlieben. Ebenso bietet es sich an, unterschiedliche Zutaten zu nehmen, um dem Hund Abwechslung zu bieten.

Du hast die freie Wahl an für den Hund verträglichen Lebensmitteln:

  •  Früchte: zum Beispiel Wassermelone, Erdbeeren oder Bananen
  • Gemüse: Gurken, geriebene Möhren mit etwas Öl
  • Leberwurst
  • Peanut Butter (sollte zuckerfrei sein)
  • etwas Honig
  • frisches Eigelb
  • Öle, zum Beispiel Fischöl oder Walnussöl
  • Haferflocken
  • klein geschnittene Fleischstücke wie Leber

Püriere oder mixe die Zutaten und gebe die Masse in Silikonformen. Die bekommst du online in den verschiedensten Formen zu kaufen. Nachdem die Masse gefroren ist, kannst du deinen Hund mit einem leckeren Eis verwöhnen.

Dir sind bei der Herstellung von Hundeeis keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist, dass du nur Zutaten verwendest, die dein Hund verträgt.

Dein Hund sollte sein Eis am besten draußen oder auf einem wischbaren Boden genießen. So vermeidest du Flecken auf dem Teppich.

Tipp:

Wenn dein Hund keine Milchprodukte verträgt oder du generell darauf verzichtest, kannst du Alternativen nutzen. Fleischbrühe vermischt mit Trocken- oder Nassfutter ergibt ein köstliches Hundeeis.

Wenn du es dir ganz einfach machen möchtest, schneidest du einfach ein paar Stückchen Obst klein und frierst diese ein.

Nehme auf keinen Fall Weintrauben, weil diese giftig für ihn sind. Bei Kirschen solltest du immer darauf achten, den Kern zu entfernen.

Wie sieht es mit Eiswürfeln aus?

Der Vorteil bei Eiswürfeln ist, dass sie ausschließlich aus gefrorenem Wasser bestehen und damit zuckerfrei sind.

Eiswürfel können zwar eine schöne Abkühlung für deinen Hund sein, aber es gibt einen Haken.

Falls dein Vierbeiner die Eiswürfel genauso schnell herunterschlingt wie sein Futter, kann dies zu einer Reizung der Magenschleimhäute führen.

Genauso wie bei uns Menschen kann die Kälte zu stechenden Kopfschmerzen führen. Dieser Kältekopfschmerz, der ebenso als Brain-Freeze bekannt ist, ist auch für deinen Hund alles andere als angenehm.

Besser geeignet ist Crushed Ice. Für kleine Hunde bringt es den Vorteil, dass auch sie ihren Spaß am Kauen des gefrorenen Eises haben können. Während bei größeren Vierbeinern die Gefahr, einen Eiswürfel zu verschlucken, ausgeschlossen ist.

Als Alternative könntest du einen bis zwei Eiswürfel in den Wassernapf legen. Das kühle Wasser tut bei der Hitze gut, ist aber längst nicht so kalt wie ein purer Eiswürfel. Dadurch kannst du den unangenehmen Hirnfrost bei deinem Liebling vermeiden.

Etwas Fleischbrühe über die Eiswürfel gibt den ultimativen Geschmackskick.

Fazit: Darf dein Hund Eis essen?

Handelsübliches Eis ist kein guter Leckerbissen für deinen Liebling. Der hohe Zuckeranteil und viele der Zutaten sind für Hunde ungesund. Bereits minimal kleine Mengen der oben aufgeführten Nahrungsmittel können zu einer Vergiftung oder im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Stattdessen kannst du als Alternative Hundeeis selber machen. Selbstgemachte Eiscreme ist eine schöne Abkühlung an heißen Tagen und du kannst den Geschmack beliebig variieren.

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